Gequälter Geist... Gepeinigte Seele... [BEW Spieler Quest]

Helena Velheyn

Beitrag von Helena Velheyn »

„Das ist doch nicht sein Ernst.“
Kopfschüttelnd saß der Rotschopf im Kräuterbeet und rupfte unerwünschten Besuch aus. „Unkraut“ war eigentlich die falsche Bezeichnung, fand sie. Denn Kraut war es ja. Aber wen kümmerte das, wenn im Zimmer neben ihr ein unbändiger Dämon schlief, der eine ganze Burg in Atem hielt und nur förmlich darauf wartete alle umzubringen? Seufzend warf sie ihren botanischen Intimfeind, die Brennnessel, aus dem Beet über den kleinen Holzzaun.

Brennnesseln… ja, so fühlte sich das Gespräch mit dem Inquisitor rückwirkend an. Es brannte, es juckte, es bereitete Unbehagen. Die ganze Situation fühlte sich so an. Die etwas wirre Shessidyr war ein nettes Mädchen, fand sie. Ein etwas eigenwilliges Ding, welchem sie mit gebotener Vorsicht begegnet war, aber im Grunde ihres Herzens ein gutes Ding. Helena konnte sich noch erinnern, wie sie Shessidyr eine Tüte mit Naschwerk geschenkt hatte. Das, was sie in ihren Augen gesehen hatte, war pure, kindliche Freude. Wenn der Inquisitor es ihr nicht erzählt hätte, wäre sie niemals darauf gekommen, es mit einer Besessenen zu tun zu haben. Zumindest nicht, bis zu der dramatischen Nacht. Denn als der Inquisitor in Shessidyrs Zimmer mit dem Dämon gekämpft hatte, hatte sie versucht nebenan zu schlafen. Den Aufschrei und das gellende Licht würde sie nicht vergessen können. Nie hatte sie eine solche Angst gehabt. Nie.

Mit wunden Händen und aufgeriebenen Nerven erhob sie sich und griff nach dem Rechen. Was der Inquisitor nun vorhatte, konnte wirklich nicht sein Ernst sein. Er war viel zu erschöpft, das hatte sie deutlich gesehen. Alleine konnte er es nicht bewältigen. Wer war das noch gleich, der ihm zur Hand ging? Janus Aethra… der Name kam ihr bekannt vor. Hatte sie ihm nicht einst gegen ein großzügiges Geld Kräuter verkauft? Ja, das musste er sein. Einen Moment stutzte Helena. Natürlich konnte sie sich täuschen, denn sie hatte von alledem ja keine Ahnung, aber ihre Bedenken wollten nicht schweigen. Vielleicht war der Magus nicht gut genug, oder nicht geübt genug. Unwohl schüttelte sie sich und kehrte das Unkraut weg. Ihr fiel auch niemand ein, der besser geeignet war. Trotzdem: sie konnte nicht untätig sein. Sie wusste nicht genau wie, aber sie musste helfen. Irgendwas würde es schon geben, das sie tun konnte um Tyrius zu entlasten.
Und wenn es nur eine Möglichkeit war, den Fürsten abzulenken, der nicht sehen durfte, wie müde Tyrius von seinem Kampf geworden war.

Wieder schaute sie auf die Brennnessel.
Manchmal war Fürst Deslon nicht wesentlich angenehmer.
Tyrius Sendar

Der Kern - The Core!

Beitrag von Tyrius Sendar »

Mit einem leisen heulen fegt der Frühlingswind um das Haus und den Garten von Tyrius und Synessia auf Lameriast, doch all dies stört den braunhaarigen Mann augenblicklich weniger, denn das warme Nass des Wasserbeckens umgibt ihn wie eine weiche Decke und lässt seine Muskeln und seinen Geist eine Phase der Entspannung durchmachen.
Entspannung und Ruhe, das war es was er nun brauchen würde, als letzte Vorbereitung für das Ritual.

Es stünde kurz bevor. Ein paar letzte Punkte…
Fertigstellung des Würfels, das frei Räumen des Daches, das Ziehen des Pentagramms mit dem Bannkreis und auch das Aufstellen des Tisches.
Vieles davon müsste man am Tage des Rituals machen, doch einiges konnte man schon vorher erledigen…
Es sollte baldigst soweit sein und Tyrius hoffte inständig, dass es Andreana gelingen würde, den Würfel bis zum fünften Tag des Wochenlaufes fertigzustellen, denn am Abend dieses Tages sollte es beginnen,…

… das Ende des Todessanges.


Erneut zieht sich ein Lächeln über seine Lippen. Ein großer, kritischer Schritt lag nun hinter ihm.

Janus und Tyrius hatten den Abend mit der Umstrukturierung einiger Edelsteine verbracht und es war ihnen gelungen dadurch vier essentiell wichtige Steine zu kreieren sowie einen fünften mehr mythischen als magischen Stein.
Nun hieß es „nur“ noch diese Steine in den Würfel zu integrieren, doch konnte dies Tag um Tag durch die Orks zunichte gemacht werden und so war auch hier schnelles, präzises und sofortiges Handeln angebracht.
Und dies galt nicht nur für jene, die etwas herstellen oder aufräumen müssten, nein dies galt ebenso für ihn selbst, was bedeutete, er müsste nun aus dem Wasser und sich um den fünften Stein kümmern.


Langsam erhebt Tyrius sich aus dem Wasser und trocknet sich kurzerhand ab, dann legt er sich mit den fünf Steinen vor den Kamin und beginnt Zeichnungen und Maßangaben zu notieren.
Zeichnungen eines jeden einzelnen Steines werden angefertigt und mit entsprechendem Umfang beschriftet.
Auch wird Tyrius in stundenlanger Arbeit ein Modell des fünften Steines anfertigen, welches er aus einem Teigsalzgebäck fertigt und ihm die gleichen Ausmaße wie dem fünften Stein gibt.

Und nur wenig später werden drei Legionäre der Burg Eisenwart ihren Weg zu Andreanas Haus finden und dort ihr eine Tasche überreichen. Die Tasche ist mit einem kleinen Schloss verschlossen und so Andreana dazu eine Frage stellen sollte, wird sie zu hören bekommen, dass sie das Schloss aufbrechen solle, sie sei dazu berechtigt.
Dann werden die drei wieder verschwinden.

Wenn sie die Tasche dann entsprechend öffnet und den Inhalt betrachtet, werden ihr vier kleine Beutelchen auffallen können, sowie ein kleiner schwarzer Beutel.
Des Weiteren befindet sich darin ein Bogen feinen Pergamentes.




Der Eisenwart Gruß und des Sternenvaters seyn Segen, Frau Steinschmelz,

Es freut mich Euch mitteilen zu können, dass die Steine nun soweit sind.
Die kleinen Beutelchen beinhalten die einzelnen Steine. Geht bitte vorsichtig damit um, es sind die einigsten. Der schwarze Beutel beinhaltet den zentralen Stein, der derzeit noch aus Salzteig ist und erst kurz vor dem Ritual durch einen anderen ausgetauscht wird. Dies bedeutet also, dass der zentrale Stein entnehmbar sein muss. Der Salzteigstein ist von der Größe und Begebenheit dem echten nachempfunden.
Ich wäre höchst erfreut, wenn der Würfel bis zum fünften Tag der Woche fertig gestellt sein könnte.
Ich weiß es ist sehr wenig Zeit, die ich Euch dafür gebe, doch ob der Drohung durch die Orks muss es nun sehr schnell gehen und wir dürfen uns keine längere Verzögerung mehr einhandeln.

Auch möchte ich Euch eine Einladung aussprechen, so dass Ihr am fünften Tag der Woche zur siebenten Abendstund‘ in der Burg erscheinen könnt, so Ihr mögt und dürft dem Ritual beiwohnen, denn immerhin wart Ihr es, die den Tisch wie auch den Würfel konzipierte.
Natürlich ist für die Sicherheit eines Jeden vor Ort gesorgt.

Ich hoffe alsbald gute Neuigkeiten von Euch vernehmen zu können,

Hochachtungsvoll,

Tyrius Sendar
Inquisitor der Eisenwart
Diakon des Sternenvaters
Andreana Steinschmelz

Beitrag von Andreana Steinschmelz »

Es war ein schöner Frühlingstag. Der Schnee wich dem Grün und nur noch hie und da waren einige dreckige Flecken des einstigen strahlenden Weiß zu sehen. Dafür standen auf der saftig grünen Wiese überall bunte Frühblüher und stritten darum, die schönsten Farben hervorzubringen.

Doch von alledem bekam sie nicht viel mit. Die Angst um das Überleben, die Angst vor den Armeen von Orks und anderem Ungetüm hielten ihre Gedanken in Bann. Und noch etwas. Ein Auftrag. Schon früh beim ersten Morgengrauen drangen aus der Werkstatt Klopf- und Schleifgeräusche. Die Glut in der Esse knisterte und heller Schein leuchtete aus den Fenstern. Gelegentlich verstummten die Geräusche und ein Schatten zeigte sich am Fenster, der in alle Richtungen spähte um sofort wieder zu verschwinden. Die Gefahr beunruhigte sie und so viel es ihr schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Aber nicht nur sie war auf den Beinen. Das ganze Dorf war schon beschäftigt. Die Patroulien liefen schon die ganze Nacht. Und die Bewohner des Dorfes waren so wie Andreana schon früh auf den Beinen, um sich auf die Orkarmeen vorzubereiten und alles für die Verteidigung zu tun.

Gebeugt sitzt sie über den silbernen Platten und probiert hin und her. Wie kann denn am besten daraus ein Würfel entstehen. Aus diesen Grübeleien reisst sie plötzlich ein kräftiges Klopfen an der Tür. Sie zuckt zusammen und verharrt still. Wer wird das gewesen sein? Ein Bewohner des Dorfes? Einer der wenigen Kunden, die sich noch zu ihr trauten? Ein Ork wird es kaum sein, der würde nicht klopfen sondern mit der Tür ins Haus stürmen. Wieder etwas ruhiger geht sie zur Tür, um diese aufzuschließen und einen kleinen Spalt breit zu öffnen.

Der Mann vor der Tür hält ihr ein Schreiben hin. Eine Nachricht von Herrn Aethra. Nachdem sie das Pergament angenommen und einen kurzen Blick darauf geworfen hatte, war der Bote auch schon wieder verschwunden. Sie schmunzelte etwas, es konnte ihm nicht übel genommen werden. Die Kunde von der Gefahr auf Lameriast wird gewiss schon aufs Festland herüber gelangt sein. So verriegelt sie die Tür wieder sorgfältig und geht zurück an die Werkbank.

Endlich. Die erwarteten Angaben für den Würfel.


Sie studierte das Pergament gewissenhaft. Sogleich begann sie mit den Vorbereitungen. Aber noch konnte sie nicht beginnen, den Würfel zusammenzufügen. Es fehlten noch die Steine. Und ohne die Größe dieser zu wissen, konnte sie nicht die Fassungen herstellen.

Die Zeit verbrachte sie damit alles vorzubereiten. Die Platten wurden hergestellt und die vier Pentagramme in den Seitenflächen eingraviert. Da die Platten stark genug waren, machte sie die Einkerbungen etwas tiefer. Ebenso verfuhr sie mit dem Deckel. Auf diesem fertigte sie die Einkerbungen besonders sorgfältig. Deutlich erkennbar entstand auf der Platte, die einst der Deckel sein sollte das Pentagramm. Aussendrum ein Bannkreis. Mit der Zeit sahen die Platten aus, wie jene Skizzen, die Janus ihr zukommen lassen hat.

Dann begann sie den Boden mit dem Gestell, das den Würfel zusammenhalten soll, zu fertigen. Auf die Bodenplatte brachte sie Verstrebungen an, von denen kleine Stifte nach außen hin abstanden.

Für den fünften Edelstein, der im Zentrum des Würfels gehalten werden sollte, wollte sie gerade Diagonalen einstezen, als sie plötzlich mit der Arbeit stockte. Ihr fiel ein, dass sie noch gar nicht die Größe der Steine kannte. Also wendete sie sich wieder den Seiten zu. Feine Löcher bohrte sie durch die Platten. Unzählige Löcher rundherum an den Rändern. Dort sollten die Stifte des Gestells hindurchgehen, die dann den Würfel wie Nieten zusammenhalten sollten. Sie hatte sich für diese Variante entschieden, da für das Löten Legierungen verwendet wurden und immer die Rede davon war, dass unbedingt reines Silber verwendet werden sollte.

Auch an den Rand des Deckels wurden Nieten angebracht, die waren aber größtenteils nur zur Zierde da, damit der Würfel gleichmäßig anzusehen ist.

So war sie wieder einmal vertieft in Arbeit, schon fast vergaß sie die schrecklichen Ereignisse, die auf der Insel in letzter Zeit geschahen, als Geräusche an ihr Ohr drangen. Es waren Hufe die auf die Erde donnerten. Auch das konnten keine Orks sein, denn diese verspeisten die Pferde lieber. Als der Donner vor ihrer Türe stoppt, steht sie auf und geht an ein Fenster. Dort sind drei Reiter auszumachen. Stolz sitzen sie im Sattel. Hochgerüstet wie es nur Legionäre sind. Ein hünenhafter Reiter steigt vom Pferd und als er das letzte Stück zu Boden springt, kann man das Scheppern seiner Rüstung hören. Alle tragen sie die Farben der Burg Eisenwart, was ihr unter normalen Umständen zu denken gegeben hätte, aber so...

Kräftigen Schrittes steigt der Legionär die Stufen zu ihrer Veranda hoch. Mit ebenso kräftigen Schlägen pocht er gegen die Tür, aber Andreana war schon an dieser, hatte die Tür aufgeschlossen und öffnet sie sofort. Bevor die Tür ganz geöffnet war und der Legionär zu reden beginnen konnte, fragt sie ihn erwartungsvoll.


Sendet euch der Inquisitor? Der Herr Sendar?

Verdutzt schaut der Hühne auf die kleine Frau hinunter, nickt und reicht ihr eine Tasche. Sie nimmt sie entgegen, dabei hatte sie doch eher mit einem Pergament gerechnet. Dann betrachtet sie die Tasche und ihr fällt auf, dass da ein Schloss dran ist. Sie schaut wieder auf und meint:

Und der Schlüssel zu der Tasche?

Kurz und bündig kommt die Antwort zurück, mehr im militärischen Ton, als das es unhöflich klingt.

Brecht es auf!

Er macht auf dem Absatz kehrt und schreitet zurück zu den anderen. Behände trotz der schweren Rüstung zieht er sich in seinen Sattel zurück und alle drei wenden ihre Pferde gen Osten. Nur einen Wimpernschlag später preschen sie schon davon. Alles was sie hinterlassen ist die verdutzt dreinschauende Schmiedin in der Tür, einige aufgewirbelte Grasklumpen und zertrampelte Krokusse und Schneeglöckchen.

Sie geht hinein und nimmt einen Hammer und legt das Schloss der Tasche auf den Amboss, um es zu sprengen. Doch war diese Aktion nicht mit Erfolg gekrönt, der Hammer federt ab und das Schloss zeigt keine Spuren. Sie flucht leise und legt den Hammer beiseite. Danach greift sie nach einem Dietrichbund und versucht das Schloss so zu öffnen, was nach mehreren Versuchen und um so mehr leisen Fluchen auch endlich klappt.

Sie entnimmt der Tasche die Beutel und das Pergament, welches sie sogleich liest. Dann schaut sie neugierig in die Beutel hinein.
Die Steine sehen aus wie ganz normale Edelsteine murmelte sie.

Nun beginnt sie mit äußerster Konzentration und Vorsicht den Würfel zu fertigen. Die Fassungen treibt sie in die Platten und passt sie auf die Edelsteine an. Neben den Fassungen werden diesmal fünf Löcher gebohrt, eine kleine Abwandlung zum Teststück. An jeder Ecke des zentralen Fünfecks des Pentagrams wird ein Loch gebohrt. Dazu fertigt sie aus Silberstäben eine Art fünfzackiges Kreuz. So, dass der Verbindungspunkt der Halterung genau im Zentrum des Pentagrams liegt.

Dann arbeitet sie weiter an dem Gestell, welches den mittleren Stein halten soll. Es soll wie eine Feder den Stein halten. Von jedem der unteren Ecken steigt ein diagonaler silberner Stab zum Zentrum des Würfels und endet dort in einer Fassung für den Stein. Von oben kommen ebenso Stäbe mit einem Gitter in der Mitte, welches auf den Stein drücken wird und ihn vom Herausfallen abhalten soll. Diese oberen Stäbe können wie Federn mit etwas Druck hochgehoben werden. Damit dies nicht ungewollt passieren kann, sind an zwei Seiten des Gitters Klammern, die über die untere Fassung gelegt werden.

Nun fügt sie die Seitenwände und das Gestell zusammen. Sorgfältig werden alle Halt ausübenden Nieten breitgeschlagen. Der Würfel wird so zusammengefügt, dass nicht eine Ritze zu sehen ist. Alles passt haargenau. An der vorderen Innenseite, bringt sie nun ein kleines Schloss an und an den Deckel einen Haken, in den das Schloss greifen soll. Mit kleinen Scharnieren verbindet sie nun Deckel und Behälter.

Sie hebt den Würfel hoch und betrachtet ihn von allen Seiten. Ganz schön schwer ist er geworden. Aber alles hält und nichts wackelt. Dann greift sie nach einer Dose mit Schleifpaste und einem Stück Stoff und poliert alle glatten Seiten. Die Einkerbungen der Pentagramme bleiben dunkel und geben so einen guten Kontrast zum glänzenden Silber.

Nun greift sie nach den Edelsteinen und setzt diese vorsichtig ein. Einen nach dem anderen. Erst werden sie in die Fassung gelegt und mit den vorgefertigten Kreuzen befestigt. Eine sehr riskante Arbeit, da die Stäbe von Innen breitgeschlagen werden müssen. Und das während die Edelsteine schon in der Fassung sitzen, die ja nicht beschädigt werden dürfen.

Aber alles klappt. Der Würfel ist endlich fertig gestellt. Sie legt noch den fünften Stein aus Salzteig hinein und lässt die Feder hinunter.

Dann lässt sie Tyrius eine Nachricht durch einen Boten zukommen


Werter Herr Sendar,

mit Freuden und größter Erleichterung kann ich euch mitteilen, dass nun auch der Würfel fertig gestellt ist. Alles liegt bei mir zu Hause bereit. Ich hoffe inständig, dass die Armeen der Orks nicht zu früh zuschlagen und etwas zerstören, oder euch bei eurem Ritual stören.

So sehr es mich ehrt, dass ihr mich zu dem Ritual einladet, muss ich doch absagen. Ich denke, es ist besser, wenn ich euch nicht im Weg herumstehe. Doch würde es mich freuen, wenn ich noch einmal von euch hören könnte, ob denn alles gut ausgegangen ist.

So verbleibe ich mit den besten Grüßen.
Andreana Steinschmelz
Tyrius Sendar

Der letzte Abend - The last ending Day

Beitrag von Tyrius Sendar »

Leise atmet Tyrius durch.
Kalt strömt die Luft in seine Lungen und bläht diese auf.
Aufgewärmt kommt der Atem wieder hervor und schlägt Wolken in der Luft.
Eine Schweißperle läuft ihm die Stirn hinab, über die Wange und sammelt sich am Kinn mit zwei anderen.

Angst…
Sorge…
Ein flaues Gefühl…

Es würde nicht leicht, doch es wäre zu schaffen.
Den Leibhaftigen Wahnsinn zu besiegen wäre etwas anderes,
als einen einfachen Dämon mit einem Streitkolben zu deformieren…
Tyrius war kein Magier und doch verfügte er über die Gabe…
Die eine Gabe das Lied zu fühlen, es zu manipulieren und mittels der Kräfte,
die Horteras im Spendete zu formen und zu bilden.

Nur noch wenige Stunden…
Nur noch wenige Augenblicke…
Nur noch wenige Dinge zu erledigen…
Nur noch einmal Ruhe bevor es beginnen würde…
Nur noch die Kraft des Geistes auf die man sich verlassen könnte…
Nur noch Hoffnung…
Nur noch Kraft…
Nur noch Ausdauer…
Nur noch Geschick…
Nur noch Begabung…
Nur noch Reagieren…
Nur noch Wissen…

Nur diese Dinge waren noch entscheidend…


Langsam tritt er in den Schlafraum ein, welchen er in der Burg bewohnt.
Dunkel liegt er vor ihm, als er hinein tritt und gemächlich die Tür hinter sich schließt und dann seine Schritte quer durch den Raum zum Fenster leitet um die Gardine aufzuziehen.
Der Mond strahlt hell und klar in das kleine Zimmer hinein.

Der Stuhl wird gerade gerückt und die Lehne einmal vom Staub befreit, ehe Tyrius dann beginnt, seine Kleidung darauf zu drapieren. Nicht die Burguniform würde er morgen tragen… nein…
Die Farben seines Gottes waren es, die ihm mehr Schutz als jede Rüstung gewährten und so würden sie es auch sein, in die er sich Kleiden würde.
Weiß und leicht glitzernd hängt die Robe also wenige Augenblicke später über der Stuhllehne.
Doch nicht allein. In einem ebensolchen Weiß, die Rüstung aus der Trollhaut.
Schutz vor Kälte und Wind. Das würde er brauchen, denn es würde sicherlich kalt dort oben.
So hoch oben auf der Burg.
Langsam geht er hinüber zum Bett und krabbelt in dieses hinein.
Die darin liegende Person schlägt einmal kurz die Augen auf und Tyrius legt dieser kurz nur eine Hand auf die Wange, ehe er ihr einen Kuss auf die Stirn gibt.

„Schlaf weiter Liebes..“, murmelt er nur leise zu ihr, ehe er sich selbst auf den Rücken neben sie legt.
Ein Arm wird über ihn gelegt und Synessia kuschelt sich mit einer kurzen Bewegung sanft an ihn an.
Wobei er weiterhin nur leise Atmet.

Ruhig und gleichmäßig…
Bewusst und kontrolliert...
Er würde früh aufstehen und meditieren.
Das würde ihm noch einmal Ruhe gönnen.
Mehr noch sogar als viele, viele Stunden Schlaf.

Er hatte den Brief von Andreana bekommen gehabt und mit einem jähen Aufschrei der Freude hatte er die frohe Kunde vernommen. Das sie nicht kommen wollte, konnte er nachvollziehen, doch würde es in der Burg trotz allem sicherer sein, als draußen in ihrem Haus.
Aber dies war ihre Entscheidung.
Es würden morgen zwei Leute bei ihr aufschlagen und den Tisch abholen.
Den Würfel jedoch sollte Janus auf seinem Weg entgegen nehmen und abholen.
Es würde besser sein, so er dies täte.

Doch hatte Tyrius den beiden auch Nachrichten gesandt.
Kurz nur aber doch aussagekräftig…


Janus,
es ist alles bereit.
Der Würfel ist gefallen. Der Stein mit Ketten versehen.
Der schwarze Wirbel in meiner Hand aus der das Lied erklingt.
Die Pflichten sind vergeben. Die Gemeinschaft gewarnt.

Morgen…
siebte Abendstund‘,
das Mitbringsel:
Bekommt es von der Verbiegerin des Metalls.
Der Stein mit Ketten versehen, wird geholt.

Gruß,

Tyrius


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Des Sternenvaters seyn Segen Frau Steinschmelz,

mit Freude vernahm ich die Worte, welche Euer Schreiben zu mir trug.
Ich danke Euch vorab schon einmal für Eure ausgesprochen großzügige Hilfe.
Alsbald werde ich mich bei Euch melden bezüglich des Ausganges.

Der Silberne mit edlen Steinen versehen
wird von Herrn Aethra auf seinem Wege zur eisernen Festung
bei Euch abgeholt werden. Dies würde auf die siebte Abendstund‘ treffen.
Wenig später werden zwei in den Farben der Eisernen bei Euch sein.
Ihnen zu geben habt Ihr bitte den Stein mit Ketten.
Redet mit Niemandem darüber, denn auch Niemand wird es verraten.
Es sei ein Geheimnis. Ungewiss ist der Ausgang und Vage die Zukunft.

Seid auf der Hut, werte Frau Steinschmelz,
Orks, Trolle, Oger und Zweiköpfe… neusten Berichten nach vereinen sie sich.

Möge der hohe Stern Euch immerwährend beschützen.
Er der hoch am Himmel wacht über jene, die unter ihm Wandeln.

Mein Angebot steht.
Siebte Stund‘. Die Eiserne.
Eure Entscheidung.

Seinen Segen mit Euch,

Tyrius Sendar
Inquisitor der Eisenwart
Diakon des Sternenvaters
Zuletzt geändert von Tyrius Sendar am Freitag 7. März 2008, 01:32, insgesamt 2-mal geändert.
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Shessidyr Shartir
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Beitrag von Shessidyr Shartir »

Ein recht ruhiger Nachmittag auf Lameriast - abgesehen von den marodierenden Horden der Grünhäute.

Ab und an zwitscherten einige Vögel.

Eine frische Frühlingsbrise weht über das Land.

Der Winter ist vorbei und eine neue Jahreszeit wird beginnen.

Nur noch wenige Stunden bis zum Abend, die Sonne neigt sich gemächlich in Richtung des Horizontes und lässt ein verträumt-melancholisches Licht auf die Insel Lameriast scheinen.

...

Burg Eisenwart, die Taverne.

Aus dem geöffneten Fenster im zweiten Stock ist in den Hof hinunter ein wunderschönes Summen zu hören. Eine manchen Legionären und Burgbewohnern wohl bekannte Melodie ist immer und immer wieder zu hören.

Eine Melodie von Träumen, vergangenen Zeiten, kindlicher Unschuld und liebevoller Zuneigung.

...

Das Gästezimmer im zweiten Stock, Zimmernummer 1.

Die wachhabenden Legionäre vor der Tür haben sich mittlerweile an das eintönige Klimpern von Ketten gewöhnt, welches Tag und Nacht aus dem Zimmer zu hören ist.

Immer wieder rasseln die Ketten.
Immer wieder.

Sie haben sie angekettet. Wie ein Tier. Das Raubtier? Das war sie doch nicht. Oder doch?

In der letzten Zeit fühlte sie sich seltsam... als würde sie nicht sie selbst sein. Der Blutvater war auch so lange nicht bei ihr... warum?

Wieso verhielt der Blutstern sich so seltsam?

Hunger...
Durst...

Sie wollte weg. Die Ketten stören. Sie waren aber zu fest... sie hat es schon versucht, es tat weh.

Das hektische Treiben im Burghof nahm abermals zu. Mittlerweile war es Abend geworden. Viele Schritte trabten, marschierten und eilten umher, als würde irgendetwas passieren.

Nur was?

Ihr Herz raste. Warum tat es das?

Stärker... was war los?

Ein Würgereiz... ein flaues Gefühl im Magen...

Ein Gefühl... als würde sie sich verlieren...

Papa...

Meister...

WAS WAR LOS?
When I hurt you - you take it and you like it!
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