Wenn Geschichten wahr werden ....

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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Sie hatte ihre Sachen gepackt, schneller als erwartet. Und gemeinsam machten sie sich dann auf den Weg zum Hafen. Es war mühsam und dauerte viel länger als früher. Immer wieder musste sie Anhalten und ihren keuchenden Atem beruhigen, aber die Aussicht unter Menschen zu sein, ließ sie die Qual des Fußweges vergessen. Leider wirkte das nicht gegen Alles. Kaum hatte das Schiff angelegt, bereute sie die Entscheidung schon wieder. Wie konnte sie vergessen haben, wie das Schiff schwankte und schaukelte. Sie war binnen Sekunden grün um die Nase und kämpfte tapfer gegen die Übelkeit an, bis es nicht mehr ging. Sie eilte so schnell sie konnte an deck und zur Reling. Arsen wusste sie hinter sich den kleinen Welpen festhaltend und mit der anderen Hand beruhigend über die Schulter seiner Frau streichend, während sie sich übergab. Elendig rutschte sie später an der Reling hinunter und blieb dort auf den Holzplanken des Schiffes sitzen. Tief durchatmend und sich an Arsen festklammernd, den Hund vorsichtig im Arm haltend.
Sie bereute richtig ihre Füße auf das Schiff gesetzt zu haben. Und wieder stiegen Tränen in ihr auf und liefen über die Wange. Sie war einfach fertig mit den Nerven und am Ende ihrer Kraft. Fast mitleidig war der Blick Arsens, als er sich zu ihr runter beugte und ihr die zersausten Haarsträhnen aus dem Gesicht fegte. Doch er konnte ihr nicht helfen, sie sah es ihm an wie er es wollte.
Endlich legte das Schiff wieder an. Erleichtert verließ sie die schwankenden Planken und trat frohen Mutes über den Steg.
Endlich sie waren angekommen. Und Malachai hatte sogar aufgeräumt. Es war nicht ihr zu Hause, aber es war besser als die Einöde Lameriast. Doch so ganz gut war es immer noch nicht. Arsen war nach wie der Meinung, sie hätte lieber Malachai als ihn um sich. Es war zum verzweifeln, wie eifersüchtig er war. Und sie wusste beim besten willen nicht warum. Sie liebte ihn doch über Alles, dass sollte er doch wissen. Nur dieses Kind ließ einfach schon zu lange auf sich warten.
Doch sie sprachen sich noch aus, Malachai wollte es ihnen gleich tun. So ging er zu Sienara und Arsen kam ins Haus. Irgendwann saßen sie gemütlich beisammen, bis Selina vor Erschöpfung einschlief.

Unruhig wälzte sie sich auf dem Lager hin und her.
Schweißnass klebten ihre Haare an ihr. Und doch schlief sie tief und fest. Jeder der sie beobachtete konnte sehen, sie träumte nichts Gutes.
Wecken konnte man sie auch nicht und hätte man in dem Moment in ihren Traum gesehen, hätte sich wohl jeder erschrocken.

Bilder stiegen vor ihren Augen auf.

Ein kleiner Brunnen i einem Dorf. Um ihn herum saßen die Frauen des Dorfes und schwatzten. Eine von ihnen wirkte blass und kränklich und sie war hochschwanger. Mitleidige Blicke folgten ihr von den anderen Frauen, man hoffte deutlich, sie würde die Geburt überstehen und doch war es nur eine Frage der Zeit, eh sie wieder Schwanger wurde und noch viel mehr, ob sie dann sterben würde. Doch keiner riet ihr mehr davon zu laufen. Man hatte es Anfangs getan, doch nun würde es sie töten. Die Frau selber war klein und zierlich, sie war nicht dazu geschaffen, dauerschwanger zu sein. Doch ihr Mann bediente sich ihrer, sobald sie sich vom Wochenbett erholt hatte. Keine der Frauen wollte mit ihr Tauschen, doch getuschelt wurde ohne Ende. Eines dieser zahlreichen Kinder war so ganz anders, als die anderen. Es war Blond und hatte grüne Augen. Das gab es hier nicht, alle waren sie Dunkel oder Braunhaarig, mit dunklen Augen. Doch Margareta gab nie preis, von wem das Kind war. Sie ertrug die hämischen Blicke gelassen und fast gelangweilt. Ihr Mann schien es nicht zu bemerken, er kümmerte sich eh nicht um die Kinder. Doch dann wandte sich das Bild wieder. Dieselbe Frau lag schweißgebadet in ihrem Bett. Sie Schrie nicht mehr, sie keuchte nur noch, für mehr fehlet ihr die Kraft. Es war kaum noch Leben in ihr. Die Hebamme versuchte alles, um die Blutung zu stillen. Doch das Leben wich weiter aus ihr heraus. Sie rührte sich nicht mehr. Kein Atem hob die Brust, die Lieder flatterten nicht mehr.
Sie war tot.
Das Kind ging mit ihr.


Wieder wechselte das Bild.

Ein kleiner Friedhof und eine noch kleinere Trauergemeinschaft. Lediglich zwei kleine Mädchen standen an dem Grab und verabschiedeten sich. Doch was eines der Mädchen hob den Blick und schaute sich um. Sie trauerte ernsthaft und der Blick war von Tränen verschleiert und dennoch zog etwas sie in ihren Bann. Am Friedhof waren viele Büsche und Sträucher und in einem Blitze es grün auf. Sie war dem Blitzen mit den Augen gefolgt und kurz schien es so, als sähe sie sich selbst dort, doch als sie zwinkerte um sich zu vergewissern, war das Bild wieder weg. Sie blinzelte mehrmals, doch es musste eine Einbildung gewesen sein.

Wieder wechselte das Bild.

Sie sah viele Menschen alle verhüllt und eher im Schatten als im Licht stehend. Und sie sah eine Bekannte Person. Sie selber hatte ihn getötet, doch in diesem Traum lebten er und noch andere, es musste einige Jahre nach ihrer Geburt gewesen sein.
Sie sah den Krieg, als wäre sie dabei gewesen. Doch wusste sie genau sie war es nicht, sie war ein Kind und Meilen weit weg. Und dennoch sah sie ihren eigenen Blonden Haarschopf in dem Zwielicht aufblitzen. Ihre Eigenen grünen Augen sich einmal besorgt umsehen. Ehe beides verlosch und zu Boden ging. Sie sah dass die Augen brechen und die Haare sich in dem von Blut matschigen Boden ergießen.
In seiner Brust steckte eine Art Dorn. Er hatte ihn durchbohrt. Auf den Lippen des Mannes war ein Wort erstorben. Er hatte noch einem anderen etwas zugerufen. Aber auch er war gestorben, alle um sie herum waren tot und nicht gerade auf friedliche Weise gestorben. Die meisten hatten qualvoll das Gesicht verzogen oder wanden sich noch vor Qualen.



Sie versuchte verzweifelt sich aus dem Traum zu befreien, versuchte den Bildern zu entkommen, aber es ging nicht. Sie fühlte sich gepackt und festgehalten. Etwas griff schmerzhaft um ihr Handgelenk und um ihre Schulter. Sie wurde geschüttelt und irgendetwas Nasses war an ihrer Wange. Mühsam wurde sie aus de Traum geschüttelt. Sie versuchte sich aus dem Griff zu befreien. Schlug um sich und Schrie. Denn noch immer war sie im Traum gefangen und dachte sie würde angegriffen, sie würde zurückgezogen. Irgendwann hörte sie ein leises Fluchen, was nicht aus dem Traum kam. Ganz leise vernahm sie es wieder. Es war eindeutig Arsens Stimme. So langsam begann ihr Bewusstsein zu registrieren, dass er es war der sie Festhielt und versuchte zu wecken. Und noch langsamer kam sie zu sich. Sie sah ihn blinzelnd an noch immer mit den Auswirkungen des Traums beschäftigt registrierte sie verschwommen, dass sich Rote Striemen auf Arsens Wange gefangen. Benommen fragte sie ihn, welche Katze ihn gekratzt hatte. Er schnaubte nur und deutet auf ihre Hände. Unter ihren Nägeln war Blut zu sehen. Erschrocken starte sie ihn an. Und schlagartig war sie hellwach und wusste auch was so feucht an ihrer Wange war. Blut. Was hatte sie getan? Nur langsam wurde es ihr Bewusst, dass es die ganze Zeit Arsen war, der sie versucht hatte aus dem Traum zu befreien. Und sie hatte zugeschlagen um sich zu befreien.
Zuletzt geändert von Selina Talmar am Sonntag 22. Februar 2009, 16:01, insgesamt 3-mal geändert.
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

Das Kaminfeuer prasselte leise vor sich hin und spendete grade noch soviel Licht dass es mir möglich war die Wörter im Buch noch ohne Schwierigkeiten zu erkennen. Nun waren wir also in Malachais Haus vor Bajard und Selina schien sich merklich zu Entkrampfen, alleine das war den beschwerlichen Weg wert gewesen. Natürlich war die Überfahrt eine Tortur für sie gewesen, aber ausreden hätte ich ihr das Ganze eh nicht können und so hatte ich hilflos zusehen müssen wie die Übelkeit sie übermannt hatte und das Frühstück sich wieder verabschiedete. Aber endlich war auch das überstanden und so erreichten wir unser neues, vorübergehendes Zuhause.

Meine Schwester und Malachai hatten uns wohl erwartet zu haben, denn sie begrüßten uns herzlich dort. Er war natürlich gleich wieder voller Fürsorge und Verständnis für meine Selina während Sienara mich scheinbar nachdenklich beobachtete, wie ich später merkte. Viel später denn in diesen ersten Momenten im Haus kochte es wieder in mir hoch, wie viel besser er doch Selina zu verstehen schien, wie sehr er doch scheinbar immer wusste was sie grade brauchte. Ich konnte nicht mehr, ich musste dort heraus bevor ich etwas unüberlegtes tat, Frische Luft, ja das war das Richtige, dass würde mir sicher gut tun und einen Teil der Ruhe zurückbringen. Mit einer knappen Entschuldigung stürmte ich geradezu aus dem Haus, die kalte Luft draußen tief durch meine Lunge streichen lassend, sie war beißend kalt aber sie brachte mich zur Besinnung.

Oder war es mehr meine Schwester die neben mir stand und besorgt fragte was eigentlich los sei? Welch verdrehte Welt war ich es doch die ganze Zeit gewesen der auf die Kleine meistens unbemerkt aufgepasst hatte, mir ihre Sorgen mürrisch , aber deshalb nicht weniger aufmerksam angehört und wohl auch einige aus dem Weg geräumt hatte. Und nun redete sie mir ins Gewissen, erinnerte mich mit nur wenigen Worten an das was ich in all den Selbstvorwürfen scheinbar zu vergessen schien: Selina liebte mich, ihren Holzklotz, der scheinbar so gar nicht wusste was er grade tun sollte und nicht Malachai. Nun trat auch noch dieses rote Tuch hinzu und verdeutlichte mir das er nur wusste was sie brauchte, weil er dies alles schon durchlebt hatte, damals, mit Inara und daraus nun seine Erfahrungen beziehen konnte, was eine werdende Mutter bräuchte und durchmachte.

Zurück ins Haus geschickt sprachen Selina und ich uns aus, fürs erste zumindest, denn ich wage nicht zu behaupten dass ich nun voller Ruhe mit ansehen kann wie Malachai, das Verständnis in Person, mir wieder als Vorbild gezeigt wird. Aber im Augenblick war wohltuende Ruhe in mir, die Wärme des Feuers tat wohl ihr Übriges dazu dass ich langsam schläfrig wurde. Selina hatte sich längst schlafen gelegt und das wollte ich nun auch tun, die letzten Nächte waren meistens kurz gewesen. So legte ich das Buch zur Seite und ging gähnend zu ihr, doch das Gähnen verflüchtigte sich mit einem Schlag.

Sie träumte! Was für eine Art von Traum es war, nun schwer zu erraten war es nicht, dazu brauchte ich nur in ihr Gesicht sehen. Die Haare schweißnass, die Miene verzerrt und gequältes Stöhnen ...ein Alb drückte sie nieder, hielt sie in seinem Griff und egal was ich versuchte ich konnte sie nicht daraus befreien. Im Gegenteil, sie dachte ich wäre Teil ihrer Qual und schlug heftig um sich, so unvorbereitet dass ihre Fingernägel blutige Furchen auf meiner Wange hinterließen. Aber in jenem Augenblick spürte ich den Schmerz kaum, ich drückte sie einfach an mich, rief ihre Namen immer und immer wieder und endlich, endlich kam sie langsam zu sich. Ich muss wohl ungehalten reagiert haben bei ihrer Frage welche Katze mich mit ihren Krallen verziert hatte und brachte sie so nun völlig in unsere Welt zurück. Entsetzt sah sie mich an, sie versuchte eine Entschuldigung zu stammeln, doch die schnitt ich einfach mit einem Kuss ab. Mein Stern war wach, aus diesem Alptraum heraus und das war wichtiger als einige Kratzer auf der Wange.

Inzwischen schläft sie wieder, an mich gekuschelt und diesmal liegt ein kleines glückliches Lächeln auf ihren Lippen wie sie so in meinen Armen liegt, und allein diese kleine Lächeln macht mir wieder deutlich bewusst: sie war, ist und wird immer mein Stern sein, mein Leben und ganz gleich was noch geschehen mag, dies ist unsere Geschichte, die wir vielleicht einmal erzählen werden, aber sie wird niemals enden .. die Geschichte unserer Liebe.
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Sie versuchte zu schlafen. Doch mehr als in einen Dämmerzustand konnte sie nicht gelangen. Panik hatte sie ergriffen und drohte sie zu verzehren. Dabei war der Tag so schön gewesen. Abgesehen von den Nachrichten von Lameriast, aber das war etwas, damit wollte sie sich später beschäftigen. Später ja sie hatte so an den nächsten Tag gedacht, aber später, hieß wohl, viel später. Irgendwann in allen den Blödeleien hatte der Schmerz sie unvorbereitet getroffen. Fast wie gelähmt hatte sie Arsen angesehen. Erst war sie nur verwirrt gewesen, aber dann dämmerte es ihr. Es war eine Wehe. Es war Zeit, das Kind wollte auf die Welt. Sienara war losgeeilt um Trutta zu suchen. Und Cyrion wurde freundlich gezwungen zu bleiben. Immerhin war er der einzige, der schon einmal ein Kind auf die Weltgebracht hatte, abgesehen von Selina, jedoch war sie damals ein Kind gewesen und weder Kind noch Mutter hatten überlebt. Nach außen hin, war sie ruhig und tat es als belanglos ab. Doch innerlich schwoll die Panik an. Und sie konnte nichts dagegen tun. Ihre Fingernägel krallten sich unbemerkt in das Holz des Bettes und hinterließen spuren. Sie merkte kaum, wie Cyrion geschäftig hin und her wuselte, wie Arsen sich neben sie setzte und ihre Hand suchte.
“ Versuch etwas zu schlafen Sternchen.” Sie versuchte es ja, Aber die Bilder ließen sie nicht los.
Ihre Mutter leichenblass, mit aufgebissenen Lippen, Panisch die Augen aufgerissen im Todeskampf. Stumme Schreie, halten von den Wänden wieder. Und dann sacke sie vor Erschöpfung zusammen. Kein Leben erfüllte den Raum. Die beiden Mädchen waren starr vor Schreck. Die Hebamme versuchte wenigstens noch das Kind zu retten. Doch es war tot. Erstickt im Mutterleib.

Selina schlug die Augen auf, als ein neuer Schmerz sie durch zuckte. Sie presste die Lippen aufeinander, und ein ersticktes Keuchen, war das einzige was von ihr zu hören war. Nein sie Schrie nicht. Sie wollte nicht, konnte nicht. Zu sehr bedrängte sie der Gedanke, Schreien kostet kraft.
Wilder schlug die Panik zu. Ein Schrei und sie wäre vollends ausgebrochen. Es waren nur Schmerzen. Sie hatte oft welche erlebt. Hatte sie jedes Mal ertragen. Stumm ohne zu jammern oder zu klagen. Sie konnte es auch diesmal. Nur nicht die Beherrschung verlieren. Zum Glück waren ihr noch lange Pause beschieden. Der Schmerz kam in großen Abständen. Und holte sie immer wieder aus ihrem Dämmerschlaf. Fest krallte sie ihre Nägel in Arsens Hand und in die Decke. Noch konnte sie der Panik Herr werden. Auch wenn sie bereits ihren Blick trübte. Dunkle Schleier legten sich um ihre Augen und mit jeder Schmerzwelle. Wurden sie Stärker.
Ihr wurde die Luft abgeschnitten sie konnte nicht Atmen. So stark hatte die Panik von ihr besitz ergriffen. Sie keuchte, schnappte nach Luft.
Ihr wurde ein Becher an die Lippen gehalten. Scheußlicher bitterer Tee ran ihre Kehle herunter, doch sie wurde etwas ruhiger. Sie konnte wieder Atmen. De Panik ebbte für einen Moment ab und die Schatten verschwanden. Sie sah wieder das Feuer aufprasseln. Für den Moment war die Panik gebannt. Und sie dämmerte wieder ein. Wie lange es her war, dass Sienara aufgebrochen war, konnte sie nicht sagen. Es war auch egal. Vorerst zumindest.
Zuletzt geändert von Selina Talmar am Mittwoch 25. Februar 2009, 11:04, insgesamt 1-mal geändert.
Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Als sie endlich das Haus von Herrn Schwarzmore entdeckt hatte, erhörte niemand ihr Klopfen. Frische Spuren im Schnee vom Haus weg zeigten an, dass vor kurzem jemand das Haus verlassen hatte. Selina wird sicher einen Spatziergang machen und nicht so unvernünftig sein, weit zu gehen. Doch um hier auf sie zu warten war es einfach zu kalt. Die barjader Taverne, nicht der Ort den sie freiwillig aufgesucht hätte, war warm und trocken. Beim Verlassen des Gasthauses dämmerte es. Kurz bevor sie den Weg verließ um in das Wäldchen zu gehen in dem ihr Ziel war, kam eine Frau angelaufen. Sie schien es eilig zu haben. Als sie jedoch bemerkte, dass beide denselben Weg zu nehmen gedachten, fragte die Frau nach ihrem Anliegen. Ohne eine Antwort abzuwarten fragte sie weiter. Im schnellen Lauf erreichten sie das Haus.

Im Moment des Eintreffens fanden sie Selina ruhig schlummernd. Den Bericht über das vorherige Geschehen und die Panikattacke hörte Trutta während sie den Mantel ablegte und die Tasche auspackte. Alles deutete darauf hin, dass die Niederkunft bald beginnen würde. So war die Rechnung richtig und einen Moment genoss sie es mit Stolz. Dann aber mussten Vorbereiten getroffen werden. Arsen wachte über ihren Schlaf. Im Raum war es beschaulich und das gedämpfte Licht machte ihn anheimelnd. Tee war genug da. Die ausgepackten Kräuter verströmten ihre Aromen. Neben dem guten Duft sollten Krankheiten und böse Geister ferngehalten werden, die wohlriechenden Odeurs sollten ihr das Atmen erleichtern und sie entspannen. Cyrion, der wohl schon mal bei einer Geburt dabei gewesen war, bot sich an die Kessel mit Wasser zu füllen und auf Feuer zu stellen.

Selina schlief. Alles war still. Arsen blieb bei ihr. Abwartend saßen Cyrion und Sienara und Trutta beim Kamin am Feuer sich leise unterhaltend.



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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Wieder zog sich das Messer durch ihren Körper. Und ein Schrei entrang sich ihrer Kehle. Heißer und panisch. Die Pausen der Wehen waren nun sehr kurz und sie hatte kaum noch eine Möglichkeit sich davon zu erholen. Sie hatte etwas schlafen können Anfangs, aber nun?
Die Panik war wieder angewachsen, seit die Pausen zwischen den Wehen kürzer wurden. Sie wusste nicht mehr wie viel Zeit vergangen war und wer alles in dem kleinen Haus anwesend war. Si konnte der Panik nicht mehr Herr werden, zwar halfen ihr die Kräuter im Haus freier zu Atmen, aber dennoch schnitt ihr die Panik die Luft ab. Sie keuchte, dann schrie sie wieder auf, wenn die nächste Wehe kam, es machte das Ganze leichter und dennoch merkte sie, wie jeder Schrei sie Kraft kostete. Sie sackte nach jeder Wehe in sich zusammen, schien zu schrumpfen und immer Blasser zu werden. Ihre Haare waren nass von Schweiß und klebten an ihrer Stirn, der Zopf hatte sich mittlerweile gelöst und die langen flechten lagen wirr auf dem Kissen. Ihre Lippen waren blutig gebissen, von unterdrückten Schreien.
Doch nun wurde es noch schlimmer. Wehe um Wehe riss durch ihren Körper nun ohne pause Sie hatte keine Kraft mehr. Alles drehte sich um sie. Sie spürte kaum noch die Arme die sie festhielten. Sie hörte nur ganz am Rande die Stimmen um sie herum. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Alles um sie herum bestand aus leisen Stimmen ihren Schreien und Schmerz. Wieder gewann die Panik überhand. Sie sah nur noch schwarze Schemen. Sie rückten unaufhörlich näher. Griffen nach ihr. Zerrten an ihr. Schatten und doch keine. Ihre Augen waren weit aufgerissen, aber sie blickte ins Leere. Nackte Angst wuchs darin und wurde größer und größer. Mit jeder Wehe wuchs die Angst in den Augen. Wurde sie nicht von Schmerzen zerrissen schlug sie in ihrer Angst um sich. Sie wollte sich befreien von allem was sie festhielt. Sie merkte kaum, dass sie jemanden traf. Aber wenn sie es merkte schien sie kurz bei Sinnen zu sein und Reue kehrte in ihre Augen. Sie wusste wen sie traf und es tat ihr unendlich Leid: Arsen ertrug es mit stoischer ruhe. Er hielt einfach ihre Hand. Mehr sah sie nicht von ihm.
Wieder Schrie sie auf. Sie hatte das Gefühl es zerriss sie.
Doch ihre Schreie waren kraftlos und heißer. Kaum mehr Schreie zu nennen.
Das Getuschel wurde lauter im Raum und drang gedämpft zu ihr. Klang es besorgt? Panisch, ängstlich? Sie konnte es nicht sagen. Hin und wieder merkte sie wie ihr Bitterer Tee die Kehle herunter rann und ließ sie würgen, doch brachte dies sie immer wieder kurz zur Besinnung; dann merkte sie reuevoll, wen sie in ihrer Panik traf und was um sie herum geschah, doch diese Momente waren nur von kurzer Dauer.
Denn auch die Tees wirkten nicht gegen die Panik und je länger sie den Wehen ausgesetzt war, desto größer wurde sie.
Noch einmal sammelte sie alle Kraft, die sie noch finden konnte. Doch dann zerriss es sie. Sie Schrie. Und dann wurde es dunkel um sie. Sie spürte nichts mehr. Sie sah nichts mehr. Kein Schmerz, keine Angst. Es war vorbei sie war ruhig. Schwerelos und glücklich.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Sie ritten gerade durch den Wald, als Sarah anfing langsamer zu werden. Leise stöhnend, griff Sie sich an den Bauch.
Ehe Sie hinabglitt und vom Pferde fiel, schnappe Malachai sich ihren Arm und zog Sie zu sich auf Schattenhuf.
Es schien soweit zu sein. Nun würde sich beweisen, ob all die Übungen Sarah die Macht gaben, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren.
Er hielt sie im Arme und glitt vom Pferde hinab. Er setzte sie auf einen Baumstumpf und wischte ihr über die Stirn.
Langsam, beruhigend redete er auf Sie ein...konzentration...ja...das brauchte Sie...sie musste sich konzentrieren, diese Gefühle abblocken, wie Sie es einst mit dem Schmerz von Malachai schaffte.
Selina bekam nun ihr Kind, noch war es sicherlich ein leichter Schmerz, doch wenn die eigentliche Entbindung kam, würden die Schmerzen stärker und stärker werden.
Er setzte sich ihr gegenüber, sprach ruhig auf Sie ein...weiter hallten seine Worte mit den Erinnerungen an ihr Training an ihr Ohr. Weiter sprach er auf Sie ein...immer weiter und weiter.
Es schien zu wirken...er vergass, wieviele Stunden er bei ihr saß, wielange diese Geburt von statten ging. Doch Sie schien sich zu kontrollieren...diesen Schmerz zu unterbinden.
Selber rasten seine Gedanken zu Selina.
Er wäre gerne bei ihnen, würde helfen, wenn er könnte...doch er musste mit Sarah hier bleiben....mit seiner Halbschwester und ihr beistehen.
Er machte sich sorgen, in der Tat. Unwissenheit...wie bei der Geburt seines Sohnes. Angst, dass etwas geschehen könnte....dem Kind....Selina als Mutter.
Zuviele Gedanken, die er schnell wieder verworfen hatte und sich wieder auf Sarah konzentrierte.
Sie stöhnte zwar ab und an leicht, doch konzentrierte sie sich sofort wieder und kämpfte dagegen an.
Was wohl in ihrem Kopfe vor sich ging?
Bald war es geschafft.
Er würde dann Sarah wieder zu Selina und Arsen...und der kleinen Elira bringen...und würde dann beginnen, die nachforschungen zu machen.
Ein halber Tag verging, als es vorbei zu sein schien.
Sarah, am Ende ihrer Kräfte...sie sollte ruhen, einige Stunden schlafen.
Sie legte sich auf den Ast am Baume, dann ritt Malachai los.
Sie waren nicht weit entfernt, blieben in der nähe seines Hauses. Er kam hinein, sah schon Selina müde auf dem Bette, Arsen daneben liegend mit dem kleinen Kinde im Arme.
Er strahlte, Malachai...so voller Stolz auf seine Schattenschützlinge...auf diese starke, innige Familie.
Auf Selina...wie Sie all den Schmerz ertrug und wie in einem Käfig lebte.
Auf Arsen, der trotz fehler, die jeder machte, am Ende alles richtige tat und bis zum Ende beistand.
Auf Elira...dem Neugeborenen...das erste Kind der neuen Schattenära....seine PAtentochter.
Ja, auch Cyrion war wohl dabei...half, wie er es einst bei Inara tat.
Sein Blutsbruder...kein Schatten...aber immer dazugehörig...ein Leben lang.
Sie hatten einst Zwist, die Talmars und Cyrion wegen Leah...doch dieser Zwist ist durch die Geburt eines Menschen...eines Schattens nun vorbei.
Er drückte seine Glückwünsche aus, konnte seinen Stolz auf diese Familie nicht zurückhalten...die Familie...wie Selina sagte...auch seine war.
Er war nur kurz da...zu kurz, wie er empfand...doch er würde nun Sarah holen...zu ihrer Familie bringen...zu seiner.
Es mag verworren sein...seine Halbschwester....die die Ziehtochter von Selina und Arsen war....
Ja...er würde nun verreisen....er würde nachforschungen anstellen...und alles darüber erfahren.
Es wirkte, angesichts der wenigen Zeit, als würde die Arbeit übersteigen.
Soviele wollten nun etwas von ihm...und Khazkal...mit seinem Fürstentum.
Er seufzte, als er zu Sarah ritt und sie abholte, um sie zu Selina und Arsen zu bringen...zuviel war im Wandel...doch im Mittelpunkt...die Geburt eines neuen Schattens...ein gutes Zeichen nach solch düsteren Zeiten...dessen war er sich sicher.
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Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Der kalte Wind tat gut. Auf dem Heimweg war viel Zeit das Erlebte noch einmal ins Gedächtnis rufen. Es war geschafft! Mutter und Kind waren wohl auf. Mit Eluives Beistand hatte sie alles getan, was die Heilkunde ihr möglich machte, um die Schmerzen zu lindern und die Geburt erträglicher zu machen. Aber die Angst, diese furchtbare Angst! Alle Versuche Selina zu beruhigen verpufften. Diese unbändige Furcht schnürte sie zu, machte sie taub und die Geburt zur Tortur. Es schien als wollte sie das Kind, auf das sich alle freuten, besonders sie und Arsen, nicht auf die Welt lassen.

Die Abstände zwischen den Wehen verkürzten sich und nahmen an Intensität zu. Ruhig und scheinbar gelassen, versuchte Trutta Selina immer wieder zu erinnern, dass sie die Wehen hinnehme solle, sich nicht dagegen auflehnen, Schmerzen und Gefühle annehmen, dass alles in Ordnung war, aber sie schrie im hysterischen Wahn mit entsetzten Blicken und verkrampfte bis in die letzte Faser ihres Körpers. Das koste sie viel Kraft. Die Kräuter taten ihre Wirkung, sonst wäre es wohl noch schlimmer gewesen.
Zwischen den Wehen in denen sie sich erholen und entspannen sollte, warf sie sich hin und her. Ihre Kraft nahm zusehends ab. In solchen Momenten ergriffen Trutta Zweifel. Würde alles gut gehen? Immer wieder vergewisserte sie sich noch mal mit Tasten, ob das Kind die richtige Lage hatte.

Irgendwann in einem solchen Augenblick, ganz leise, hörte sie die vertraute Melodie. Still im Geiste summte mit, nicht wissend ob die anderen es auch hören konnten. Es gab ihr Mut und Vertrauen zurück. Sie wusste Eluive war da, und würde Selina den Mut geben, die sie brauchte.
Arsen, wenn das Trutta richtig einschätzte, zersprang fast vor Sorge und Angst um Selina, hatte Mühe sich zu beherrschen, hielt sich aber prächtig, massierte ihr das Kreuzbein, streichelt sie und sprach ihr Mut zu. Sienara wechselte immer wieder die heißen Tücher und trocknete Selina die Stirn, stricht ihr die wirren Haare aus dem Gesicht. Cyrion packe an wo es von erforderlich war, sorgte ständig für Nachschub an heißem Wasser.

Trutta hätte es gern gesehen, wenn Seliana zwischen den Wehen sich bewegt, sich aufgerichtet hätte oder etwas gelaufen wäre, aber daran war überhaupt zu denken. Sie klammerte sich an die Kissen und schien ihre Umwelt nicht wahr zunehmen.

Nach vielen Stunden, der Muttermund hatte sich gut geöffnet, aber noch nicht weit genug setzte Selina an und wollte nun das Kind mit Gewallt heraus pressen. Gutes Zureden war vergebens. Ganz gegen ihre Gewohnheit beschimpfte Trutta Selina. Das schien anzukommen, denn sie ließ nun endlich mal, wenn auch nicht sehr lange, los. Ihr Körper konnte tun was, wo gengen sie die ganze Zeit ankämpft hatte.

Dann endlich war es so weit, der Muttermund ganz offen. Selina hörte nichts mehr. Alles trieb sie. Was nun langsam gehen sollte entlud sich in einem letzten Schrei und die kleine Elira erblickt das Licht der Welt. Sie protestiere lauthals, als ihr die Nase und Mund abgewischt wurde, beruhige sich aber sogleich, als sie ihren Platz auf der Brust ihrer Mutter fand.

Der Raum gefüllt mit Freude und Glück, der Erleichterung aller, das Bildnis größter Friedfertigkeit, immer wieder ein Wunder, ein erhebendes Gefühl.

Als Mutter und Kind versorgt friedlich in einen erholsamen Schlaf versunken waren, verließ Trutta müde aber unendlich erleichtert das Geburtshaus.


Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Schweiss stand auf seiner Stirn. Wieder schleppte er einen Kessel Wasser heran, versuchte nach Möglichkeit dem Bein, das sich mal anspannte, mal lockerte und halb über den Bettrand hin, auszuweichen. Es war als wollte sie vor ihrem eigenen Bauch, vor dem Kind in ihr davon kriechen, wenn sie die Beine anspannte und versuchte, sich das Bett hoch zu schieben. Doch waren da Hände, die ihre Schultern ergriffen, sie an ihrem Platz hielten. Arsen, der versuchte, die aufgelöste Selina zu beruhigen, während Sienara ihre Beine ergriff und unter Kontrolle brachte.Trutta war da, hockte vor Selina und betrachtet, was Cyrion verzweifelt versuchte, nicht anzusehen. Er wollte diesen Teil nicht wieder vor Augen haben. Der Kessel wurde in der Nähe abgestellt, einiges von dem Wasser in eine Teekanne gegeben, Kräuter überbrüht, deren Tee Selina verabreicht werden sollte. Auch andere Arbeiten übernahm er. Schnee von draussen holen, das sie Selina abkühlen konnten, erhitzt wie sie war. Feuer nachlegen, frische Tücher bereitlegen... und dann und wann Selinas Bein packen und festhalten, wenn Sienara mit beiden Beinen überfordert war und Selinas Tritte sogar Trutta bedrohlich wurden.
Wieder schrie Selina aus Leibeskräften, Schreie, die Cyrion zermürbten. Er hatte Inara erlebt... aber das hier... Die Schreie drangen nicht nur durch das Ohr, sie kratzten an seinen Nerven, rissen an der Innenseite seines Schädels und schienen ihr möglichstes zu geben, der Bedeutung des Wortes Kreischen neue Dimensionen zu eröffnen. Er hatte noch nie solche Schreie gehört, nicht mal jene, die er bei Folterungen - manche von ihnen von ihm selbst ausgeführt - gehört hatte. Konnte ihr niemand ein Beissholz geben, das wenigstens diese Schreie irgendwie....
"Verdammt! Cyrion! Ihr Bein...!" Die Worte waren noch nicht völlig ausgesprochen von Trutta, als er schon an der Seite des Bettes war und das wild ausschlagende Bein zu packen versuchte. Sein Blick striff jenen Bereich zwischen ihren Beinen, den er hatte nicht sehen wollen, als seine Hände das Bein packten und auf dem Bett hielten. Er schaute erbleichend zur Seite.
>Mutter, ist das Blut?! Ist das norm....<
Seine Finger glitten von dem Schweissnassen Bein ab, als sie erneut an diesem ruckte. Sein Blick flog wieder zu dem Bein, das er zu greifen versuchte. Zu spät! Es wurde kraftgewaltig nach vorne geworfen, glitt durch seine Finger hindurch und fanden unverhofft ein Ziel. Ein luftleeres Ächzen kroch über seine Lippen, der nächste Tritt - diesmal gegen seinen Bauch, nahm er kaum wahr, als eine ganz andere Art von Schmerz all sein Denken und jede Hauch von Bewegung überschrieb. Wie ein nasser Sack fiel er zurück und krümmte sich zusammen, japste nach Luft, während er seine empfindlich getroffenen Teile hielt. Der blendend weisse Schmerz füllte sein ganzes Sein aus - er bekam nicht mit, wie Trutta das ausschlagende Bein packte. Bekam nicht mit, wie ihm reflexartig Tränen in die Augen schossen. Da war nur dieser blendender Schmerz!
"Autsch..." gab Arsen mit sich verziehenden schmerzlichen Ausdruck im Gesicht von sich, als er Cyrion betrachtete, der da wie ein sterbender Fisch am Boden lag. "Sie hat ihn gut erwischt. Der wird so schnell nicht mehr aufstehen." Schwer ausatmend schaute Trutta zu ihm runter. Selina war im Augenblick ruhig. Bis zur nächsten Wehe würden sie wieder etwas Zeit haben. Die Lippen der Heilerin pressten sich zusammen bevor sie seufzend wiedergab. "Das können wir grad nicht haben... Wir brauchen ihn auch!"
Die Augen Cyrions schienen blicklos, als neben ihm ein nasses kaltes Tuch gelegt wurde sowie ein Döschen Salbe. Die Pupillen Cyrions zogen sich zusammen, weiteten sich erneut, zogen sich wieder zusammen. Sein Blick musste schwimmen. Konnte er sehen, was da vor ihm Stand? Würde er sie hören? "Kühl es, wenn du dich bewegen kannst. Und salb dich ein. Ich kann dir leider nicht besser helfen. Aber du solltest vielleicht das einen Heiler untersuchen lassen... Nach der Geburt."
Cyrion nahm die Worte und die leichte Berührung einer Hand an seiner Schulter nur am Rande wahr. Doch stöhnte er hingebungsvoll und schmerzerfüllt, als er genügend Luft dafür aufbringen konnte. Das geschäftige Treiben hinter ihm wurder klarer wahrnehmbar, das Tuch und die Dose als das erkannt, was es war. Nach einem weiteren Moment wanderte die Hand zu dem nassen Tuch und schloss sich um dieses.

Cyrion verpasste eine Wehe, während er sich vor dem Haus selbst versorgte. Er hatte in sofern noch Glück gehabt, das es ihn nicht gerade dann erwischt hatte, als die Wehen so kurz waren, das er kaum Zeit hatte, sich zu erholen. Und Erholung brauchte er. Von dem Gefühl her, konnte er sich von seiner Familienplanung verabschieden. Aber so fühlte es sich immer an, wenn man einen kräftigen Tritt genau in die Kronjuwelen bekam. Die Augen schliessend, lehnte er sich an die Wand des Hauses und drückte das kalte nasse Tuch an die getrofenen Teile. Wenn ihn jetzt jemand sah... Egal... es war dunkel udn kalt, er stand von Bäumen umgeben zur Hauswand. Und wenn der Schnee nicht so kalt gewesen wäre, das er in die Haut biss, hätte r diesen direkt zum Kühlen genommen. Wieder atmete er schmerzlich ein. Er würde bald wieder hinein müssen. Die Schmerzen ignorieren, die nasse Hose ignorieren, die dank dem nassen Tuch aussah, als hätte er... egal... alles egal. Im Augenblick....
"Cyrion..." klang es von der Tür her. "Die nächste Wehe sollte bald beginnen. Komm wieder rein. Wenn du kannst."
Konnte er? Er war sich nicht sicher. Wieder da rein gehen? Diese Furie bändigen, die... Aber es war Selina. Selina, Malachais Familie. Sie und ihr Kind, um das sie alle kämpften. Arsens Frau...
Er nahm das Tuch beiseite und verwendete einmal mehr die Salbe, zog dann seine Hose zu. Und ging mit vorsichtigen Bewegungen in den Raum, lehnte sich an den Türrahmen.
"Arsen?" Der einstmals warme Bariton hatte gelitten.
"Hmm?" Der Blick schweifte kurz zu ihm rüber, wanderte kurz prüfend über seine Gestalt, wandte sich dann wieder Selina zu, erneut brummend, damit zeigend, das er zuhörte.
"Hast du ein Suspensorium?" Die Augen schlossen sich wieder schmerzlich. Aber was er fühlte, konnte wohl kaum mit dem verglichen werden, was sie gerade fühlen musste. Selina war bleich und verschwitzt, starrte mit Augen zur Decke, die von Leid sprachen, das er nicht kannte.
Ein Mundwinkel zuckte leicht nach oben auf Arsens Zügen. "Bisschen spät, nicht?" Aber er fing schon an in Malachais Sachen zu suchen.
"Gib mir einfach eins..." Kam es unwillig von Cyrion. Ihm war grad nicht nach scherzen. "Einmal reicht mir."
Wieder ein sachtes Schmunzeln von Arsen, dann warf er den Schoner gen Cyrion, welcher ihn auffing. "Hier bitte. Aber stell dich nicht so an... Dein Schmerz ist nichts..." Der Blick des Mannes wandte sich ab und wanderte zu seiner Frau. Sorge stand schwer auf seinen Zügen. Ungewohnt für Cyrion, der er den Mann nur selten so zärtlich blickend oder auch so besorgt gesehen hatte, wie er sich an diesem abend zeigte.
Er betrachtete stirnrunzelnd den Schoner für einen Moment. Den Schmerz, den er gespürt hatte, den er grad spürte... Er war tatsächlich nichts gegen das, was Selina grad durchmachte. Selina, eine harte Frau gegenüber Schmerz... Schrie und kreischte sich die Seele dort aus dem Leib, biss, trat und kratzte um sich. Arsen hatte reichliche Kratzwunden überall an den Armen, am Hals und im Gesicht. Er bezweifelte, das sie danach je wieder Schwanger werden wollte. Genauso wie er sich frage, ob eine Schangerschaft, ein eigenes Kind, wirklich eine so gute Idee war, wenn es das war, oder zumindestens sein konnte, was eine Frau zu erwarten hatte. Die Vorstellung eines Kindes von Leah war heute nacht in weite Ferne gerückt. Er wusste nicht, ob es das wert war. Für ihn und für Leah.
Ein langgezogenes Stöhnen holte ihn aus seinen Gedanken heraus. Die nächste Wehe würde in Kürze beginnen. Rasch legte er das Suspensorium an und hinkte hinüber, stellte sich neben ihr Bein. Er durfte wirklich nicht zimperlich sein. Er musste ihr helfen, wie alle anderen auch.... Helfen, diesen Albtraum durch zu stehen.
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Arsen Talmar
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Arsen Talmar »

Da war sie nun also unsere kleine Elira. Wie friedlich sie im Arm ihrer Mutter schläft und ihr ein glückliches Lächeln auf die Lippen malt, ein Lächeln in dem auch der Stolz der Mutter auf die Tochter liegt. Vergessen sind nun der Schmerz, die Angst die in Panik überschwappte, vergessen wie schwer die Geburt doch war, vergessen auch das ich meinen Stern fast verloren hätte. Wenn ich allerdings in den Spiegel sehe bin ich mir sicher dass ich die Spuren des Abends nicht so schnell verlieren werde, jene tiefen Kratzer die mir Selinas Fingernägel zugefügt hatten in ihrer Panik, als sie wild um sich schlug….

Es herrschte ein stilles, aber reges Treiben in dem kleinen Haus als es endlich so weit war. Sienara hatte zum Glück Trutta rechtzeitig zu Selina gebracht, ein Umstand der wohl auch in Truttas weiser Voraussicht bestanden hatte und diese schon auf halbem Wege gewesen war. Jeder hatte von Trutta seine Aufgabe zugewiesen bekommen, nur mich hatte sie einfach angesehen, lag in ihrem Blick die stumme Frage, ob der werdende Vater dem ganzen überhaupt gewachsen war. Ich hielt der Prüfung wohl stand und so saß ich bei Selina und hielt ihre Hand, später sie selbst fest als sie sich in Schmerzen wand, begann um sich zu schlagen und zu treten.

Ich hab kaum Erinnerungen an diesen Abend oder die Nacht, außer das Cyrion etwas zu spät nach einem Suspensorium fragte, Selina hatte ihn ziemlich schwer an einer sehr empfindlichen Stelle getroffen, jene Stelle die für das entstehen von Nachwuchs unerlässlich ist, wenn das auch manchmal weibliche Wesen in absolute Abrede stellen wollen. An eine jungfräuliche Empfängnis glaubte ja nicht mal mehr der Küster der Klosterkirche. Wie weit nun diese Stelle bei Cyrion in Mitleidenschaft gezogen worden war, würde ein gewisses Rehlein sicher herausfinden und sich deren annehmen… zumindest liegt die Vermutung nahe.

Aber egal sehr sie trat oder mir die Haut zerkratzte, es war nichts gegen die wachsende Sorge als sie schwächer und schwächer wurde. Mir blieb fast das Herz stehen als sie das Bewusstsein verlor, sie einfach nur noch da lag und unsere kleine Tochter in jenen Momenten ihren ersten Schrei tat. Aber als hätte die kleine nach ihrer Mutter gerufen bald schlug mein Stern seine Augen wieder auf und nahm den kleinen Sonnenschein bald in ihre Arme. Sie hatte es geschafft, sie hatte über ihre Schmerzen gesiegt und bald würde sie stolzen Blickes mit Elira auf dem Arm mit mir nach Hause kommen.

Und ich stehe nun hier und versuche trotz all der Kratzer wie ein stolzer, rasierter Vater auszusehen, aber das fällt mir nun doch ersichtlich schwer. Nicht wegen dem Stolz, nein der war in den Augen deutlich zu sehen, aber ich möchte denjenigen mal sehen der rasiert aussieht wenn er über und an Kratzern vorbei das Rasiermesser zu führen versucht. Hinter mir kichert es leise, ein deutliches Zeichen das es Selina wieder besser geht, die mir bei meinen Barbierkünsten zusieht, während sie die Kleine ihr Frühstück einnimmt. Im Inneren tut es ihr immer noch Leid wenn sie all die Kratzer sieht, aber die werden bald verschwunden sein. Aber die Liebe, unsere Familie, zu der auch Sarah immer gehören wird, und der kleinen Sonnenschein in Selinas Armen werden bleiben … und das wäre noch eine ganze Menge Kratzer mehr wert gewesen.
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Selina Talmar
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Selina Talmar »

Ein leises Wimmern riss sie aus ihrer Trance, in die sie zuletzt geflüchtet war. Anders ging es nicht, sie hatte am Rande ihres Bewusstseins mitbekommen, das Trutta sie beschimpfte, sie versuchte sich zusammen zu reisen, soweit sie noch konnte. Sie hatte es irgendwie geschafft alles auszublenden, oder war sie zuletzt bewusstlos geworden?
Sie wusste es nicht. Doch das Wimmern riss sie zurück.
Ihre Augen waren schwer, sie konnte sie nicht öffnen. Sie wollte sprechen, aber nru ein heiseres krächzen entrang sich ihrer Kehle.
Es war vorbei. Nach einigen Minuten schaffte sie es die Augen zu öffnen. Und blickte in das besorgte Gesicht Arsens. Doch in seinen Augen stand noch etwas anderes. Stolz. Der Stolz eines Vaters. Doch was war das? Kratzer über und über Kratzer und blaue Flecken.
Was hatte sie getan?
Was war in sie gefahren?
Sie wusste es nicht, sie konnte sich nicht erinnern. Es ging nicht. Alles war wie in einem Nebel. Doch so wie es aussah, würde es ihr noch Wochen Leid tun. Naja zumindest sah es im Moment so aus.
Sie schaute im Raum umher. Alle sahen sie mitgenommen aus. Alles ihretwegen.
Tränen stiegen in ihr auf. Sie hätte vorher lernen sollen ihre Angst zu bezwingen nu war es zu spät. Doch gerade als sie die Tränen nicht mehr zurück halten konnte. Legte Trutta ihr ihre Tochter auf die Brust.
Und die Tränen der Reue, die sie für einen flüchtigen Moment empfand wichen Tränen der Freude.
“ Elira” formten ihre aufgerissenen Lippen.
Sie lächelte glücklich. Sie hatte eine Tochter. Mit einen Mal hatte sie die Schmerzen vergessen. Auch die Panik war nicht mehr vorhanden. Sie war wie eine blasse Erinnerung, die sie vor Jahren erlebt hatte.
Doch ihr Körper war zerschunden und am Rand ihrer Kraft.
Doch es war nebensächlich geworden. Sie lebte und hielt ihre gesunde kleine Tochter im Arm.

Irgendwann würde sie sich entschuldigen, oder auch nicht. Sie konnte sich ja nicht einmal erinnern.
Glücklich lächelnd schlief sie mit ihrer Tochter im Arm ein.
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Sarah Schwarzmourne
Beiträge: 162
Registriert: Montag 7. Januar 2008, 03:30

Beitrag von Sarah Schwarzmourne »

Langsam ritten sie durch die Wälder, Sarah hatte viel gelernt in den letzten Wochen oder waren es Monde? Die Zeit verging viel zu schnell und dann passierte das wovor Malachai sie schützen wollte mit dem Training. Ein ziehender Schmerz von solcher Intensität wie Sarah es noch niemals spürte, ein Ziehen als wollten alle Eingeweide von ihr runter zu ihren Füssen, Sarah verkrampfte es und sie drohte vom Pferd zu fallen, doch Malachai packte sie noch rechtzeitig und zog sie zu sich aufs Pferd, langsam glitt er mit ihr hinab und redete ihr immer wieder zu sich zu konzentrieren, das zu tun was sie so oft geübt hatten. Es gelang ihr auch immer wieder und sie konnte den Schmerz zumindest so weit ausblenden dass es erträglich war doch nach jeder Pause schien es schwerer zu werden, schien der Schmerz noch unerträglicher und da war auch noch etwas anderes das es ihr schwer machte sich zu konzentrieren, ja sie nahm auch Selinas Panik mit. Wie lange das alles dauerte und wie oft es wiederkam mochte sie nicht einzuschätzen und Malachai schien bei seiner Hilfe genauso viel Kraft verbraucht zu haben wie sie auch wenn er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Dann war es endlich soweit, Elira war da und es war endlich vorbei, Sarah war am Ende ihrer Kräfte und sie hielt sich an Malachai fest, es schien als wollte sie ihn gar nicht mehr loslassen, aber er brachte sie zum nächsten Baum und sprach weiter ruhig auf sie ein und so brauchte sie auch nicht lange bis sie erschöpft einschlief.
Sie hätte wohl sicher noch länger geschlafen doch als Mala zurueckkam und alles zusammengepackt hat weckte er sie und brachte sie anschliessend zum Haus wo Selina und Arsen wohl schon warten würden. Es war eine recht stille überfahrt, Mala sah sie immer wieder fragend an aber er sagte nichts. Weshalb brachte er sie jetzt so plötzlich zurueck? Hat sie etwas falsch gemacht? Sarah fragte aber auch nicht weiter nach, irgendetwas war anders seit dem Abend als er vom Baum fiel, aber sie vermochte nicht zu erkennen was es war und so verlief die restliche Reise mehr als still. Sarah band ihr Pferd fest und blickte zu Malachai fragend hoch der immer noch auf Sturmwind saß. „Geh rein Sarah, Arsen, Selina und Elira warten schon auf dich“ sagte er ruhig und deutete zur Türe. Sein Blick blieb einige Zeit am Haus haften, wohl schien er doch noch zu überlegen kurz mit ihr reinzugehen doch dann schüttelte er leicht den Kopf als Sarah ihn fragte ob er nicht mitkommt. „Ich muss noch etwas erledigen, eine längere Reise Sarah, aber ich komme so rasch wie möglich zurueck. Und jetzt geh rein.“ Sie blickte ihn noch eine Weile an, doch er lächelt nur sacht und nachdem sie die Türe etwas geoeffnet hatte und sich nochmals nach ihm umdrehte war er auch schon wie gewohnt im Schatten der Bäume verschwunden.
Langsam trat sie in den warmen Raum und schloss hinter sich wieder leise die Türe bevor sie sich umsah. Selina lag schlafend mit Elira im Arm in dem Bett neben dem Kamin wärend sich Arsen und Sienara leise unterhielten. Am liebsten hätte Sarah das Haus gleich wieder verlassen doch Arsen lächelte sie stolz und wie es aussah auch erfreut dass sie endlich wieder bei Ihnen war an und winkte Sie zu sich.
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Hilfe!! Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!!
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