Viele Tage sind vergangen seitdem ich hier in dieser Welt angekommen bin. Ich weiß noch die Überfahrt war alles andere als angenehm, die wilde, raue See hat das kleine Schiff auf dem ich war kräftig durchgeschüttelt. Ich habe die Tage nicht gezählt, meist war es mir nicht möglich die Nacht vom Tage zu unterscheiden, so dunkel waren die Tage im Sturm. Es blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Warten und hoffen das der Sturm bald aufhören würde. Eines morgens erwachte ich und wunderte mich wieso das Schiff still zu stehen schien. Der Sturm hatte endlich aufgehört, ungewohnt waren die ersten Schritte. An Deck war die Sicht unbeschreiblich. Die Sonne stand hoch am Himmel, der Wind wehte straff in die Segel und das Meer lag ruhig um uns. So weit konnte ich blicken, dass ich mich fragte wann man endlich Land sehen würde. In lehnte mich auf die Rehling des Schiffes und ließ den Blick schweifen. Ich weiß noch, dass ich in der Ferne Segel sah. Der Mann im Ausguck hatte es wohl schon vor mir gesehen, denn alle brachen in Panik aus, wildes Treiben an Deck und das hektische Rufen der Männer verwandelten das ruhige Schiff in einen aufgebrachten Hühnerstall. Ich begriff nicht was diese Unruhe zu bedeuten hatte.
"Piraaaaaten" Schrie der Mann im Ausguck. Da wusste auch ich womit wir es bald zu tun bekommen würden. Ich blickte wieder zu dem Schiff, als auf einmal ein Mann neben mir stand. Er war groß, und hatte einen langen grauen Bart der im Wind wehte. Er richtete einen sonderbaren Stab in die Höhe und brummte komische Worte die ich nicht verstand. Ich sah ihn an, um zu erahnen was er vorhat.
Auf einmal brach die Unruhe ab und es wurde ruhig. Ich blickte mich um und stellte fest, dass das schöne Wetter von dichtem Nebel abgelöst wurde.
Nun stand auch der Kapitän des Schiffes neben mir. Er schien erfreut beim Anblick des Nebels.
"Das war Rettung in letzter Sekunde" sagte er, "unsere Mission darf nicht scheitern" Dann drehte er sich zu mir streckte mir einen Brief zu und sagte "Es ist von äußerster Dringlichkeit, dass Lord Deslon von den Eisenwärtern dieses Schriftstück bekommt. Du musst sie ihm überbringen."
Ich nahm den Brief an mich, wenn gleich ich nicht wusste wer dieser Lord sein sollte. Zudem gab er mir einen kleinen Beutel Münzen als "Entlohnung"
Ein paar Tage später gingen wir vor Anker und ich an Land. Die neue Welt war ungewohnt und ich kannte mich nicht aus. Es dauerte eine Weile bis ich mich zurechtfand und versuchte meine Mission zu erfüllen. Da wo man mir sagte, dass die Burg der Eisenwärter stand fand ich keine Menschenseele. Hungrig und durstig machte ich mich also auf in die Taverne, wo ich mich etwas ausruhen wollte.
Beim hereinkommen erkannte ich einige Mitglieder der Eisenwärter am Wappen auf ihrer Kleidung, es glich jenem auf der Front des Briefes den ich bei mir trug.
Ich sprach sie an, um ihnen den Brief zu überreichen. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns, ehe ich ihnen den Brief überreichte.
Am Gesichtsausdruck des Einen konnte ich sehen, dass es sich um erfreuliche Nachrichten handelte.
Am Ende des abends, nachdem wir uns noch lange unterhalten hatten, schlug mir der Eine vor, mich beim Lord vorzustellen und diesem meine Aufwartung zu machen. Ich ließ mir die Sache durch den Kopf gehen, da ich nicht wusste ob ich mich an ihn binden wollen würde. Doch nach ein paar Tage des Umherziehens und Überlegens kam ich zu dem Schluß, das es sicher nicht schaden könne wenn ich mich diesem Jenen vorstelle.
Ich war mir sicher die Gemeinschaft würde sich für mich als nützlich erweisen, sowie auch ich meinen Teil für die Gemeinschaft betragen würde. Ich wollte dem Herren dienen und unter seinem Schutz zum Wohle der Gemeinschaft handeln.
So da er nun meine Geschichte in Auszügen kennt und ich meine Beweggründe dagelegt habe, bitte ich nun eben jenen welchen mich in seiner Burg zur Audienz und Unterredung zu empfangen, auf dass er sich ein Bilde von mir mache, um über mich zu urteilen.
Sollte er die Zeit aufbringen können mich zu empfangen bitte ich jenem mir zu schreiben, aufdass ich persönlich vorstellig werde.
*Unterschreibt schwungvoll mit seinem Namen*
Amtaris Silva