Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
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Luca
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- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53
Mitbekommen? Unwillkürlich rümpfte er kritisch die Nase. Soviel zu der Frage, ob ihr aufgefallen war, wie viel Körperpflege er auf sich nahm, um einen guten Eindruck zu machen.. was ja auch funktioniert hatte, bei einigen... Ansonsten hatte er mit ihrer Empörung gerechnet und die Vorwürfe mit Hinweis auf Adrian trafen ihn nicht so recht. Immerhin wusste er, was der von seinen Mädchengeschichten hielt und glaubte auch nicht, dass ihn irgendjemand daran messen würde, dass ein weinerlicher Kerl nicht auf das Mädel aufpassen konnte, dass er anschmachtete. Dabei war der sogar größer als er... und Fleischersohn, also ordentlich stark gefüttert. Aber sich bei anderen ausheulen, statt ihn einfach zu verprügeln... was für ein Schwächling. So weit wie er selbst in der kurzen Zeit war der bei der Blonden doch in seinem Leben nicht gekommen.
Wieder sprach sie über Adrian – herrje, er hatte die Kleine doch nicht unter den Tisch gezerrt! Und immerhin hatte er den dreien einen Gefallen getan. Seine Idee war das ja wohl nicht gewesen... Andererseits war es illusorisch, anzunehmen, Lady könne sich vorstellen, dass es Mädchen gab, die einen vorehelichen Kuss nicht für eine Schändung hielten, sondern wer weiß was dafür taten. In der Stadt hatte es ihm jedenfalls keiner krummgenommen. Die Frauen schenkten ihm weiterhin Äpfel oder Gebäck und strubbelten ihm herzlich die Haare, wenn er ihnen nette Dinge sagte. Die Männer ließen ihn beim Handwerk zuschauen, fachsimpelten mit ihm über Frauen und Politik und klopften ihm die Schulter, wenn er seine Narben zeigte und von seinen Heldentaten erzählte.
Lady schien kein Auge für sowas zu haben. Er fühlte Bedauern und wusste nicht recht, ob es ihr galt oder damit einherging, dass ihm wieder einmal klar wurde, wie sie nie zu ihm sein würde.
Aris Weinen lenkte seine Aufmerksamkeit ins Zimmer und ließ ihn automatisch herumrucken, bevor er den Impuls unschlüssig unterdrückte. Möglich, dass es Ärger gab, wenn er sich vom Fleck rührte... ausnahmsweise war er erleichtert, als das Mädchen kam, um den Kleinen zu holen.
Wieder Sachen über Adrians Ruf. Probleme anschleppen? Er hatte sein bestes getan, nur in den besten Tönen von ihm zu sprechen und nicht ein einziges Mal vergessen, nur „Hoheit“ zu sagen, solang sie nicht allein waren. Warum bekam sie sowas nie mit?
Er wusste genau, wie Vio sich fühlen musste, als die Vorwürfe sie trafen. Sie hatte nicht gespielt, sie hatte sich wohlgefühlt auf dem Fest. Keiner hatte sie komisch gefunden und sie hatte sich reichlich Mühe gegeben mit dem Feinmachen. Es war genau wie bei ihm nach dem Besuch von Ladys Eltern damals... Sie schaffte es, dass man sich elend fühlte, obwohl man gerade noch geglaubt hatte, alles wäre prächtig. Mit der Verkündung der Ausgangssperre wurde aus dem Mitleid Schrecken. So konnte sie sie doch nicht bloßstellen vor ihm! Und warum nur Vio, obwohl sie die ältere war? Es war ihm durch und durch peinlich und er hoffte inständig, dass sie es irgendwie wegstecken konnte, ohne abzuhauen oder ihn dafür zu hassen, dass er diese Blamage mitbekommen hatte.
Er zögerte keine Sekunde, nach der Aufforderung aus dem Zimmer zu flüchten. Allerdings war Vio schneller und knallte die Tür zur gemeinsamen Unterkunft einige Meter vor seiner Nase zu. Unschlüssig starrte er auf das Holz. Alles, was er jetzt sagen oder tun würde, würde das Ganze nur schlimmer machen. Auch wenn er sie gern getröstet hätte, war ihm klar, dass solche Almosen erst recht verletzen würden. Unschlüssig lehnte er sich an die Wand. Eigentlich hatte er sofort beschlossen, die Ausgangssperre solidarisch mit ihr abzusitzen, aber nun war ihm bei der Vorstellung unbehaglichen Schweigens alles andere als wohl. Besser erst mal in Ruhe lassen. Seufzend stieß er sich ab um nach Adrian oder dem Mädel, dass Ari geholt hatte, zu suchen.
Wieder sprach sie über Adrian – herrje, er hatte die Kleine doch nicht unter den Tisch gezerrt! Und immerhin hatte er den dreien einen Gefallen getan. Seine Idee war das ja wohl nicht gewesen... Andererseits war es illusorisch, anzunehmen, Lady könne sich vorstellen, dass es Mädchen gab, die einen vorehelichen Kuss nicht für eine Schändung hielten, sondern wer weiß was dafür taten. In der Stadt hatte es ihm jedenfalls keiner krummgenommen. Die Frauen schenkten ihm weiterhin Äpfel oder Gebäck und strubbelten ihm herzlich die Haare, wenn er ihnen nette Dinge sagte. Die Männer ließen ihn beim Handwerk zuschauen, fachsimpelten mit ihm über Frauen und Politik und klopften ihm die Schulter, wenn er seine Narben zeigte und von seinen Heldentaten erzählte.
Lady schien kein Auge für sowas zu haben. Er fühlte Bedauern und wusste nicht recht, ob es ihr galt oder damit einherging, dass ihm wieder einmal klar wurde, wie sie nie zu ihm sein würde.
Aris Weinen lenkte seine Aufmerksamkeit ins Zimmer und ließ ihn automatisch herumrucken, bevor er den Impuls unschlüssig unterdrückte. Möglich, dass es Ärger gab, wenn er sich vom Fleck rührte... ausnahmsweise war er erleichtert, als das Mädchen kam, um den Kleinen zu holen.
Wieder Sachen über Adrians Ruf. Probleme anschleppen? Er hatte sein bestes getan, nur in den besten Tönen von ihm zu sprechen und nicht ein einziges Mal vergessen, nur „Hoheit“ zu sagen, solang sie nicht allein waren. Warum bekam sie sowas nie mit?
Er wusste genau, wie Vio sich fühlen musste, als die Vorwürfe sie trafen. Sie hatte nicht gespielt, sie hatte sich wohlgefühlt auf dem Fest. Keiner hatte sie komisch gefunden und sie hatte sich reichlich Mühe gegeben mit dem Feinmachen. Es war genau wie bei ihm nach dem Besuch von Ladys Eltern damals... Sie schaffte es, dass man sich elend fühlte, obwohl man gerade noch geglaubt hatte, alles wäre prächtig. Mit der Verkündung der Ausgangssperre wurde aus dem Mitleid Schrecken. So konnte sie sie doch nicht bloßstellen vor ihm! Und warum nur Vio, obwohl sie die ältere war? Es war ihm durch und durch peinlich und er hoffte inständig, dass sie es irgendwie wegstecken konnte, ohne abzuhauen oder ihn dafür zu hassen, dass er diese Blamage mitbekommen hatte.
Er zögerte keine Sekunde, nach der Aufforderung aus dem Zimmer zu flüchten. Allerdings war Vio schneller und knallte die Tür zur gemeinsamen Unterkunft einige Meter vor seiner Nase zu. Unschlüssig starrte er auf das Holz. Alles, was er jetzt sagen oder tun würde, würde das Ganze nur schlimmer machen. Auch wenn er sie gern getröstet hätte, war ihm klar, dass solche Almosen erst recht verletzen würden. Unschlüssig lehnte er sich an die Wand. Eigentlich hatte er sofort beschlossen, die Ausgangssperre solidarisch mit ihr abzusitzen, aber nun war ihm bei der Vorstellung unbehaglichen Schweigens alles andere als wohl. Besser erst mal in Ruhe lassen. Seufzend stieß er sich ab um nach Adrian oder dem Mädel, dass Ari geholt hatte, zu suchen.
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Adrian von Hohenfels
"Man sollte sie beide auf das nächste Schiff schicken und zurück nach Gerimor reisen lassen! Es kann ja kaum besser werden. Den Schlachter konnte ich noch eben beruhigen. Wenn ich keine Widergutmachung geleistet hätte, wäre Luca jetzt so gut wie verheiratet! Nein die Höhe der Leistung ist nun nicht wichtig. Es war tragbar. Wir mussten noch nicht unser neues Anwesen verpfänden. Wie es sich bei weiteren Küssen verhält, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Und nun auch noch die Prügelei, die in meinen Augen weit schwerer wiegt, das Mädchen wirkte jedenfalls alles andere als verletzt. Bestenfalls hat sie ein gebrochenes Herz, aber selbst dies schien mir nicht der Fall, eher bei diesem eifersüchtigen Bengel." Ja er war bei der Diskussion mit Darna wütend gewesen, auch wenn er sich gestehen musste, dass es weit mehr auf Viola war und die Habgier eines gewissen Schlachters, welcher aus einem kleinen Küsschen guten Gewinn gezogen hatte um sein Gemüt zu kühlen. Jungs probieren sich eben aus, aber um Temora's Willen, er würde diesen Satz nicht laut vor Darna äußern!
Sie würde die Standpauke übernehmen. Es war ja auch nicht so, als hätte er sonst nichts zu erledigen hier. Zur anstehenden Rundreise brachen sie jedoch dennoch gemeinsam auf, selbst wenn Darna's Miene hierbei alles andere innehatte, als die der glücklichen Mutter, welche ihren Gatten durch sein Lehen geleitete. Luca und Viola blieben zurück, unter den wachsamen Augen Cyrion's. Dass ausgerechnet in diesen Stunden, in welchen er Cyrion nicht wieder ausbremsen würde können, der Silberhaarige erneut auftauchen würde, vermochte er ja nicht zu erahnen.
Die Gespräche mit den Bürgern der Lehensteile Düsterbruch und Rhogan waren von bereits gewohnter distanzierter Freundlichkeit, zumindestens schlugen ihm keine Beschimpfungen entgegen und von Aaryon schien man an jedem Ort angetan. Der Kleine hatte seinen ganz eigenen Zauber und Charme - mit der richtigen Erziehung vermochte Aaryon möglicherweise ein tatsächlich beliebter Lehensführer zu werden. Er selbst konnte sich nur bemühen, seinen Ruf als Ehrenmann zu wahren und zu stärken, trotz allem noch vorhandenen Misstrauen, wider des Adelsstandes. Auf Rhogan interessierten ihn vor allem die guten Pferde. Auch wenn er es sich nicht eingestehen mochte. Garvagh wurde auch nicht jünger, nur sturer von Jahr zu Jahr. Ein junges, frisches Reittier würde irgendwann nötig sein, warum nicht die Qualität der Tiere seines nun eigenen Lehens und seine Zufriedenheit hierüber aufzeigen, indem er sich ein Reittier von hier kommen liess?
Als sie schließlich nach genossener Weinprobe zum Schloss zurückkehrten, wurde ihm sogleich ein Schreiben in die Hand gereicht, welches den bisher doch recht angenehmen Tag verdüsterte. Sogleich rief er Hudgarr, welcher jetzt seinen Abend hätte geniessen können zu sich und reichte ihm das Schreiben Rafael's. "Es scheint mir eine gute Entscheidung, dass wir von der Gezeiten auf die Freiheit wechseln bei unser Weiterreise. Ihr werdet die Gefahr, uns verfolgender Piraten allerdings dennoch bereits mit der Mannschaft der Freiheit durchsprechen. Und gebt in meinem Namen die Order aus, dass jeder Ortsfremde, der zu neugierige Fragen über den Lehnsherrn nebst Gefolge stellt, sogleich festzusetzen ist beziehungsweise sollte derlei schon geschehen sein, dies zu melden." Mit diesen Anweisungen sendete er Hudgarr auf den Weg und liess Cyrion zu sich rufen um von den Geschehnissen in ihrer Abwesenheit einen Bericht einzufordern.
Sie würde die Standpauke übernehmen. Es war ja auch nicht so, als hätte er sonst nichts zu erledigen hier. Zur anstehenden Rundreise brachen sie jedoch dennoch gemeinsam auf, selbst wenn Darna's Miene hierbei alles andere innehatte, als die der glücklichen Mutter, welche ihren Gatten durch sein Lehen geleitete. Luca und Viola blieben zurück, unter den wachsamen Augen Cyrion's. Dass ausgerechnet in diesen Stunden, in welchen er Cyrion nicht wieder ausbremsen würde können, der Silberhaarige erneut auftauchen würde, vermochte er ja nicht zu erahnen.
Die Gespräche mit den Bürgern der Lehensteile Düsterbruch und Rhogan waren von bereits gewohnter distanzierter Freundlichkeit, zumindestens schlugen ihm keine Beschimpfungen entgegen und von Aaryon schien man an jedem Ort angetan. Der Kleine hatte seinen ganz eigenen Zauber und Charme - mit der richtigen Erziehung vermochte Aaryon möglicherweise ein tatsächlich beliebter Lehensführer zu werden. Er selbst konnte sich nur bemühen, seinen Ruf als Ehrenmann zu wahren und zu stärken, trotz allem noch vorhandenen Misstrauen, wider des Adelsstandes. Auf Rhogan interessierten ihn vor allem die guten Pferde. Auch wenn er es sich nicht eingestehen mochte. Garvagh wurde auch nicht jünger, nur sturer von Jahr zu Jahr. Ein junges, frisches Reittier würde irgendwann nötig sein, warum nicht die Qualität der Tiere seines nun eigenen Lehens und seine Zufriedenheit hierüber aufzeigen, indem er sich ein Reittier von hier kommen liess?
Als sie schließlich nach genossener Weinprobe zum Schloss zurückkehrten, wurde ihm sogleich ein Schreiben in die Hand gereicht, welches den bisher doch recht angenehmen Tag verdüsterte. Sogleich rief er Hudgarr, welcher jetzt seinen Abend hätte geniessen können zu sich und reichte ihm das Schreiben Rafael's. "Es scheint mir eine gute Entscheidung, dass wir von der Gezeiten auf die Freiheit wechseln bei unser Weiterreise. Ihr werdet die Gefahr, uns verfolgender Piraten allerdings dennoch bereits mit der Mannschaft der Freiheit durchsprechen. Und gebt in meinem Namen die Order aus, dass jeder Ortsfremde, der zu neugierige Fragen über den Lehnsherrn nebst Gefolge stellt, sogleich festzusetzen ist beziehungsweise sollte derlei schon geschehen sein, dies zu melden." Mit diesen Anweisungen sendete er Hudgarr auf den Weg und liess Cyrion zu sich rufen um von den Geschehnissen in ihrer Abwesenheit einen Bericht einzufordern.
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Hudgarr Stolzenfels
- Beiträge: 6
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Hudgarr ging sofort mit der Order zum Schiff, wo er diese mündlich überbrachte. Einige der Matrosen meinten, sie würden keine Befehle von einem Leibwächter entgegen nehmen, welcher sich hinter seinem Herren verstecke, sobald ein Fleischer mit einem Messer komme.Nur mit sehr viel Mühe konnte sich Hudgarr zurückhalten, diese Matrosen nicht zu ersäufen. Doch ging er einfach wieder ins Schloss, mit den Worten: “Ich richte seiner Hoheit aus, dass ihr seine Anweisungen nicht gedenkt auszuführen“. Hudgarr hörte noch wie der Kapitän jene Matrosen zusammenstauchte, doch kochte er innerlich dermaßen vor Wut, dass er sich nun besser zurück zog. Im Schloss berichtete er Adrian noch von dem Vorfall und bedankte sich bei ihm bevor er fluchend sich in den Übungsräumen der Garde verkroch. Dort reagierte er sich an den Übungsgeräten und Puppen ab, welche danach leider nicht mehr zu gebrauchen waren
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Adrian von Hohenfels
Nachdenklich hatte er Hudgarr nachgeblickt und nur ein zynisches "Bitte gern" gen geschlossener Tür gemurmelt. Darna's Blick sprach Bände. "Nein ich geh ihm jetzt nicht nach, das erledige ich, wenn er sich beruhigt hat. Falls das noch möglich ist. Es gärte dennoch und die Nacht versprach wenig ruhigen Schlaf. Gleich am Morgen liess er Hudgarr zu sich kommen und wies ihn an, zu folgen. Die Schritte lenkte er gen der im Hafen liegenden "Freiheit", wo er dem Kapitän anordnete die Mannschaft Aufstellung nehmen zu lassen.
Während Hudgarr im Hintergrund das Geschehen mit ärgerlicher Miene verfolgte, schritt er gemächlich die Reihen ab, wobei seine Fingerkuppen in energischem Takt gegeneinanderschlugen. Ein jeder der Mannen wurde genauestens gemustert, während er schweigend an ihnen vorbeischritt. Schliesslich nahm er in Schiffsmitte Aufstellung, so dass ihn jeder gut sehen und hören konnte.
"Wie mir zu Ohren kam, gibt es Mannen an Bord, welche wenig Wert auf die Befolgung meiner Befehle legen und sich mit fadenscheinigen Begründungen herauszureden suchen. Um es zu verdeutlichen: Die Order meines, durch mich entsandten Leibwächters, ist zu behandeln als käme sie direkt aus meinem Munde. Wer der Meinung ist, er müsse über die Befolgung diskutieren, darf sich mit sofortiger Wirkung aus seinem Dienst entlassen sehen und verlasse das Schiff.
Wer meint, jetzt mit zurückhaltenden Schweigen zu glänzen, jedoch auf offener See bei durchaus möglichen Angriffen, beginnt aufzumerken er müsse anstatt Order zu befolgen, lieber das Schiff in Gefahr bringen, durch weitere Diskussionen, wer ihm etwas zu befehlen habe, wird dies bei nächster Gelegenheit sehr persönlich mit meinem offenbar nicht angemessen ernst genommenen Leibwächter in einem Waffengang ausdiskutieren können. Dies gilt im übrigen auch für einen jeden hier, der meint sich vor der Abreise entsprechend mit ihm in derartige Diskussionen stürzen zu müssen. Ich lasse sowohl der Mannschaft als auch ihm dahingehend freie Hand. Und nun erwarte ich die Vorbereitung des Schiffes zur Abreise in 2 Tagen. An die Arbeit!"
Nach Beendigung dieser Worte verliess er das Schiff in Gefolge Hudgarr's. Es würde sich noch weisen, ob sie es wagten, nochmals unangemessenes Handeln an den Tag zu legen. Dulden würde er es nicht einen Augenblick.
Während Hudgarr im Hintergrund das Geschehen mit ärgerlicher Miene verfolgte, schritt er gemächlich die Reihen ab, wobei seine Fingerkuppen in energischem Takt gegeneinanderschlugen. Ein jeder der Mannen wurde genauestens gemustert, während er schweigend an ihnen vorbeischritt. Schliesslich nahm er in Schiffsmitte Aufstellung, so dass ihn jeder gut sehen und hören konnte.
"Wie mir zu Ohren kam, gibt es Mannen an Bord, welche wenig Wert auf die Befolgung meiner Befehle legen und sich mit fadenscheinigen Begründungen herauszureden suchen. Um es zu verdeutlichen: Die Order meines, durch mich entsandten Leibwächters, ist zu behandeln als käme sie direkt aus meinem Munde. Wer der Meinung ist, er müsse über die Befolgung diskutieren, darf sich mit sofortiger Wirkung aus seinem Dienst entlassen sehen und verlasse das Schiff.
Wer meint, jetzt mit zurückhaltenden Schweigen zu glänzen, jedoch auf offener See bei durchaus möglichen Angriffen, beginnt aufzumerken er müsse anstatt Order zu befolgen, lieber das Schiff in Gefahr bringen, durch weitere Diskussionen, wer ihm etwas zu befehlen habe, wird dies bei nächster Gelegenheit sehr persönlich mit meinem offenbar nicht angemessen ernst genommenen Leibwächter in einem Waffengang ausdiskutieren können. Dies gilt im übrigen auch für einen jeden hier, der meint sich vor der Abreise entsprechend mit ihm in derartige Diskussionen stürzen zu müssen. Ich lasse sowohl der Mannschaft als auch ihm dahingehend freie Hand. Und nun erwarte ich die Vorbereitung des Schiffes zur Abreise in 2 Tagen. An die Arbeit!"
Nach Beendigung dieser Worte verliess er das Schiff in Gefolge Hudgarr's. Es würde sich noch weisen, ob sie es wagten, nochmals unangemessenes Handeln an den Tag zu legen. Dulden würde er es nicht einen Augenblick.
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Viola Ser´Rhal
Das Wetter war die letzten Tage wieder etwas schöner geworden, der Himmel klarte auf und die Sonne ließ sich wieder öfters blicken. Viola selbst interessierte es wenig, sie saß immer noch in ihrem Zimmer, welches sie immer noch nicht verlassen hatte. Jeglich um sich ab und an kurz die Beine zu vertreten oder sich etwas zu Essen zu holen, oder die Notdurft am Donnerbalken zu verrichten, verließ sie die vier Wände, und sie würde stur bleiben. Sie hatte bereits Erfahrungen damit wie es ist, nicht großartig irgendwohin zu können, die Zeit die sie damals im Kloster absitzen musste war ein Musterbeispiel für solche Momente und sie würde auch diesmal beharrlich bleiben, sie würde sich auf keinen Fall die Blöße geben und einen „Erwachsenen“ fragen ob er sie mit hinaus begleitete, lieber verbrachte sie den ganzen Tag damit im Zimmer zu sitzen.
Heute war es nicht anders, sie hatte sich an den kleinen Schreibtisch gesetzt der im Zimmer stand und hatte ein Buch vor sich, in welches sie schrieb. Sie hatte schon lange nicht mehr Tagebuch geführt und sie nutzte die Zeit um eben jenes nachzuholen. Kurz wurde sie unterbrochen, als eine Magd eintrat um die Decken mitzunehmen und zu waschen. Für einen kurzen Moment hielt sie inne und sah Viola an, sie war sicher nicht viel älter als die Magd, welche nun fast schon mütterlich den Kopf schüttelte.
„Ihr seid immer noch so stur und sitzt nur hier drin?“ fragte sie während sie gerade eine Decke zusammenfaltete. „Ja, ich bin immer noch so stur und ich werd es auch bleiben bis wir Drachenfels verlassen.“ erwiderte Viola schlicht und widmete sich wieder ihrem Buch, doch die Magd schien irgendwie nicht wirklich vom Thema ablassen zu wollen. „Wisst ihr, Drachenfels ist so schön, ihr könntet euch ja einige der schöneren Ecken ansehen … nur weil ihr etwas Begleitung dafür mitnehmen sollt.“ Aha, es hatte sich also bereits herumgesprochen wieso Viola genau nicht ihr Zimmer verließ. „Lasst das mal meine Sorge sein ob ich mir die Blöße gebe und auf sowas eingehe oder nicht“ antwortete sie nur knapp und hoffte damit das Gespräch endlich beendet zu haben … aber natürlich nicht. „Wisst ihr, ihr habt euch das ja selbst zuzuschreiben. So ein rüpelhaftes Benehmen gehört sich nicht für eine Dame, schon gar nicht für eine in Begleitung eines Grafen.“
Viola kneifte die Augen zusammen, die Feder verzog auf der Seite enorm und sie atmete hörbar durch, DAS war genug. Sie drehte sich um und funkelte die Magd an „Wieso glaubt hier eigentlich jeder, egal ob seine Hoheit, ob die Freiherrin oder eine dahergelaufene Magd, die nichts besseres zu tun hat, als irgendwelchem Tratsch zu lauschen, über mich urteilen zu können, ohne dass sie wissen was überhaupt passiert ist?!“ Viola wurde nicht wirklich viel lauter aber ihr Ton hatte sich entsprechend verändert und die Magd starrte sie fassungslos an. „Woher wisst ihr das denn? Wohl nur von einer eurer anderen Freundinnen die irgendwas aufgeschnappt hat und sich wahrscheinlich noch irgendeinen Mist dazugereimt hat. Wenn ihr was dazu wissen wollt, wie wäre es, wenn ihr mich fragt bevor ihr euch die Frechheit erlaubt, mich als rüpelhaftes Gör abzustempeln? Nur zu eurer Information, ich hab diesem Kerl die Nase gebrochen weil er meine Schwester, meine TOTE Schwester, mit einer Hure gleichgesetzt hat, und niemand, absolut NIEMAND spricht so über die Toten. Hätte er nur mich so beschimpft, ginge es ihm jetzt besser. So nun wisst ihr es, macht euch euer eigenes Bild und lasst mich in Ruhe!“
Die Magd hatte nichts mehr darauf erwidert, ihre Gesichtsfarbe war von aschfahl über puterrot bis hin zu einem verlegenen Rosa gewechselt und dann hatte sie sich die Decke geschnappt und war gegangen. Innerlich beglückwünschte sich Viola zu dem nächsten Ärger den sie sich wahrscheinlich eingehandelt hatte, aber sie hatte die Nase voll. Sollte Darna sie doch in Elbenau in irgendeinen Schuppen sperren oder auf ein Zimmer, es gab Grenzen und wenn sich nun auch die Belegschaft anfing über Viola das Maul zu zerreißen, dann war dieser Punkt eindeutig überschritten. Ein letzter tiefer Atemzug, ehe sie sich wieder ihrem Tagebuch widmete und auf den nahenden Donner wartete. Sie war sich sicher, er würde kommen … es wäre ja mal wieder typisch.
Heute war es nicht anders, sie hatte sich an den kleinen Schreibtisch gesetzt der im Zimmer stand und hatte ein Buch vor sich, in welches sie schrieb. Sie hatte schon lange nicht mehr Tagebuch geführt und sie nutzte die Zeit um eben jenes nachzuholen. Kurz wurde sie unterbrochen, als eine Magd eintrat um die Decken mitzunehmen und zu waschen. Für einen kurzen Moment hielt sie inne und sah Viola an, sie war sicher nicht viel älter als die Magd, welche nun fast schon mütterlich den Kopf schüttelte.
„Ihr seid immer noch so stur und sitzt nur hier drin?“ fragte sie während sie gerade eine Decke zusammenfaltete. „Ja, ich bin immer noch so stur und ich werd es auch bleiben bis wir Drachenfels verlassen.“ erwiderte Viola schlicht und widmete sich wieder ihrem Buch, doch die Magd schien irgendwie nicht wirklich vom Thema ablassen zu wollen. „Wisst ihr, Drachenfels ist so schön, ihr könntet euch ja einige der schöneren Ecken ansehen … nur weil ihr etwas Begleitung dafür mitnehmen sollt.“ Aha, es hatte sich also bereits herumgesprochen wieso Viola genau nicht ihr Zimmer verließ. „Lasst das mal meine Sorge sein ob ich mir die Blöße gebe und auf sowas eingehe oder nicht“ antwortete sie nur knapp und hoffte damit das Gespräch endlich beendet zu haben … aber natürlich nicht. „Wisst ihr, ihr habt euch das ja selbst zuzuschreiben. So ein rüpelhaftes Benehmen gehört sich nicht für eine Dame, schon gar nicht für eine in Begleitung eines Grafen.“
Viola kneifte die Augen zusammen, die Feder verzog auf der Seite enorm und sie atmete hörbar durch, DAS war genug. Sie drehte sich um und funkelte die Magd an „Wieso glaubt hier eigentlich jeder, egal ob seine Hoheit, ob die Freiherrin oder eine dahergelaufene Magd, die nichts besseres zu tun hat, als irgendwelchem Tratsch zu lauschen, über mich urteilen zu können, ohne dass sie wissen was überhaupt passiert ist?!“ Viola wurde nicht wirklich viel lauter aber ihr Ton hatte sich entsprechend verändert und die Magd starrte sie fassungslos an. „Woher wisst ihr das denn? Wohl nur von einer eurer anderen Freundinnen die irgendwas aufgeschnappt hat und sich wahrscheinlich noch irgendeinen Mist dazugereimt hat. Wenn ihr was dazu wissen wollt, wie wäre es, wenn ihr mich fragt bevor ihr euch die Frechheit erlaubt, mich als rüpelhaftes Gör abzustempeln? Nur zu eurer Information, ich hab diesem Kerl die Nase gebrochen weil er meine Schwester, meine TOTE Schwester, mit einer Hure gleichgesetzt hat, und niemand, absolut NIEMAND spricht so über die Toten. Hätte er nur mich so beschimpft, ginge es ihm jetzt besser. So nun wisst ihr es, macht euch euer eigenes Bild und lasst mich in Ruhe!“
Die Magd hatte nichts mehr darauf erwidert, ihre Gesichtsfarbe war von aschfahl über puterrot bis hin zu einem verlegenen Rosa gewechselt und dann hatte sie sich die Decke geschnappt und war gegangen. Innerlich beglückwünschte sich Viola zu dem nächsten Ärger den sie sich wahrscheinlich eingehandelt hatte, aber sie hatte die Nase voll. Sollte Darna sie doch in Elbenau in irgendeinen Schuppen sperren oder auf ein Zimmer, es gab Grenzen und wenn sich nun auch die Belegschaft anfing über Viola das Maul zu zerreißen, dann war dieser Punkt eindeutig überschritten. Ein letzter tiefer Atemzug, ehe sie sich wieder ihrem Tagebuch widmete und auf den nahenden Donner wartete. Sie war sich sicher, er würde kommen … es wäre ja mal wieder typisch.
Zuletzt geändert von Viola Ser´Rhal am Dienstag 6. Oktober 2009, 14:14, insgesamt 3-mal geändert.
- Liliana van Drachenfels
- Beiträge: 723
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Zwischenspiel..
Es waren wenige Nächte und Tage, die noch bis zur Abreise blieben. Was genau ihn geweckt hatte, vermochte Adrian zunächst nicht zu sagen. Es war tiefe Nacht, lediglich der fast volle Mond sorgte für etwas Helligkeit im Zimmer. Stille herrschte im Zimmer, Ruhe im Schloß. Auch Darna und Aaryon schienen tief und fest zu schlafen. Oder? Er hörte nichts aus der Richtung des kleinen Bettes wenige Meter entfernt und stand leise auf, um einen Blick auf den Sohn zu werfen.
"Ein Wächter, wahrlich", hörte er plötzlich die Stimme, ohne daß ein Laut von außen erklungen wäre und sein Kopf ruckte herum, um die Quelle auszumachen. Erst durch das Fenster blickend konnte Adrian endlich sehen, wie draußen auf einer Turmzinne, zu der es eigentlich keinen Zugang gab, ein Mann mit silberhellen Haaren stand und in die Richtung seines Zimmers blickte. Der Fremde nutzte einen Teil der Dachverzierung, um nicht schon von der erstbesten Wache gesichtet zu werden. "Es ist Zeit, miteinander zu sprechen. Öffne das Fenster, als wollest du bloß frische Luft." Nach einigem verwirrten Innehalten der Anweisung folgend, wurde noch ein beunruhigter Blick gen Bett geworfen, doch Frau und Kind schliefen weiter. Zurück zum Turm sehend konnte er gerade noch beobachten, wie dort, wo eben noch der Mann stand, eine auffällig hellgraue Taube auf der Zinne saß. Als sie sich in die Luft erhob, verschwand auch diese plötzlich. Was sollte das jetzt?
Noch während er einzuschätzen versuchte, was nun passieren solle, hörte er dicht vor dem Fenster bereits das Flattern von gefiederten Flügeln und wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Auf dem Fensterbrett drinnen wurde kurz darauf die Taube sichtbar und ließ sich nahezu lautlos auf den Tisch gleiten. "Du kannst das Fenster schließen." Wieder war kein Geräusch einer normalen Stimme zu hören, doch es war eindeutig, woher sie kam und wer das hier war. Noch ein Hüpfer, und der Vogel saß auf dem Boden. Miteinander sprechen? Hier? Was Darna wohl denken würde, wenn sie aufwachte und sah, daß sich Adrian nachts mit einer Taube mitten im Schlafzimmer unterhielt? ... Oder daß der Fremde, in dem auch sie den Drachen vermutete, nun hier vor ihrem Bett stand?
Der Silberne drehte den Kopf zu den schlafenden Menschen. Adrian wusste nicht so recht, was er sagen sollte, doch da hörte er schon wieder diese klare, saubere Männerstimme in seinem Kopf: "Wir reden in meinem Hort. Sie sollen hier schlafen."
"Was, wenn sie aufwacht?", flüsterte Adrian nun leise. Einen Moment stand der Silberne reglos. "Das werden beide nicht, bevor du zurück bist." Er trat an die Wiege, sah den Knaben länger an. Adrian blieb dicht bei ihm. "Er wird deine Aufgaben haben, wenn dein Leben vorbei ist?" Was sollte er von dieser Frage halten? "Ja, er ist mein Erbe", erwiderte er schließlich langsam, behielt das Gesicht des Silbernen genau im Blick.
Es gab nichts, was der Mimik zu entnehmen war, bis auf das Nicken, und damit ging er nahezu lautlos hinter einen hölzernen Paravent, wo es nochmal etwas heller wurde, als sich ein silbrig ovales Portal öffnete. Zumindest diese Form von Magie war Adrian nicht fremd. Nur was er von der Stimme in seinem Kopf halten sollte, wusste er noch nicht recht. Auf eine einladende Geste hin trat der Graf in die ovale Scheibe und verließ damit das Schloß.
Auf der anderen Seite umgab ihn sofort Bergfrische und eine Erkenntnis stellte sich ein: "Ich hätte mir vorher was anderes als das Nachthemd anziehen sollen." Spätestens nun erwies sich auch, daß der Drache doch recht wenig vom menschlichen Empfinden zu verstehen schien, denn es machte ganz den Eindruck, als störe ihn das nicht im Geringsten. Bereuend sah Adrian auf die Kleidung des Silbernen, die durchaus alltagstauglich schien, aber mit der Verwandlung in die wahre Gestalt des Wesens restlos verschwand. Sollte er sein Problem ansprechen? Ihm wurde jetzt schon bitter kalt.
Ein weiterer Wesenszug dieses Silberdrachen schien, daß er nicht lange unnötig irgendwo herumstand, oder vermochte er doch einzuschätzen, daß dieses kurzlebige Wesen neben ihm aus der Kälte raus musste? Die Zielstrebigkeit erinnerte Adrian an seine Gattin, so daß sich ein weiterer Gedanke einschlich: "Ich sollte bei nächster Gelegenheit die Ahnenreihe Darnas auf die Einbindung von Silberdrachen prüfen." Des Drachen Hort mochte unterhalb eines Berggipfels liegen, und vermutlich war die Aussicht fantastisch, wenn man mehr sah als die paar nächsten vom Mondlicht beschienenen Klüfte. Noch einmal verfing sich das Licht des Gestirns glänzend auf den silbernen Schuppen, als der Drache in den Gang zu seiner Höhle verschwand und Adrian ihm folgte.
Der Wind nahm ab, und es wurde etwas wärmer, bis sich der Eindruck ergab, daß er hier wenigstens nicht erfrieren würde. Sie gelangten zu einer geräumigen Höhle mit mehreren tiefen Buchten und einem weiteren Gang tiefer in den Fels. Hier schien der Drache bleiben zu wollen. Adrian sah sich um. Von Goldhaufen war hier nichts zu sehen, doch offensichtlich war der Ort für einen Besuch vorbereitet: Rund um einen Felsbrocken, der passend geformt schien, einem Menschen als Sitzgelegenheit zu dienen, war eine breitere Fläche aus trockenem Moos ausgebreitet, und auf dem Stein lag sogar ein Kissen, edel genug bestickt, um doch wieder das Klischee zu bewahrheiten, daß Drachen zum Sammeln kostbarerer Gegenstände der Menschen neigten. Auch ein silbernes verziertes Tablett mit ein paar Gläsern und einer Weinkaraffe stand bereit. Der Wein erwies sich als die Sorte, die Adrian bevorzugt auf dem Fest getrunken hatte.
Der Drache beobachtete ihn und begab sich mit einem knappen "Warte hier" in eine der seitlichen Buchten, verschwand halb hinter dem Fels, man hörte irgend etwas metallen scheppern, als fielen alte Rüstungsteile durcheinander und der Geschuppte kehrte mit einem wetterfesten, weiten Umhang zurück, der gut gegen die Kälte war und nur an den Seiten einen Riß und ein leicht angesengtes Loch hatte. Vielleicht gab es auch hier fremde Drachenjäger, die wahnsinnig genug waren, einem Silberdrachen ans Leben zu wollen.
Endlich setzte der Drache an, mit normal zu hörender Stimme zu sprechen: "Jene unserer Art, die auf Gerimor und im Eise Fuachteros leben, werden Seline und Slain gerufen. Als solcher Name sei der meine Silcur." Eine Pause entstand, während der Adrian abwartend betrachtet wurde. Es stellte sich in dem entstehenden Gespräch heraus, daß Silcur offenbar um die Geschichte von dem Angriff auf Slain und Adrians Aufgabe wusste, nicht nur von der Familie van Drachenfels, sondern auch von Slain selber. Die Stimmung wurde ein wenig gelöster, als der Drache nach Slain ähnlich wie nach einem alten Bekannten fragte, von dem man lange nichts gehört hatte. Der Eindruck von der Zielstrebigkeit Silcurs blieb jedoch bestehen. Der Drache begehrte zu wissen, wie Adrian zu der Insel hier stand, wie er die Geschicke und Menschen zu führen gedachte, und die Fragen wurden auch bohrend und schonungslos, als er wissen wollte, warum Adrian nicht direkt an der Befreiung der Insel von dem Tyrannen mitgewirkt hatte. Auch zeigte er sich interessiert daran, wie die Vergabe von Lehen innerhalb des Reiches geregelt wurde, wie es aus politischer Sicht zu dem Aufstieg und Umsturz des Tyrannen kommen konnte.
Es sollte später wenig überraschen, als Silcur kühl bemerkte: "Menschen kommen und gehen, und der Sohn ist wieder anders als der Vater. Nichts in eurem Volke scheint mir von Bestand, was euer Sinnen angeht." Der Drache richtete sich auf seine Vorderbeine gestützt auf, fasste den Grafen ins Auge. "Doch Slain vermachte dir etwas in dem Glauben, es werde von Dauer sein. Ich will Beständigkeit für dies, was sie Drachenfels nennen und was davon Teil von mir ist. In fünfzehn eurer Jahre will ich erneut ermessen, was von deinen Worten noch gilt und wie viel von deinem Sinnen für deinen Sohn gilt." Silcur verfiel in Schweigen, und nach Adrians Antwort richtete sich sein Blick unbestimmt gen Ausgang. "Die Sonne naht, und was ich sprach, will ich halten. Es ist Zeit, daß du zurückkehrst zu jenen, die noch schlafen."
Er bedeutete Adrian, den Umhang zu behalten, und erneut bemühte er ein Portal, um für sich und Adrian die Strecke zurück zum Schloß zu verkürzen. Der Endpunkt dieser Reise lag jedoch deutlich außerhalb der Stadt kurz hinter dem Rand eines Wäldchens. Silcur schaute zu den Mauern des Ortes. "Ich kann dir anbieten, auf dem Rücken eines Pferdes zu den Deinen zu gelangen, oder in meiner Begleitung uns beide ungesehen bis dorthin zu bringen, wo ich Türen nicht mehr unbeobachtet zu öffnen vermag."
Adrian schüttelte den Kopf und antwortete: "Ich werde dich nicht bitten als seist du mein Diener, wo es doch umgekehrt ist, mich weiter zu bringen als du es schon tatest. Wohler wäre mir allerdings ob meines hochherrschaftlichen Gewandes, wenn ich ungesehen zurückkehren könnte."
Es schien das erste Mal, als würde die Antwort Adrians den Silberdrachen belustigen. "Ich werde das nächste Mal bedenken, wenn ich deinesgleichen mitnehme, darauf zu achten, wie geeignet eure schutzlose Haut gerade verdeckt ist." Er gesellte sich an Adrians Seite, verharrte einen Moment schweigend, ehe er sich in einer Geschwindigkeit in Bewegung setzte, mit der Adrian leicht gleichmäßig Schritt halten konnte. Kein Wort verließ seit diesem Moment mehr seine Lippen oder erklang in Adrians Kopf, es schien daß der Drache sich vollständig darauf konzentrieren musste, sie beide unsichtbar zu lassen. Es war machmal nicht leicht, barfuß über den Boden der Stadt zu kommen, doch sie gelangten an den verschiedenen Menschen vorbei, die schon im Licht der zum Horizont steigenden Sonne begannen, ihrem Tagwerk nachzugehen.
Das Schloßtor stellte ständig bewacht eine der Hürden dar, die Silcur in dieser Form nicht überwinden konnte, doch führte er Adrian zu den Seiteneingängen der Dienstboten, und mit etwas Geduld und Geschick gelang es, bei einer größeren Lieferung für die Küche mit hindurch zu schlüpfen. Irgendwo innerhalb des Schloßes in einem gerade nicht beachteten Winkel der Korridore war es dann Zeit, sich mit wenigen Worten zu verabschieden.
"Ein Wächter, wahrlich", hörte er plötzlich die Stimme, ohne daß ein Laut von außen erklungen wäre und sein Kopf ruckte herum, um die Quelle auszumachen. Erst durch das Fenster blickend konnte Adrian endlich sehen, wie draußen auf einer Turmzinne, zu der es eigentlich keinen Zugang gab, ein Mann mit silberhellen Haaren stand und in die Richtung seines Zimmers blickte. Der Fremde nutzte einen Teil der Dachverzierung, um nicht schon von der erstbesten Wache gesichtet zu werden. "Es ist Zeit, miteinander zu sprechen. Öffne das Fenster, als wollest du bloß frische Luft." Nach einigem verwirrten Innehalten der Anweisung folgend, wurde noch ein beunruhigter Blick gen Bett geworfen, doch Frau und Kind schliefen weiter. Zurück zum Turm sehend konnte er gerade noch beobachten, wie dort, wo eben noch der Mann stand, eine auffällig hellgraue Taube auf der Zinne saß. Als sie sich in die Luft erhob, verschwand auch diese plötzlich. Was sollte das jetzt?
Noch während er einzuschätzen versuchte, was nun passieren solle, hörte er dicht vor dem Fenster bereits das Flattern von gefiederten Flügeln und wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Auf dem Fensterbrett drinnen wurde kurz darauf die Taube sichtbar und ließ sich nahezu lautlos auf den Tisch gleiten. "Du kannst das Fenster schließen." Wieder war kein Geräusch einer normalen Stimme zu hören, doch es war eindeutig, woher sie kam und wer das hier war. Noch ein Hüpfer, und der Vogel saß auf dem Boden. Miteinander sprechen? Hier? Was Darna wohl denken würde, wenn sie aufwachte und sah, daß sich Adrian nachts mit einer Taube mitten im Schlafzimmer unterhielt? ... Oder daß der Fremde, in dem auch sie den Drachen vermutete, nun hier vor ihrem Bett stand?
Der Silberne drehte den Kopf zu den schlafenden Menschen. Adrian wusste nicht so recht, was er sagen sollte, doch da hörte er schon wieder diese klare, saubere Männerstimme in seinem Kopf: "Wir reden in meinem Hort. Sie sollen hier schlafen."
"Was, wenn sie aufwacht?", flüsterte Adrian nun leise. Einen Moment stand der Silberne reglos. "Das werden beide nicht, bevor du zurück bist." Er trat an die Wiege, sah den Knaben länger an. Adrian blieb dicht bei ihm. "Er wird deine Aufgaben haben, wenn dein Leben vorbei ist?" Was sollte er von dieser Frage halten? "Ja, er ist mein Erbe", erwiderte er schließlich langsam, behielt das Gesicht des Silbernen genau im Blick.
Es gab nichts, was der Mimik zu entnehmen war, bis auf das Nicken, und damit ging er nahezu lautlos hinter einen hölzernen Paravent, wo es nochmal etwas heller wurde, als sich ein silbrig ovales Portal öffnete. Zumindest diese Form von Magie war Adrian nicht fremd. Nur was er von der Stimme in seinem Kopf halten sollte, wusste er noch nicht recht. Auf eine einladende Geste hin trat der Graf in die ovale Scheibe und verließ damit das Schloß.
Auf der anderen Seite umgab ihn sofort Bergfrische und eine Erkenntnis stellte sich ein: "Ich hätte mir vorher was anderes als das Nachthemd anziehen sollen." Spätestens nun erwies sich auch, daß der Drache doch recht wenig vom menschlichen Empfinden zu verstehen schien, denn es machte ganz den Eindruck, als störe ihn das nicht im Geringsten. Bereuend sah Adrian auf die Kleidung des Silbernen, die durchaus alltagstauglich schien, aber mit der Verwandlung in die wahre Gestalt des Wesens restlos verschwand. Sollte er sein Problem ansprechen? Ihm wurde jetzt schon bitter kalt.
Ein weiterer Wesenszug dieses Silberdrachen schien, daß er nicht lange unnötig irgendwo herumstand, oder vermochte er doch einzuschätzen, daß dieses kurzlebige Wesen neben ihm aus der Kälte raus musste? Die Zielstrebigkeit erinnerte Adrian an seine Gattin, so daß sich ein weiterer Gedanke einschlich: "Ich sollte bei nächster Gelegenheit die Ahnenreihe Darnas auf die Einbindung von Silberdrachen prüfen." Des Drachen Hort mochte unterhalb eines Berggipfels liegen, und vermutlich war die Aussicht fantastisch, wenn man mehr sah als die paar nächsten vom Mondlicht beschienenen Klüfte. Noch einmal verfing sich das Licht des Gestirns glänzend auf den silbernen Schuppen, als der Drache in den Gang zu seiner Höhle verschwand und Adrian ihm folgte.
Der Wind nahm ab, und es wurde etwas wärmer, bis sich der Eindruck ergab, daß er hier wenigstens nicht erfrieren würde. Sie gelangten zu einer geräumigen Höhle mit mehreren tiefen Buchten und einem weiteren Gang tiefer in den Fels. Hier schien der Drache bleiben zu wollen. Adrian sah sich um. Von Goldhaufen war hier nichts zu sehen, doch offensichtlich war der Ort für einen Besuch vorbereitet: Rund um einen Felsbrocken, der passend geformt schien, einem Menschen als Sitzgelegenheit zu dienen, war eine breitere Fläche aus trockenem Moos ausgebreitet, und auf dem Stein lag sogar ein Kissen, edel genug bestickt, um doch wieder das Klischee zu bewahrheiten, daß Drachen zum Sammeln kostbarerer Gegenstände der Menschen neigten. Auch ein silbernes verziertes Tablett mit ein paar Gläsern und einer Weinkaraffe stand bereit. Der Wein erwies sich als die Sorte, die Adrian bevorzugt auf dem Fest getrunken hatte.
Der Drache beobachtete ihn und begab sich mit einem knappen "Warte hier" in eine der seitlichen Buchten, verschwand halb hinter dem Fels, man hörte irgend etwas metallen scheppern, als fielen alte Rüstungsteile durcheinander und der Geschuppte kehrte mit einem wetterfesten, weiten Umhang zurück, der gut gegen die Kälte war und nur an den Seiten einen Riß und ein leicht angesengtes Loch hatte. Vielleicht gab es auch hier fremde Drachenjäger, die wahnsinnig genug waren, einem Silberdrachen ans Leben zu wollen.
Endlich setzte der Drache an, mit normal zu hörender Stimme zu sprechen: "Jene unserer Art, die auf Gerimor und im Eise Fuachteros leben, werden Seline und Slain gerufen. Als solcher Name sei der meine Silcur." Eine Pause entstand, während der Adrian abwartend betrachtet wurde. Es stellte sich in dem entstehenden Gespräch heraus, daß Silcur offenbar um die Geschichte von dem Angriff auf Slain und Adrians Aufgabe wusste, nicht nur von der Familie van Drachenfels, sondern auch von Slain selber. Die Stimmung wurde ein wenig gelöster, als der Drache nach Slain ähnlich wie nach einem alten Bekannten fragte, von dem man lange nichts gehört hatte. Der Eindruck von der Zielstrebigkeit Silcurs blieb jedoch bestehen. Der Drache begehrte zu wissen, wie Adrian zu der Insel hier stand, wie er die Geschicke und Menschen zu führen gedachte, und die Fragen wurden auch bohrend und schonungslos, als er wissen wollte, warum Adrian nicht direkt an der Befreiung der Insel von dem Tyrannen mitgewirkt hatte. Auch zeigte er sich interessiert daran, wie die Vergabe von Lehen innerhalb des Reiches geregelt wurde, wie es aus politischer Sicht zu dem Aufstieg und Umsturz des Tyrannen kommen konnte.
Es sollte später wenig überraschen, als Silcur kühl bemerkte: "Menschen kommen und gehen, und der Sohn ist wieder anders als der Vater. Nichts in eurem Volke scheint mir von Bestand, was euer Sinnen angeht." Der Drache richtete sich auf seine Vorderbeine gestützt auf, fasste den Grafen ins Auge. "Doch Slain vermachte dir etwas in dem Glauben, es werde von Dauer sein. Ich will Beständigkeit für dies, was sie Drachenfels nennen und was davon Teil von mir ist. In fünfzehn eurer Jahre will ich erneut ermessen, was von deinen Worten noch gilt und wie viel von deinem Sinnen für deinen Sohn gilt." Silcur verfiel in Schweigen, und nach Adrians Antwort richtete sich sein Blick unbestimmt gen Ausgang. "Die Sonne naht, und was ich sprach, will ich halten. Es ist Zeit, daß du zurückkehrst zu jenen, die noch schlafen."
Er bedeutete Adrian, den Umhang zu behalten, und erneut bemühte er ein Portal, um für sich und Adrian die Strecke zurück zum Schloß zu verkürzen. Der Endpunkt dieser Reise lag jedoch deutlich außerhalb der Stadt kurz hinter dem Rand eines Wäldchens. Silcur schaute zu den Mauern des Ortes. "Ich kann dir anbieten, auf dem Rücken eines Pferdes zu den Deinen zu gelangen, oder in meiner Begleitung uns beide ungesehen bis dorthin zu bringen, wo ich Türen nicht mehr unbeobachtet zu öffnen vermag."
Adrian schüttelte den Kopf und antwortete: "Ich werde dich nicht bitten als seist du mein Diener, wo es doch umgekehrt ist, mich weiter zu bringen als du es schon tatest. Wohler wäre mir allerdings ob meines hochherrschaftlichen Gewandes, wenn ich ungesehen zurückkehren könnte."
Es schien das erste Mal, als würde die Antwort Adrians den Silberdrachen belustigen. "Ich werde das nächste Mal bedenken, wenn ich deinesgleichen mitnehme, darauf zu achten, wie geeignet eure schutzlose Haut gerade verdeckt ist." Er gesellte sich an Adrians Seite, verharrte einen Moment schweigend, ehe er sich in einer Geschwindigkeit in Bewegung setzte, mit der Adrian leicht gleichmäßig Schritt halten konnte. Kein Wort verließ seit diesem Moment mehr seine Lippen oder erklang in Adrians Kopf, es schien daß der Drache sich vollständig darauf konzentrieren musste, sie beide unsichtbar zu lassen. Es war machmal nicht leicht, barfuß über den Boden der Stadt zu kommen, doch sie gelangten an den verschiedenen Menschen vorbei, die schon im Licht der zum Horizont steigenden Sonne begannen, ihrem Tagwerk nachzugehen.
Das Schloßtor stellte ständig bewacht eine der Hürden dar, die Silcur in dieser Form nicht überwinden konnte, doch führte er Adrian zu den Seiteneingängen der Dienstboten, und mit etwas Geduld und Geschick gelang es, bei einer größeren Lieferung für die Küche mit hindurch zu schlüpfen. Irgendwo innerhalb des Schloßes in einem gerade nicht beachteten Winkel der Korridore war es dann Zeit, sich mit wenigen Worten zu verabschieden.

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Cyrion Sha´Ar
Ein leises "Koorrrr" weckte ihn. Sein Schlaf war nur leicht gewesen, wie immer, wenn er in Alarmzustand war. Und das leise Kraechzen ueber dem Rahmen seines offenen Fensters, das durch dieses drang, reichte, ihn zu wecken.
Sich die Augen reibend und die warmen Decken zurueck schlagend, fragte er sich, was es war, das zu dieser Nachtschlafenden Zeit den Raben weckte...
Leicht rieb er sich die Arme, waehrend er die zwei Schritte zum Fenster ging. Es war frisch. Herbstluft lag feucht und kalt im Zimmer und fuehlte sich klamm auf seiner Brust an, waehrend er sich vorbeugte und, eine Hand auf den Holzrahmen gestuetzt, den Kopf nach oben drehte, um seinen Raben zu beaeugen. Was hatte ihn veranlasst, zu rufen? Nicht im Alarm, sondern eher schlaefrig gruessend, wie wenn er, Cyrion, nachts bei sich zu Hause auf den Turmausguck stieg und die naechtliche Welt beobachtete.
Wieder kraechzte der Rabe leicht, in dieser gruessenden Art, als er zu Cyrion runter blickte. Dieser indes blickte zur Seite; in die Richtung, in die der Rabe vorher gelunst hatte. Er stutzte einen Moment, blinzelte, als er nichts ausmachen konnte, was den Raben stoeren konnte... Da waren nur Zinnen und das Dach eines kleinen Turms.
Und doch... Die Augen verengend, blickte er im schwachen Licht herueber... Nein, da war nichts... Und doch stoerte ihn etwas, als waere etwas nicht so, wie es sein sollte...
Sich die wirren Straehnen reibend zog er den Kopf wieder ins Zimmer. Fing er jetzt an, Gespenster zu sehen? Er sollte wieder ins Bett gehen und schlafen. Brummend langte er nach seinem Hemd und dem Wams, um genau das nicht zu tun. Mochte er Muede sein - da war etwas, das ihn bewegte, doch weiter am Fenster Wache zu halten... dieses Etwas und das Kraechzen seines Raben... Das reiche Haar aus seinem Wams ziehend hoerte er, wie Nebenan ein Fenster geoeffnet wurde.
Einer von den beiden ist wach...
Ging es ihm durch den Kopf und er bewegte sich wieder zum Fenster um den Gedanken zu bestaetigen. Aye, das Fenster war offen. Ein Mundwinkel ruckte hoch, waehrend er sich wieder zurueck zog und nach seinen Socken griff. Ob es Adrian war, der ruhelos tigerte? Dann hatte Murelay ihn gehoert. Fluegel schluegen in die Luft, flatterten und er sah, wie Murelay hinein stob, fuer sich die altgewohnte rechtmaessige Sitzstange namens Schulter an Cyrions Person ein zu fordern.
Ein leises Seufzen, dann langte er hoch, den Raben zu streicheln. Dann eben keine Stiefel... was man nicht alles tat, um einen geliebten Freund nicht zu stoeren... Man fror sogar an den Fuessen.
Wieder bewegte er sich zur Tuere und blickte hinaus. Es wirkte friedlich. Sterne waren zu sehen. Der Mond hing hoch am Himmel, auch wenn er nur einen Teil davon sehen konnte, der rest verbarg sich hinter dem Dach. Wolken hatten ihn wieder frei gegeben und sein Blick gen der Zinnen nun klar.
Keine ungewoehnlichen Schatten.. Nichts, wie vorher auch. Und doch... was immer ihn gestoert haben mochte, schien nun nicht mehr dort zu sein. Einbildung...?
Sein Blick wanderte zur Seite, als er hoerte und dann sah, wie die Fenster geschlossen wurden. Die Gestalt, der Umriss, der sich kurz nur zeigte, wirkte wie Adrian.
Konnte er also nicht schlafen? Wieder mal?
Ein Mundwinkel hob sich leicht und er lehnte sich an die Wand, atmete ruhig und sich entspannend aus.
Schlafen konnte er eh nicht mehr. Konnte er genauso gut Wache halten. Er liess seinen Blick ueber die Dacher, Zinnen und Strassen wandern, waehrend er auf den Morgen wartete.
Sich die Augen reibend und die warmen Decken zurueck schlagend, fragte er sich, was es war, das zu dieser Nachtschlafenden Zeit den Raben weckte...
Leicht rieb er sich die Arme, waehrend er die zwei Schritte zum Fenster ging. Es war frisch. Herbstluft lag feucht und kalt im Zimmer und fuehlte sich klamm auf seiner Brust an, waehrend er sich vorbeugte und, eine Hand auf den Holzrahmen gestuetzt, den Kopf nach oben drehte, um seinen Raben zu beaeugen. Was hatte ihn veranlasst, zu rufen? Nicht im Alarm, sondern eher schlaefrig gruessend, wie wenn er, Cyrion, nachts bei sich zu Hause auf den Turmausguck stieg und die naechtliche Welt beobachtete.
Wieder kraechzte der Rabe leicht, in dieser gruessenden Art, als er zu Cyrion runter blickte. Dieser indes blickte zur Seite; in die Richtung, in die der Rabe vorher gelunst hatte. Er stutzte einen Moment, blinzelte, als er nichts ausmachen konnte, was den Raben stoeren konnte... Da waren nur Zinnen und das Dach eines kleinen Turms.
Und doch... Die Augen verengend, blickte er im schwachen Licht herueber... Nein, da war nichts... Und doch stoerte ihn etwas, als waere etwas nicht so, wie es sein sollte...
Sich die wirren Straehnen reibend zog er den Kopf wieder ins Zimmer. Fing er jetzt an, Gespenster zu sehen? Er sollte wieder ins Bett gehen und schlafen. Brummend langte er nach seinem Hemd und dem Wams, um genau das nicht zu tun. Mochte er Muede sein - da war etwas, das ihn bewegte, doch weiter am Fenster Wache zu halten... dieses Etwas und das Kraechzen seines Raben... Das reiche Haar aus seinem Wams ziehend hoerte er, wie Nebenan ein Fenster geoeffnet wurde.
Einer von den beiden ist wach...
Ging es ihm durch den Kopf und er bewegte sich wieder zum Fenster um den Gedanken zu bestaetigen. Aye, das Fenster war offen. Ein Mundwinkel ruckte hoch, waehrend er sich wieder zurueck zog und nach seinen Socken griff. Ob es Adrian war, der ruhelos tigerte? Dann hatte Murelay ihn gehoert. Fluegel schluegen in die Luft, flatterten und er sah, wie Murelay hinein stob, fuer sich die altgewohnte rechtmaessige Sitzstange namens Schulter an Cyrions Person ein zu fordern.
Ein leises Seufzen, dann langte er hoch, den Raben zu streicheln. Dann eben keine Stiefel... was man nicht alles tat, um einen geliebten Freund nicht zu stoeren... Man fror sogar an den Fuessen.
Wieder bewegte er sich zur Tuere und blickte hinaus. Es wirkte friedlich. Sterne waren zu sehen. Der Mond hing hoch am Himmel, auch wenn er nur einen Teil davon sehen konnte, der rest verbarg sich hinter dem Dach. Wolken hatten ihn wieder frei gegeben und sein Blick gen der Zinnen nun klar.
Keine ungewoehnlichen Schatten.. Nichts, wie vorher auch. Und doch... was immer ihn gestoert haben mochte, schien nun nicht mehr dort zu sein. Einbildung...?
Sein Blick wanderte zur Seite, als er hoerte und dann sah, wie die Fenster geschlossen wurden. Die Gestalt, der Umriss, der sich kurz nur zeigte, wirkte wie Adrian.
Konnte er also nicht schlafen? Wieder mal?
Ein Mundwinkel hob sich leicht und er lehnte sich an die Wand, atmete ruhig und sich entspannend aus.
Schlafen konnte er eh nicht mehr. Konnte er genauso gut Wache halten. Er liess seinen Blick ueber die Dacher, Zinnen und Strassen wandern, waehrend er auf den Morgen wartete.
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Adrian von Hohenfels
Noch während er durch das Tor schritt, sann er nach ob er nicht Geräusche aus dem Nebenzimmer gehört hatte und gar ein Rabenkrächzen. Kaum dass er auf dem Bergipfel stand, waren die Gedanken wie weggeblasen. Der einzige Gedanke, der noch nicht eingefroren war, war das Wort „Kalt!“. Er musste hier fort und so amüsant der Gedanke auch war, wie ähnlich sich der Silberdrache und Darna in ihrer Zielstrebigkeit schienen, so dankbar war er doch über jeden Schritt der in wärmere Gefilde führte.
Interessiert und taxierend liess er den Blick schließlich durch die erreichte Höhle schweifen, um dann auf Geheiß Platz zu nehmen auf dem vorbereiteten Steinsitz. Der Anfang des Gesprächs verlief beinah noch unkonzentriert. Wenngleich er eifrig die zahlreichen Fragen beantwortete, waren seine ersten Gedanken doch eher darauf gerichtet wie er am geeignetsten seine Füße erneut mit Wärme füllen würde und er sann gar über spätere Gespräche mit Aaryon über mögliche Lebensweisheiten nach. „Mein Sohn, solltest du dereinst inmitten einer Vollmondnacht von einem Silberdrachen, der als Taube in dein Zimmer geflogen kommt, zu einem Gespräch geladen werden und musst du ihm durch ein magisches Tor in unbekannte Gefilde folgen, so nimm dir die Zeit dich mit warmem Schuhwerk und einem Wintermantel zu kleiden, bevor du seinem Geheiss folgst.“
Dennoch nahmen ihn die zahlreichen Fragen schließlich derartig in Beschlag, dass er von seinen kalten Füßen Ablenkung fand. Es war einnehmend, wie wenig diese doch durchaus weisen Geschöpfe über das lichte Reich Alumenas wussten. Nun er gab sein bestes die Fragen ehrlich und umfangreich zu beantworten und auch seine ganz eigenen Ansichten mit einfliessen zu lassen. Wo, wenn nicht vor den Augen eines wissbegierigen uralten Geschöpfes, vermochte er derartige Ehrlichkeit zu offenbaren. Dies war kein Reichsrat, kein Politiker bei dem man ständig auf die Worte achten musste, welche man bestenfalls sehr gut zwischen den Zeilen zu verbergen hatte, wollte man sich nicht in der Politik verstricken. Politik und uneingeschränkte Ehrlichkeit mochten beide auf ihre Weise anstrengend sein.
Und er mühte sich die Unterschiede zwischen seiner Meinung und der Politik auch in Bezug auf Drachenfels zu verdeutlichen. Welche Wege er bemüht hatte, um zu helfen und doch letztlich auf Boden der Reichspolitik zu versagen um zuzusehen wie jene, die sich wirklich um Drachenfels mühten, schließlich durch eigenes Handeln Erfolg hatten. Er erläuterte ebenso, was ihn schließlich nach Abempfehlung aus seinem durch Geburt geerbten Lehen dazu bewogen hatte, sich persönlich um Zuteilung des Lehens Drachenfels zu bemühen. Er hatte all die Mühen, all die Sorgen der Familie Drachenfels erlebt, oft genug angehört und sich bemüht ihnen einen Weg aufzuzeigen. Natürlich hatte er sich zunächst auch über die letztlich gewählte Eigenmächtigkeit geärgert. Den Erfolg konnte man ihnen dennoch nicht absprechen.
Er hatte damals mehr als nur geahnt, dass es zu neuen Spannungen mit dem Reich kommen konnte, wenn ein neuer Lehensherr entsandt würde. Möglicherweise konnte der Freiheitsgedanke der Bürger zu einem Eklat heranwachsen, der gewiss nicht ohne Schmerz und Verlust für die Bevölkerung enden würde, reizte man hierbei den Adel. Es war ihm eine Erleichterung gewesen, als sein Bemühen um dieses Lehen im Kronrat und durch Ador selbst entsprochen wurde. Die einstige Adelsfamilie Drachenfels vertraute ihm, und er war sich recht sicher, dass man mit einer Hand in Hand gehenden Arbeit, das Lehen zu neuer Sicherheit verhelfen konnte.
Noch während des Gesprächs kam ihm der Gedanke, woher dieser leicht versenkte Umhang kommen mochte. Möglicherweise hatte man in der Zeit unter dem Tyrannen, mehrfach versucht sich des alten Drachens zu entledigen. Er stellte diese Frage jedoch nicht. Und als der Morgen kam folgte er dem Drachen mit eifrigen Schritten durch ein neues magisches Tor. Er hatte sicher nicht erwarten können, wieder wohlbehalten einfach im Schlosszimmer zu landen. Doch der Anblick des Zielortes liess ihn für einen Augenblick doch in Sorge. Er sah sich schon in einem Kerkerloch sitzen, während man versuchte ihn zu benachrichtigen, dass ein Verrückter barfuss und in Nachtgewand im Morgengrauen verlangte durch das Tor gelassen zu werden und behaupte er sei seine Hoheit. Zu gerne hatte er das Angebot angenommen, unsichtbar durch die Stadt zum Schloss zu gelangen.
So mochten eifrige Wachen durchaus mitbekommen, wie er sich der Tür seines Zimmers schließlich nach der Verabschiedung näherte und gen Tür strebte um hineinzugelangen, obgleich er doch offenbar das Zimmer noch garnicht verlassen hatte, gekleidet ihn Nachtgewand, einen angesenkten Umhang über der Schulter und deutlich übernächtigten Aussehens.
Interessiert und taxierend liess er den Blick schließlich durch die erreichte Höhle schweifen, um dann auf Geheiß Platz zu nehmen auf dem vorbereiteten Steinsitz. Der Anfang des Gesprächs verlief beinah noch unkonzentriert. Wenngleich er eifrig die zahlreichen Fragen beantwortete, waren seine ersten Gedanken doch eher darauf gerichtet wie er am geeignetsten seine Füße erneut mit Wärme füllen würde und er sann gar über spätere Gespräche mit Aaryon über mögliche Lebensweisheiten nach. „Mein Sohn, solltest du dereinst inmitten einer Vollmondnacht von einem Silberdrachen, der als Taube in dein Zimmer geflogen kommt, zu einem Gespräch geladen werden und musst du ihm durch ein magisches Tor in unbekannte Gefilde folgen, so nimm dir die Zeit dich mit warmem Schuhwerk und einem Wintermantel zu kleiden, bevor du seinem Geheiss folgst.“
Dennoch nahmen ihn die zahlreichen Fragen schließlich derartig in Beschlag, dass er von seinen kalten Füßen Ablenkung fand. Es war einnehmend, wie wenig diese doch durchaus weisen Geschöpfe über das lichte Reich Alumenas wussten. Nun er gab sein bestes die Fragen ehrlich und umfangreich zu beantworten und auch seine ganz eigenen Ansichten mit einfliessen zu lassen. Wo, wenn nicht vor den Augen eines wissbegierigen uralten Geschöpfes, vermochte er derartige Ehrlichkeit zu offenbaren. Dies war kein Reichsrat, kein Politiker bei dem man ständig auf die Worte achten musste, welche man bestenfalls sehr gut zwischen den Zeilen zu verbergen hatte, wollte man sich nicht in der Politik verstricken. Politik und uneingeschränkte Ehrlichkeit mochten beide auf ihre Weise anstrengend sein.
Und er mühte sich die Unterschiede zwischen seiner Meinung und der Politik auch in Bezug auf Drachenfels zu verdeutlichen. Welche Wege er bemüht hatte, um zu helfen und doch letztlich auf Boden der Reichspolitik zu versagen um zuzusehen wie jene, die sich wirklich um Drachenfels mühten, schließlich durch eigenes Handeln Erfolg hatten. Er erläuterte ebenso, was ihn schließlich nach Abempfehlung aus seinem durch Geburt geerbten Lehen dazu bewogen hatte, sich persönlich um Zuteilung des Lehens Drachenfels zu bemühen. Er hatte all die Mühen, all die Sorgen der Familie Drachenfels erlebt, oft genug angehört und sich bemüht ihnen einen Weg aufzuzeigen. Natürlich hatte er sich zunächst auch über die letztlich gewählte Eigenmächtigkeit geärgert. Den Erfolg konnte man ihnen dennoch nicht absprechen.
Er hatte damals mehr als nur geahnt, dass es zu neuen Spannungen mit dem Reich kommen konnte, wenn ein neuer Lehensherr entsandt würde. Möglicherweise konnte der Freiheitsgedanke der Bürger zu einem Eklat heranwachsen, der gewiss nicht ohne Schmerz und Verlust für die Bevölkerung enden würde, reizte man hierbei den Adel. Es war ihm eine Erleichterung gewesen, als sein Bemühen um dieses Lehen im Kronrat und durch Ador selbst entsprochen wurde. Die einstige Adelsfamilie Drachenfels vertraute ihm, und er war sich recht sicher, dass man mit einer Hand in Hand gehenden Arbeit, das Lehen zu neuer Sicherheit verhelfen konnte.
Noch während des Gesprächs kam ihm der Gedanke, woher dieser leicht versenkte Umhang kommen mochte. Möglicherweise hatte man in der Zeit unter dem Tyrannen, mehrfach versucht sich des alten Drachens zu entledigen. Er stellte diese Frage jedoch nicht. Und als der Morgen kam folgte er dem Drachen mit eifrigen Schritten durch ein neues magisches Tor. Er hatte sicher nicht erwarten können, wieder wohlbehalten einfach im Schlosszimmer zu landen. Doch der Anblick des Zielortes liess ihn für einen Augenblick doch in Sorge. Er sah sich schon in einem Kerkerloch sitzen, während man versuchte ihn zu benachrichtigen, dass ein Verrückter barfuss und in Nachtgewand im Morgengrauen verlangte durch das Tor gelassen zu werden und behaupte er sei seine Hoheit. Zu gerne hatte er das Angebot angenommen, unsichtbar durch die Stadt zum Schloss zu gelangen.
So mochten eifrige Wachen durchaus mitbekommen, wie er sich der Tür seines Zimmers schließlich nach der Verabschiedung näherte und gen Tür strebte um hineinzugelangen, obgleich er doch offenbar das Zimmer noch garnicht verlassen hatte, gekleidet ihn Nachtgewand, einen angesenkten Umhang über der Schulter und deutlich übernächtigten Aussehens.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Sonntag 11. Oktober 2009, 09:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Cyrion Sha´Ar
Der Kopf bewegte sich zur Seite, als er etwas hoerte.
Bewegung im Flur.
Jemand ging da entlang, bedaechtig leise, aber fuer jemanden, der wach war, durchweg zu hoeren. Viola? Sie war doch nicht aus Trotz wieder in die Kneipen gezogen? Die Stirn kraeuselnd verengte sich der Blick. Er wuerde es nicht fuer unmoeglich halten, das sie so reagierte. Wuetend war die Frau schlimmer als eine Viper. Sich von der Fensterbank erhebend, begab er sich zur Tuere, als die Schritte naeher kamen und oeffnete sie. Wenn Viola tatsaechlich wieder in den Kneipen war, wuerde er sie persoenlich im Brunnen ausnuecht... Seine Brauen wanderten steil nach oben, als er den Mann im Gang erkannte...
"Adrian...?!" gab er verbluefft von sich
Cyrions Blick wanderte nach der ersten verbluefften Entgegnung an ihm hoch und runter. Die Brauen zogen sich immer weiter zusammen, der Blick bekam etwas unglaeubiges, als dieser, das Nachtgewand striff, dann den Umhang, hernach die von Gaensehaut ueberzogenen Arme und nackten Beine. Duesternis zog in den Blick ein; die Stimme wirkte mit einem Mal dunkel und Tief, als er wieder gab.
"Wo ist er...?" Damit offensichtlicht den Drachen meinend. Der Blick starrte weiterhin auf den angebranzten Teil des Umhangs und man koennte durchaus den Eindruck haben, das der Krieger an sehr tote Drachen dachte.
Adrian zeigte nur milde Ueberraschung ob der wohl unverhofften Begegnung mit seinem Leibwaechter. Mit einer Ruhe, die einem Koenig wuerdig war, hob sich nur kurz seine Braue, während er zu einer Entgegnung ansetzte:
"Er wird gewiss bereits an jenem Ort befindlich sein, an welchem er sich zu recht", ein kurzer Blick streifte den derzeit getragenen Umhang, "sicher wähnen kann. Ihr solltet euch überlegen, Cyrion, ob ihr seiner Sammlung einen angesenkten dunklen Umhang hinzuzufügen gedenkt."
Der Blick ruckte zu ihm hoch, begegnete dem seinen ungebrochen. Es wurde sehr deutlich, das er nicht erfreut war, ein Eindruck, der sich noch verstaerkte, als er die Arme vor der Brust verschraenkte und ihn reserviert anstarrt.
"Alle haben Schwachpunkte. Auch Drachen." ein leichtes Nicken zu dem Umhang. Wieder wanderte eine Augenbraue hoch. "Offenbar wollte der Drachen graeflich speisen?"
Ein Schmunzeln huschte über seine Lippen.
"Cyrion, danke für euer Vertrauen in meine Kampfkunst, doch hätte er gräflich Speisen mögen, hättet ihr keine Gelegenheit mit mir zu sprechen, sondern wäret nun gewiss in der Aussicht euch einen neuen Dienstherrn suchen zu dürfen. Wohl habe ich jedoch Wein genossen, der einem Herzog gar munden würde, während eines durchaus interessanten nachtfüllenden Gespräches."
Der kiefer arbeitete, man sah einen Muskel zucken. Einen Moment schwieg er, bevor er lange hoerbar ausatmete, die Augen dabei einem Moment schliessend, bevor er sie wieder oeffnete.
"Du bist wirklich ein Dorn in der Seite eines jeden Leibwaechters." Gab er ueberraschend offen von sich, leises Gemurmel folgen lassend, waehrend er sich geschlagen mit der Hand ueber das Gesicht und die Haare fuhr, das verdaechtig nach 'Was eine Pest' klang, bevor er wieder zu ihm ruebersah.* "Der Drachen hat dir also nichts getan... Trefft ihr euch nochmal? Zu einer goettlicheren Stunde?"
"Ob zu einer göttlicheren Stunde, wird sich wohl weisen, das liegt in seinem Ermessen. Doch wenn wir uns in 15 Jahren wieder gegenüberstehen und er Aaryon und mich erneut in Augenschein nimmt, werden wir es wohl erfahren. Mit Verlaub, ich würde mich nun doch gern ein wenig auf den Tag vorbereiten und möchte diesen nicht in Nachtgewand verbringen."
Ein Stutzen, dann ein leises fluchen, waehrend dessen er sich erneut durch die Haare streifte, nein, eher raufte.
"15 Jahre... Goetter, Adrian, du machst mir meinen Job wirklich nicht leicht. Verschwindest mitten in der Nacht und kommst im Nachhemd zurueck. Wie soll ich das Darna erklaeren?! Das naechste Mal, wenn du dich mit Fremden triffst, nimm mich mit!" er schuettelte sein Haupt, sichtlich irritiert. "Dich kann man wirklich nicht aus den Augen lassen..." Forsch legte sich sein Augenmerk wieder auf Adrian. "Mach dich darauf gefasst, das ich dir ab heute an den Hacken klebe!"
"Um Darna sorg dich nicht, ich bin gewiss, sie wird noch schlafen, solang ich dieses Zimmer nicht betrete. Wobei, möchtest du sie und Aaryon einmal wirklich ausschlafen lassen?" Etwas schelmisches lag in Adrians Blick. "Du wirst ihr garnichts zu erklären haben, wenn es etwas zu erklären gibt, übernehme ich dies höchstselbst. Nun entschuldige mich bitte." Erneut machte er einen Ansatz sich endlich gen Zimmer zu begeben.
"Hmpf!" kam ein ungnaediges Geraeusch aus Cyrions Kehle. "Ich erwarte einen vollen Bericht, wenn du ausgeschlafen hast." brummelig schuffelte er an der Tuer herum und beobachtete Adrian wachhundgetreu, wie dieser zu seinem Zimmer ging, dabei noch verstehbar etwas von Gloeckchen und Halsbaendern murmelnd.
Ein leises Lachen entfuhr ihm. "Du erwartest bitte was? Vergiss doch bitte nicht, wer hier wem im Dienste steht. Aber ich werde einem Freund natürlich gern berichten, was vorgefallen ist, wenn ein Freund sich abgewöhnt mir mit diesem Befehlston zu begegnen." Nach diesen knappen Worten entschwandt er schließlich im Zimmer, Cyrion mit seine Laune hinter sich lassend.
Noch immer starrte Cyr Adrian Loecher in den Ruecken, waehrend dieser gen seinem Zimmer strebte. Sich die Augen reibend, gab er wieder "Wenn du darna weckst, wird ein Drachenfeuer unter unser beider Hintern entflammen, ich hoffe das ist dir bewusst... also... hum... sei leise, aye?" Die Stimme war weicher, wohl ein Friedensangebot, ein Versuch, seinen Zorn zu zuegeln.
"Es ist gleich Cyrion ob ich leise bin oder laut, sie wird so erwachen, wie unser silberner Freund es vorgesehen hat."
Ein Blinzeln von Cyrion, der etwas grummelige Blick war verschwunden. "Sie wacht nicht auf...? Sie schlaeft einfach weiter?"
Wieder zeigte sich dieses Laecheln auf seinen Lippen, leicht amuesiert, aber muede. "Es waren seine Worte dass Darna und Aaryon nicht aufwachen werden, bevor ich zurück bin. Je länger wir reden, desto länger schlafen sie somit wohl. Also solltest du Darna ihren Schlaf gönnen, mehr als offensichtlich mir, halte mich nur weiter auf."
Bei dem Gedanken, den Adrian bestaetigt hatte, sah man, wie bei Cyrion sich die Raedchen knirschend in Bewegung setzten. "Sie schlaeft weiter..." gab er gruebelnd wieder, bevor sich sein Gesicht erhellte und er Adrian zu sich rueberwinkte, sichtlich besser gestimmt. "Lass sie schlafen!" Erneut wieder winkte er ihn zu sich rueber und laechelte breit. "Lass sie beide schlafen. Sie haben beide weiss Mutter nicht viel geschlafen und Darna wird sicher weit besser gelaunt deinem Abstecher gegenueberstehen." Die Tuere weiter oeffnend, blickt er sich rasch im Zimmer um. "Ich kann auf dem Boden schlafen. Lassen wir sie bis 10 uhr oder so schlafen..." Ein scharfes Laecheln wuchs rasch auf seinen Zuegen. "Wenn Frau und Kind schlafen, machen sie keinen Aerger..."
Erneut musste Adrian leise auflachen. "So verführerisch der Gedanke ist, wenn ich ihr erzähle dass es 10 Uhr sei und sie frage ob sie gut geschlafen habe, wird sie den Tag gewiss nicht gut gelaunt beginnen. Dann kann ich mit Gewissheit nie etwas über die letzte Nacht berichten. Sie würde mir den Kopf verdrehen, doch sicher nicht im angenehmen Sinne. Wir sehen uns später Cyrion."
Etwas entaeuscht schaute er ihm hinterher. "Hum... Nagut... dann gute Nacht, Adrian." Leise hoerte man ihn sein Bedauern murmeln, waehrend er sicher ging, das Adrian in sein Zimmer verschwand, bevor er selbst sich in das seine zurueck zog.
Bewegung im Flur.
Jemand ging da entlang, bedaechtig leise, aber fuer jemanden, der wach war, durchweg zu hoeren. Viola? Sie war doch nicht aus Trotz wieder in die Kneipen gezogen? Die Stirn kraeuselnd verengte sich der Blick. Er wuerde es nicht fuer unmoeglich halten, das sie so reagierte. Wuetend war die Frau schlimmer als eine Viper. Sich von der Fensterbank erhebend, begab er sich zur Tuere, als die Schritte naeher kamen und oeffnete sie. Wenn Viola tatsaechlich wieder in den Kneipen war, wuerde er sie persoenlich im Brunnen ausnuecht... Seine Brauen wanderten steil nach oben, als er den Mann im Gang erkannte...
"Adrian...?!" gab er verbluefft von sich
Cyrions Blick wanderte nach der ersten verbluefften Entgegnung an ihm hoch und runter. Die Brauen zogen sich immer weiter zusammen, der Blick bekam etwas unglaeubiges, als dieser, das Nachtgewand striff, dann den Umhang, hernach die von Gaensehaut ueberzogenen Arme und nackten Beine. Duesternis zog in den Blick ein; die Stimme wirkte mit einem Mal dunkel und Tief, als er wieder gab.
"Wo ist er...?" Damit offensichtlicht den Drachen meinend. Der Blick starrte weiterhin auf den angebranzten Teil des Umhangs und man koennte durchaus den Eindruck haben, das der Krieger an sehr tote Drachen dachte.
Adrian zeigte nur milde Ueberraschung ob der wohl unverhofften Begegnung mit seinem Leibwaechter. Mit einer Ruhe, die einem Koenig wuerdig war, hob sich nur kurz seine Braue, während er zu einer Entgegnung ansetzte:
"Er wird gewiss bereits an jenem Ort befindlich sein, an welchem er sich zu recht", ein kurzer Blick streifte den derzeit getragenen Umhang, "sicher wähnen kann. Ihr solltet euch überlegen, Cyrion, ob ihr seiner Sammlung einen angesenkten dunklen Umhang hinzuzufügen gedenkt."
Der Blick ruckte zu ihm hoch, begegnete dem seinen ungebrochen. Es wurde sehr deutlich, das er nicht erfreut war, ein Eindruck, der sich noch verstaerkte, als er die Arme vor der Brust verschraenkte und ihn reserviert anstarrt.
"Alle haben Schwachpunkte. Auch Drachen." ein leichtes Nicken zu dem Umhang. Wieder wanderte eine Augenbraue hoch. "Offenbar wollte der Drachen graeflich speisen?"
Ein Schmunzeln huschte über seine Lippen.
"Cyrion, danke für euer Vertrauen in meine Kampfkunst, doch hätte er gräflich Speisen mögen, hättet ihr keine Gelegenheit mit mir zu sprechen, sondern wäret nun gewiss in der Aussicht euch einen neuen Dienstherrn suchen zu dürfen. Wohl habe ich jedoch Wein genossen, der einem Herzog gar munden würde, während eines durchaus interessanten nachtfüllenden Gespräches."
Der kiefer arbeitete, man sah einen Muskel zucken. Einen Moment schwieg er, bevor er lange hoerbar ausatmete, die Augen dabei einem Moment schliessend, bevor er sie wieder oeffnete.
"Du bist wirklich ein Dorn in der Seite eines jeden Leibwaechters." Gab er ueberraschend offen von sich, leises Gemurmel folgen lassend, waehrend er sich geschlagen mit der Hand ueber das Gesicht und die Haare fuhr, das verdaechtig nach 'Was eine Pest' klang, bevor er wieder zu ihm ruebersah.* "Der Drachen hat dir also nichts getan... Trefft ihr euch nochmal? Zu einer goettlicheren Stunde?"
"Ob zu einer göttlicheren Stunde, wird sich wohl weisen, das liegt in seinem Ermessen. Doch wenn wir uns in 15 Jahren wieder gegenüberstehen und er Aaryon und mich erneut in Augenschein nimmt, werden wir es wohl erfahren. Mit Verlaub, ich würde mich nun doch gern ein wenig auf den Tag vorbereiten und möchte diesen nicht in Nachtgewand verbringen."
Ein Stutzen, dann ein leises fluchen, waehrend dessen er sich erneut durch die Haare streifte, nein, eher raufte.
"15 Jahre... Goetter, Adrian, du machst mir meinen Job wirklich nicht leicht. Verschwindest mitten in der Nacht und kommst im Nachhemd zurueck. Wie soll ich das Darna erklaeren?! Das naechste Mal, wenn du dich mit Fremden triffst, nimm mich mit!" er schuettelte sein Haupt, sichtlich irritiert. "Dich kann man wirklich nicht aus den Augen lassen..." Forsch legte sich sein Augenmerk wieder auf Adrian. "Mach dich darauf gefasst, das ich dir ab heute an den Hacken klebe!"
"Um Darna sorg dich nicht, ich bin gewiss, sie wird noch schlafen, solang ich dieses Zimmer nicht betrete. Wobei, möchtest du sie und Aaryon einmal wirklich ausschlafen lassen?" Etwas schelmisches lag in Adrians Blick. "Du wirst ihr garnichts zu erklären haben, wenn es etwas zu erklären gibt, übernehme ich dies höchstselbst. Nun entschuldige mich bitte." Erneut machte er einen Ansatz sich endlich gen Zimmer zu begeben.
"Hmpf!" kam ein ungnaediges Geraeusch aus Cyrions Kehle. "Ich erwarte einen vollen Bericht, wenn du ausgeschlafen hast." brummelig schuffelte er an der Tuer herum und beobachtete Adrian wachhundgetreu, wie dieser zu seinem Zimmer ging, dabei noch verstehbar etwas von Gloeckchen und Halsbaendern murmelnd.
Ein leises Lachen entfuhr ihm. "Du erwartest bitte was? Vergiss doch bitte nicht, wer hier wem im Dienste steht. Aber ich werde einem Freund natürlich gern berichten, was vorgefallen ist, wenn ein Freund sich abgewöhnt mir mit diesem Befehlston zu begegnen." Nach diesen knappen Worten entschwandt er schließlich im Zimmer, Cyrion mit seine Laune hinter sich lassend.
Noch immer starrte Cyr Adrian Loecher in den Ruecken, waehrend dieser gen seinem Zimmer strebte. Sich die Augen reibend, gab er wieder "Wenn du darna weckst, wird ein Drachenfeuer unter unser beider Hintern entflammen, ich hoffe das ist dir bewusst... also... hum... sei leise, aye?" Die Stimme war weicher, wohl ein Friedensangebot, ein Versuch, seinen Zorn zu zuegeln.
"Es ist gleich Cyrion ob ich leise bin oder laut, sie wird so erwachen, wie unser silberner Freund es vorgesehen hat."
Ein Blinzeln von Cyrion, der etwas grummelige Blick war verschwunden. "Sie wacht nicht auf...? Sie schlaeft einfach weiter?"
Wieder zeigte sich dieses Laecheln auf seinen Lippen, leicht amuesiert, aber muede. "Es waren seine Worte dass Darna und Aaryon nicht aufwachen werden, bevor ich zurück bin. Je länger wir reden, desto länger schlafen sie somit wohl. Also solltest du Darna ihren Schlaf gönnen, mehr als offensichtlich mir, halte mich nur weiter auf."
Bei dem Gedanken, den Adrian bestaetigt hatte, sah man, wie bei Cyrion sich die Raedchen knirschend in Bewegung setzten. "Sie schlaeft weiter..." gab er gruebelnd wieder, bevor sich sein Gesicht erhellte und er Adrian zu sich rueberwinkte, sichtlich besser gestimmt. "Lass sie schlafen!" Erneut wieder winkte er ihn zu sich rueber und laechelte breit. "Lass sie beide schlafen. Sie haben beide weiss Mutter nicht viel geschlafen und Darna wird sicher weit besser gelaunt deinem Abstecher gegenueberstehen." Die Tuere weiter oeffnend, blickt er sich rasch im Zimmer um. "Ich kann auf dem Boden schlafen. Lassen wir sie bis 10 uhr oder so schlafen..." Ein scharfes Laecheln wuchs rasch auf seinen Zuegen. "Wenn Frau und Kind schlafen, machen sie keinen Aerger..."
Erneut musste Adrian leise auflachen. "So verführerisch der Gedanke ist, wenn ich ihr erzähle dass es 10 Uhr sei und sie frage ob sie gut geschlafen habe, wird sie den Tag gewiss nicht gut gelaunt beginnen. Dann kann ich mit Gewissheit nie etwas über die letzte Nacht berichten. Sie würde mir den Kopf verdrehen, doch sicher nicht im angenehmen Sinne. Wir sehen uns später Cyrion."
Etwas entaeuscht schaute er ihm hinterher. "Hum... Nagut... dann gute Nacht, Adrian." Leise hoerte man ihn sein Bedauern murmeln, waehrend er sicher ging, das Adrian in sein Zimmer verschwand, bevor er selbst sich in das seine zurueck zog.
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Adrian von Hohenfels
Leicht amüsiert über das kurze Gespräch mit Cyrion, trat er schließlich leise ein und konnte erleben, dass der Drache sein Wort sehr genau einhielt. Er hatte die Tür kaum geschlossen, den Umhang noch nicht unauffällig beiseite schaffen können, als Darna ihn schon verschlafen anblinzelte und aus der kleinen Wiege ein leises Quäken erklang, dass das allmähliche Erwachen Aaryons ankündigte. Er konnte die Fragen förmlich in Darna’s Augen lesen. Etwas im Sinne von „Wo kommst du denn jetzt her? Was ist das für ein Umhang und warum läufst du in Nachtgewand draußen umher?“
„Guten Morgen Wühlmaus.“ Er wählte die Worte leise genug, dass sie nicht ausserhalb des Zimmers gehört werden konnten. „Ich hoffe du hast angenehm geschlafen. Ich war ein wenig auf Reisen heute Nacht, ein kleiner Marsch durch Gebirgsgänge und Höhlen und im Anschluss an ein sehr interessantes Gespräch noch ein strammer Marsch durch die Straßen der Stadt.“ In Darna’s Mimik waren sowohl eine deutliche Verwirrung als auch eine altbekannte Aussage zu erkennen, die da hiess: „Du spinnst doch!“
„Entschuldige mich kurz, ich sollte mich etwas frisch machen, auch wenn mir durchaus noch nach etwas Schlaf wäre.“ Mit diesen knappen Worten verschwand er zunächst im Bad und liess Darna mit ihren Gedankengängen zurück, ihr Gelegenheit gebend erst einmal wach zu werden. Natürlich sprach er später noch mit Darna und auch Cyrion recht ausgiebig über die Erlebnisse der Nacht. Sowohl Unglauben, Überraschung als auch Sorge konnte er durchaus in den Blicken und Entgegnungen erkennen. Dennoch, er hatte die Silberdrachen nun mehrfach erlebt und wusste um ihre aufrichtige Art. Eine Gefahr vermochten sie nur für jene zu sein, die selbst zur Gefahr erwuchsen, davon war er schlicht überzeugt.
Er wiess Hudgarr und Cyrion schließlich an, alles für die Abreise vorzubereiten. Es wurde Zeit und der Weg der noch vor ihnen lag war länger als jener den sie bisher hinter sich gebracht hatten. Liliana bat er um eine recht kurzfristige Bekanntmachung, dass er gedachte zum Nachmittag nochmals auf dem zentralen Marktplatz eine kurze Ansprache zu halten, bevor sie am übernächsten Tag abreisen würden.
Er selbst machte einen Gang, den er aufgrund der Arbeit der letzten Tage, weit zu lang vor sich hergeschoben hatte. Man sah ihn für einige Stunden in der frisch angelegten Grabanlage entschwinden, in der Eileen und Rebecca nun ihre wirklich entgültige Ruhestätte gefunden hatten. Es war erleichternd, dass er Darna’s Befürchtungen Folge geleistet hatte und die Verstorbenen rechtzeitig in Sicherheit verbracht hatte.
Der Nachmittag kam und er schritt gemeinsam mit Cyrion und Hudgarr gen Marktplatz, nachdem er beide unterwiesen hatte, dass man mögliche Ein- und Bewürfe wohl ahnden sollte, jedoch hierbei die Täter am Leben und bei Gesundheit lassen solle, sie vielmehr der hiesigen Garde übergeben, damit man sich, so nötig noch am nächsten Tag um solche persönlich in einer Gerichtstagung kümmern würde. Doch die Veranstaltung verblieb ohne Zwischenfälle und er konnte in seiner Rede seine Vorstellungen einer Lehensführung und seine Nähe zu der Familie derer van Drachenfels verdeutlichen. Den Bürgern somit hoffentlich nachhaltig nahebringen, dass er ihnen Sicherheit und Beständigkeit unter einer ehrbaren Regentschaft darbieten wolle und die Tage der Unterdrückung sich, soweit es in seiner Macht lag, nicht wiederholen würden.
So liess er den letzten Tag in seinem neuen Lehen schließlich ruhig an sich vorbeistreichen, gab hier und da noch letzte Anweisungen um sich selbst auf die Weiterreise am nächsten Morgen vorzubereiten. Noch in den frühen Vormittagsstunden ging man schließlich an Bord der „Freiheit“, welche zum Aufbruch bereitstand, hoffend, dass die nun vor ihnen liegende Seereise trotz der offensichtlichen Bekanntheit ihrer Reise auch in den falschen Kreisen, weiterhin ruhig verlaufen würde. Möglicherweise suchte man wirklich nach der Gezeiten und er war einmal mehr erleichtert über den kurzfristigen Beschluss, das Schiff zu wechseln.
„Guten Morgen Wühlmaus.“ Er wählte die Worte leise genug, dass sie nicht ausserhalb des Zimmers gehört werden konnten. „Ich hoffe du hast angenehm geschlafen. Ich war ein wenig auf Reisen heute Nacht, ein kleiner Marsch durch Gebirgsgänge und Höhlen und im Anschluss an ein sehr interessantes Gespräch noch ein strammer Marsch durch die Straßen der Stadt.“ In Darna’s Mimik waren sowohl eine deutliche Verwirrung als auch eine altbekannte Aussage zu erkennen, die da hiess: „Du spinnst doch!“
„Entschuldige mich kurz, ich sollte mich etwas frisch machen, auch wenn mir durchaus noch nach etwas Schlaf wäre.“ Mit diesen knappen Worten verschwand er zunächst im Bad und liess Darna mit ihren Gedankengängen zurück, ihr Gelegenheit gebend erst einmal wach zu werden. Natürlich sprach er später noch mit Darna und auch Cyrion recht ausgiebig über die Erlebnisse der Nacht. Sowohl Unglauben, Überraschung als auch Sorge konnte er durchaus in den Blicken und Entgegnungen erkennen. Dennoch, er hatte die Silberdrachen nun mehrfach erlebt und wusste um ihre aufrichtige Art. Eine Gefahr vermochten sie nur für jene zu sein, die selbst zur Gefahr erwuchsen, davon war er schlicht überzeugt.
Er wiess Hudgarr und Cyrion schließlich an, alles für die Abreise vorzubereiten. Es wurde Zeit und der Weg der noch vor ihnen lag war länger als jener den sie bisher hinter sich gebracht hatten. Liliana bat er um eine recht kurzfristige Bekanntmachung, dass er gedachte zum Nachmittag nochmals auf dem zentralen Marktplatz eine kurze Ansprache zu halten, bevor sie am übernächsten Tag abreisen würden.
Er selbst machte einen Gang, den er aufgrund der Arbeit der letzten Tage, weit zu lang vor sich hergeschoben hatte. Man sah ihn für einige Stunden in der frisch angelegten Grabanlage entschwinden, in der Eileen und Rebecca nun ihre wirklich entgültige Ruhestätte gefunden hatten. Es war erleichternd, dass er Darna’s Befürchtungen Folge geleistet hatte und die Verstorbenen rechtzeitig in Sicherheit verbracht hatte.
Der Nachmittag kam und er schritt gemeinsam mit Cyrion und Hudgarr gen Marktplatz, nachdem er beide unterwiesen hatte, dass man mögliche Ein- und Bewürfe wohl ahnden sollte, jedoch hierbei die Täter am Leben und bei Gesundheit lassen solle, sie vielmehr der hiesigen Garde übergeben, damit man sich, so nötig noch am nächsten Tag um solche persönlich in einer Gerichtstagung kümmern würde. Doch die Veranstaltung verblieb ohne Zwischenfälle und er konnte in seiner Rede seine Vorstellungen einer Lehensführung und seine Nähe zu der Familie derer van Drachenfels verdeutlichen. Den Bürgern somit hoffentlich nachhaltig nahebringen, dass er ihnen Sicherheit und Beständigkeit unter einer ehrbaren Regentschaft darbieten wolle und die Tage der Unterdrückung sich, soweit es in seiner Macht lag, nicht wiederholen würden.
So liess er den letzten Tag in seinem neuen Lehen schließlich ruhig an sich vorbeistreichen, gab hier und da noch letzte Anweisungen um sich selbst auf die Weiterreise am nächsten Morgen vorzubereiten. Noch in den frühen Vormittagsstunden ging man schließlich an Bord der „Freiheit“, welche zum Aufbruch bereitstand, hoffend, dass die nun vor ihnen liegende Seereise trotz der offensichtlichen Bekanntheit ihrer Reise auch in den falschen Kreisen, weiterhin ruhig verlaufen würde. Möglicherweise suchte man wirklich nach der Gezeiten und er war einmal mehr erleichtert über den kurzfristigen Beschluss, das Schiff zu wechseln.
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Hudgarr Stolzenfels
- Beiträge: 6
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Die Überfahrt mit der Freiheit war kurz und ereignislos und so ging es auch auf dem Landweg dann weiter Richtung Elbenau. Die Gezeiten hatte schon vor einigen Tagen am Landepunkt einen Trupp Solldaten abgesetzt, welche sich um geeignete Transportmittel gekümmert hatten.
Somit standen bei ihrer Ankunft genügend Pferde sowie eine gemütliche Kutsche und ein Fuhrwerk bereit, für das ganze Gepäck.
Der Landweg war recht anstrengend und alle waren Froh als nach einigen Tagen Darna`s Heimat in sicht war.
Somit standen bei ihrer Ankunft genügend Pferde sowie eine gemütliche Kutsche und ein Fuhrwerk bereit, für das ganze Gepäck.
Der Landweg war recht anstrengend und alle waren Froh als nach einigen Tagen Darna`s Heimat in sicht war.
- Liliana van Drachenfels
- Beiträge: 723
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Gern wäre Lili länger auf Drachenfels bei ihrer Familie geblieben, doch hatte sie inzwischen auf Gerimor ja auch fast schon sowas wie eine Familie und gute Freunde. So machte sie sich schweren Herzens wieder auf den Weg dorthin zurück, versprach jedoch bald wieder zu kommen.
Einige Sachen würde sie auf Gerimor klären müssen, vieleicht konnte sie ja bald zurück kehren und die Kinder mit nehmen...
Einige Sachen würde sie auf Gerimor klären müssen, vieleicht konnte sie ja bald zurück kehren und die Kinder mit nehmen...

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Viola Ser´Rhal
Es war also da, das Zeichen zum Aufbruch, die Meldung, dass man nun wieder in See stechen, das nächste Ziel ansteuern und Drachenfels hinter lassen würde. Eigentlich ein Grund sich zu freuen, war Viola nun doch seit längerer Zeit nicht mehr aus ihrem Zimmer gekommen, und ohne Luca, der ihr immer wieder etwas zu Essen aufs Zimmer brachte weil Viola ihre „Verdonnerung“ mehr als überspitzte, wäre das ganze sicherlich noch eine ganze Nummer unerträglicher gewesen. Sie hatte die Zeit genutzt um ihm etwas im Schreiben weiterzubringen und doch war Drachenfels zu einer persönlichen Geduldsprobe geworden. Nun war das ja alles vorbei, aber wie erwähnt, einen wirklichen Grund zum Freuen hatte Viola nicht mal annähernd. Der Grund hierfür hatte Darnas früheren Nachnamen: Elbenau. Wenn Drachenfels ein kleines Städtchen war, in dem nicht viel los war und man schon peinlichst auf sie achtete, dann glich Elbenau von den Aktivitäten dort sicher einem Friedhof und die Überwachungschancen auf jeden einzelnen Schritt ihrerseits würde sicher mit Rahal bestens im Vergleich stehen.
Viola seufzte nur schweigend während sie ihre Sachen packte und auf die bandagierte rechte Hand blickte. Sie hatte sich vor kurzem, als sie wieder alleine war, gewagt den Verband abzunehmen und es sah nicht wirklich hübsch aus; die Knöchel waren immer noch leicht blau angelaufen und der Mittelfinger schien entweder verrenkt oder gebrochen, sie würde sich auf der Schiffsfahrt damit auseinandersetzen müssen. Was Elbenau anging, so war sie sich sicher, Darna würde ein viertes Auge entwickeln neben ihrem eh schon nicht existenten dritten Auge. Der einzige schwache Trost war, dass wenigstens Darnas Vater Viola bereits kannte, in allen Lebenslagen; hatte er sie doch das erste mal gesehen, als sie auf einer Anklagebank des Mordes bezichtigt (und schuldig gesprochen) wurde und danach an Darnas Seite als derer Brautjungfer … also irgendwie sicher ein ganz sympathisches Bild was er von Viola haben musste … alles in allem konnte es aber auch nicht wirklich schlimmer werden als es eh schon war, jedenfalls hoffte sie das inständig.
Ihre Sachen brachte sie nach einer Zeit auf das Schiff, die Kapuze des Umhang leicht runtergezogen und als alles verstaut war, blieb sie auch gleich auf dem Schiff. Viola verspürte weder das Bedürfnis irgendwem in Drachenfels Lebewohl oder gar Auf Wiedersehen zu sagen, noch wollte sie wirklich mit Darna, Adrian, Cyrion oder Hudgarr reden, sie hatte das die letzte Zeit schon vermieden und das kleine Quäntchen Trotz war immer noch nicht von ihr gewichen. Einzig Luca hatte sie all die Zeit gegenüber mit offenen Armen empfangen und neben dem Unterricht dem sie ihm gab so gut sie konnte, schmiedete sie im Geheimen Pläne was sie alles in der Hauptstadt tun konnte und würde, es würde eine angenehmere Zeit als auf Elbenau werden, da war sie sich sicher.
Während der Fahrt hatte sie sich meistens zurückgezogen und ihre Hand untersucht. Tatsächlich war der Mittelfinger böse verrenkt und sie musste einen Matrosen darum bitten, den leicht verdrehten Finger wieder in seine richtige Position zu kriegen, was ihr deutlich an Schmerzen abverlangte. Als es dann hieß, dass Elbenau irgendwann in Sicht wäre … ja, da starrte sie nur auf die ihnen nahende Landmaße … als ob es ein Seemonster wäre das sie, und nur sie, verschlingen wollte. Willkommen in Elbenau.
Viola seufzte nur schweigend während sie ihre Sachen packte und auf die bandagierte rechte Hand blickte. Sie hatte sich vor kurzem, als sie wieder alleine war, gewagt den Verband abzunehmen und es sah nicht wirklich hübsch aus; die Knöchel waren immer noch leicht blau angelaufen und der Mittelfinger schien entweder verrenkt oder gebrochen, sie würde sich auf der Schiffsfahrt damit auseinandersetzen müssen. Was Elbenau anging, so war sie sich sicher, Darna würde ein viertes Auge entwickeln neben ihrem eh schon nicht existenten dritten Auge. Der einzige schwache Trost war, dass wenigstens Darnas Vater Viola bereits kannte, in allen Lebenslagen; hatte er sie doch das erste mal gesehen, als sie auf einer Anklagebank des Mordes bezichtigt (und schuldig gesprochen) wurde und danach an Darnas Seite als derer Brautjungfer … also irgendwie sicher ein ganz sympathisches Bild was er von Viola haben musste … alles in allem konnte es aber auch nicht wirklich schlimmer werden als es eh schon war, jedenfalls hoffte sie das inständig.
Ihre Sachen brachte sie nach einer Zeit auf das Schiff, die Kapuze des Umhang leicht runtergezogen und als alles verstaut war, blieb sie auch gleich auf dem Schiff. Viola verspürte weder das Bedürfnis irgendwem in Drachenfels Lebewohl oder gar Auf Wiedersehen zu sagen, noch wollte sie wirklich mit Darna, Adrian, Cyrion oder Hudgarr reden, sie hatte das die letzte Zeit schon vermieden und das kleine Quäntchen Trotz war immer noch nicht von ihr gewichen. Einzig Luca hatte sie all die Zeit gegenüber mit offenen Armen empfangen und neben dem Unterricht dem sie ihm gab so gut sie konnte, schmiedete sie im Geheimen Pläne was sie alles in der Hauptstadt tun konnte und würde, es würde eine angenehmere Zeit als auf Elbenau werden, da war sie sich sicher.
Während der Fahrt hatte sie sich meistens zurückgezogen und ihre Hand untersucht. Tatsächlich war der Mittelfinger böse verrenkt und sie musste einen Matrosen darum bitten, den leicht verdrehten Finger wieder in seine richtige Position zu kriegen, was ihr deutlich an Schmerzen abverlangte. Als es dann hieß, dass Elbenau irgendwann in Sicht wäre … ja, da starrte sie nur auf die ihnen nahende Landmaße … als ob es ein Seemonster wäre das sie, und nur sie, verschlingen wollte. Willkommen in Elbenau.
Zuletzt geändert von Viola Ser´Rhal am Mittwoch 14. Oktober 2009, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Luca
- Beiträge: 0
- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53
Es ging also weiter... nach der Nachricht war er zu einem letzten Spaziergang durch die Stadt aufgebrochen. Kalt war es geworden, zwei Hemden und seinen Mantel hatte er übereinander gezogen. Aber auch strahlend blauer Himmel und bunte Blätter. Ohne großes Nachdenken hatte er wieder begonnen, die goldenen aufzusammeln. Es erinnerte ihn an früher und an den großen Ahornbaum, der jeden Herbst angekündigt hatte, dass er wieder ein Jahr älter war.
15...
Bo hatte er als 15jährigen in Erinnerung. Der war 15 gewesen, als Tante ihn fortgeschickt hatte, weil er alt genug dafür sei. Hatte schon jede Menge Mädchen gehabt und war immer der Große gewesen. War er wie Bo? Er war immer ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass sein Bruder wusste, wie die Dinge waren und was zu tun war. Der hatte nicht rumgeheult und hatte niemanden gebraucht, der ihn... gern hatte? Er schüttelte den Gedanken rasch verlegen ab.
Auf der anderen Seite hatte er in den letzten zwei Jahren auch überlegt, ob er verstehen würde, weshalb Bo ihn zurückgelassen hatte, wenn er erst einmal selbst so alt sein würde. Dem war nicht so.
Er versuchte, nicht mehr ständig an ihn zu denken und wollte sich nicht gestatten, ihn zu vermissen – die Frage nach dem Warum hatte das allerdings nie gelöst.
Keine Überlegungen, die zu irgendetwas führten... Abwesend drehte er eines der leuchtend gelben Blätter in der Hand und überlegte, ob es Ari gefallen würde. Zum Glück war die Schneiderin noch rechtzeitig mit dem Spielzeug fertig geworden. Hätte ihm zuhause einfallen sollen, Amelie hätte ihm sicher umsonst genäht, was hier ein kleines Vermögen gekostet hatte. Trotzdem hatte er nicht groß gehandelt, er hörte Lady förmlich rüffeln, dass Grafengefolge nicht feilschte.
Adrians Ruf hier, Adrians Bemühungen da... Nach der letzten Standpauke hatte er sich mit Ladys Sicht auf diese Reise und seine Rolle dabei abgefunden. Vielleicht hatte sie ihn mitgenommen, um ihn im Auge zu behalten, vielleicht, weil er eben dazugehörte... Zum Haushalt, nicht zu ihr. Die Zeit in Drachenfels hatte ihm das Ziel der Reise wieder deutlich vor Augen geführt – Familie präsentieren. Der Graf, seine Frau, sein Sohn und eben nicht noch der andere Sohn. Die Stadt war noch immer voller spannender Ecken und freundlicher Leute, aber alles schien irgendwie grauer und weniger Grund zur Freude.
Selbstverständlich hätte er es nie ausgesprochen, doch er war froh über Vios Arrest. Sie verbrachte Tag und Nacht in ihrem Zimmer, statt sich statt wie zuhause irgendwo herumzutreiben. Er hatte sie nie so lang am Stück gesehen und genoss die gemeinsame Zeit. Die gemeinsame Abfertigung hatte dafür gesorgt, dass er sich ihr näher fühlte und sich der beißende Neid über ihr Verhältnis zu Lady gelegt hatte. Sicher, Vio war ihr wichtig... damals bei ihrer Entführung hatte sie geheult... aber nun sah sie sie genau wie ihn als potentielle Blamage.
Und wenn schon. Er war zu alt, um eine Mutter zu brauchen, das hatte sein Vater schon vor über zehn Jahren gesagt. Zermürbend blieb, dass hier auch Adrian keine Zeit für ihn hatte. Er hatte sich ausgemalt, jede Menge mit ihm zu unternehmen.
Sein Blick wanderte über die Stadt, bevor er die Augen schloss, um sich alles gut einzuprägen. Anney würde alles wissen wollen und Zoe sicher auch. Beide vermisste er inzwischen arg. Glücklicherweise ließ Vio ihn bei sich im Bett schlafen, nachdem er einige Nächte lang wachgelegen hatte. An das Alleinschlafen hatte er sich auch nach den zwei Jahren nicht gewöhnt... Zuhause leistete ihm Einohr gute Dienste, doch ihn mitzunehmen hatte er nicht gewagt. Er war ihm zu wichtig geworden, um sein Leben leichtfertig zu riskieren; man wusste nie, was in der Fremde geschah... abgesehen davon, was Lady dazu gesagt hätte.
Ein letztes Durchatmen, bevor er den Rückweg antrat, um die im Zimmer ausgebreiteten Buchstabenzettel wieder einzusammeln und alles Nötige für die Weiterfahrt zusammenzutragen.
15...
Bo hatte er als 15jährigen in Erinnerung. Der war 15 gewesen, als Tante ihn fortgeschickt hatte, weil er alt genug dafür sei. Hatte schon jede Menge Mädchen gehabt und war immer der Große gewesen. War er wie Bo? Er war immer ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass sein Bruder wusste, wie die Dinge waren und was zu tun war. Der hatte nicht rumgeheult und hatte niemanden gebraucht, der ihn... gern hatte? Er schüttelte den Gedanken rasch verlegen ab.
Auf der anderen Seite hatte er in den letzten zwei Jahren auch überlegt, ob er verstehen würde, weshalb Bo ihn zurückgelassen hatte, wenn er erst einmal selbst so alt sein würde. Dem war nicht so.
Er versuchte, nicht mehr ständig an ihn zu denken und wollte sich nicht gestatten, ihn zu vermissen – die Frage nach dem Warum hatte das allerdings nie gelöst.
Keine Überlegungen, die zu irgendetwas führten... Abwesend drehte er eines der leuchtend gelben Blätter in der Hand und überlegte, ob es Ari gefallen würde. Zum Glück war die Schneiderin noch rechtzeitig mit dem Spielzeug fertig geworden. Hätte ihm zuhause einfallen sollen, Amelie hätte ihm sicher umsonst genäht, was hier ein kleines Vermögen gekostet hatte. Trotzdem hatte er nicht groß gehandelt, er hörte Lady förmlich rüffeln, dass Grafengefolge nicht feilschte.
Adrians Ruf hier, Adrians Bemühungen da... Nach der letzten Standpauke hatte er sich mit Ladys Sicht auf diese Reise und seine Rolle dabei abgefunden. Vielleicht hatte sie ihn mitgenommen, um ihn im Auge zu behalten, vielleicht, weil er eben dazugehörte... Zum Haushalt, nicht zu ihr. Die Zeit in Drachenfels hatte ihm das Ziel der Reise wieder deutlich vor Augen geführt – Familie präsentieren. Der Graf, seine Frau, sein Sohn und eben nicht noch der andere Sohn. Die Stadt war noch immer voller spannender Ecken und freundlicher Leute, aber alles schien irgendwie grauer und weniger Grund zur Freude.
Selbstverständlich hätte er es nie ausgesprochen, doch er war froh über Vios Arrest. Sie verbrachte Tag und Nacht in ihrem Zimmer, statt sich statt wie zuhause irgendwo herumzutreiben. Er hatte sie nie so lang am Stück gesehen und genoss die gemeinsame Zeit. Die gemeinsame Abfertigung hatte dafür gesorgt, dass er sich ihr näher fühlte und sich der beißende Neid über ihr Verhältnis zu Lady gelegt hatte. Sicher, Vio war ihr wichtig... damals bei ihrer Entführung hatte sie geheult... aber nun sah sie sie genau wie ihn als potentielle Blamage.
Und wenn schon. Er war zu alt, um eine Mutter zu brauchen, das hatte sein Vater schon vor über zehn Jahren gesagt. Zermürbend blieb, dass hier auch Adrian keine Zeit für ihn hatte. Er hatte sich ausgemalt, jede Menge mit ihm zu unternehmen.
Sein Blick wanderte über die Stadt, bevor er die Augen schloss, um sich alles gut einzuprägen. Anney würde alles wissen wollen und Zoe sicher auch. Beide vermisste er inzwischen arg. Glücklicherweise ließ Vio ihn bei sich im Bett schlafen, nachdem er einige Nächte lang wachgelegen hatte. An das Alleinschlafen hatte er sich auch nach den zwei Jahren nicht gewöhnt... Zuhause leistete ihm Einohr gute Dienste, doch ihn mitzunehmen hatte er nicht gewagt. Er war ihm zu wichtig geworden, um sein Leben leichtfertig zu riskieren; man wusste nie, was in der Fremde geschah... abgesehen davon, was Lady dazu gesagt hätte.
Ein letztes Durchatmen, bevor er den Rückweg antrat, um die im Zimmer ausgebreiteten Buchstabenzettel wieder einzusammeln und alles Nötige für die Weiterfahrt zusammenzutragen.
-
Ira Lisarias
- Beiträge: 5
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Mit einem resignierenden Seufzen lies sie sich auf das Bett fallen. Blickte nach links und rechts. Und wieder, ja, sie war allein. Leah war irgendwo, aber nicht hier. Savea war zwar, ein aufrichtiger Mensch, des Dialoges würdig, aber nicht das was sie gerade suchte. Der Rest war weg. Irgendwo jenseits des Ozeans.
Mit einem leisen seufzen richtete sie sich auf, kramte in der Tunika und förderte die Beute hervor. Nach der Arbeit hatte sie sich etwas der proaktiven Umverteilung des Wohlstandes gewidmet und besah nun ihre Beute. Drei magere, kleine Geldsäcke. Am Ende hatte sie 200 Münzen und eine alte abgekaute Pfeife. Und all das ob der Gefahr erwischt zu werden. Sachte raufte sie sich durchs Haar, verstaute den Vermögenszuwachs in ihrer Truhe und lies sich erneut auf das Bett sacken.
Wieder dachte sie an die anderen, jene die nicht hier waren. Sicher, vor allem an jene mit denen sie die meiste Zeit verbrachte wie Luca oder Viola. Aber auch an die anderen. Was sie gerade taten? Machten? Wie es ihnen ging? Ob sich Viola noch immer verbissen zeigte? Und ob die anderen auch an sie dachten? Leicht frustriert und dösig blickte sie grübelnd die Decke an. Den Gedanken wie herrlich abscheulich im gesamten Haus die Decken waren hatte sie schon längst verdrängt als sie einschlief.
Mit einem leisen seufzen richtete sie sich auf, kramte in der Tunika und förderte die Beute hervor. Nach der Arbeit hatte sie sich etwas der proaktiven Umverteilung des Wohlstandes gewidmet und besah nun ihre Beute. Drei magere, kleine Geldsäcke. Am Ende hatte sie 200 Münzen und eine alte abgekaute Pfeife. Und all das ob der Gefahr erwischt zu werden. Sachte raufte sie sich durchs Haar, verstaute den Vermögenszuwachs in ihrer Truhe und lies sich erneut auf das Bett sacken.
Wieder dachte sie an die anderen, jene die nicht hier waren. Sicher, vor allem an jene mit denen sie die meiste Zeit verbrachte wie Luca oder Viola. Aber auch an die anderen. Was sie gerade taten? Machten? Wie es ihnen ging? Ob sich Viola noch immer verbissen zeigte? Und ob die anderen auch an sie dachten? Leicht frustriert und dösig blickte sie grübelnd die Decke an. Den Gedanken wie herrlich abscheulich im gesamten Haus die Decken waren hatte sie schon längst verdrängt als sie einschlief.