You're in the Garde now

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Darna von Hohenfels

You're in the Garde now

Beitrag von Darna von Hohenfels »

"Ihr habt etwas bei Eurer Auflistung vergessen, Darna - den Punkt: 'schlafen'!"
"Schlafen..."
, murmelte es durch ihre Gedanken. Zum Glück still, denn der Enthusiasmus und die Beharrlichkeit, mit der es ausgesprochen worden wäre, hätte vielleicht den Argwohn geweckt, die Frau Oberst wär zum Zombie mutiert.

Sie mochte nicht mehr zum Schloß rüber, in ihr Zimmer, der Versuchung des Bettes widerstehen, um die Rüstung abzulegen. "Schlafen..." Die vorige Nacht war nicht sehr erholsam gewesen - erst von Kadett de Cruzado aus dem Bett geholt, um berichtet zu bekommen, daß zwei der drei Vergifterinnen vom Marktplatz geflohen waren. Ohne aufgebrochene Türen. Und mit allem Grund zur Annahme, daß die beiden wie auch die Alatar-Templerin, die der Kadett noch wieder hatte festsetzen können, bei der Flucht im Besitz von Umhängen und Mänteln der Garde waren.
Innerhalb des Kastells waren alle Türen verschlossen, überschüssige Mäntel nur aus der Rüstkammer zu holen... dazu musste es binnen kurzer Zeit geschehen sein.
"Ich werd Cathal und de Cruzado für die Untersuchung brauchen. Also doch Verräter in der Garde. Irgendwie muß ich... - schlafen."

Sie war die restliche Nacht im Kastell geblieben. Obwohl die letzte Gefangene verschnürt wie ein Rollbraten und geknebelt in ihrer Zelle lag, ließ der Gedanke Darna keine Ruhe, es könne diese Nacht durch die Geflohenen veranlasst doch noch irgendwas geschehen. Oder nochmal Fluchthilfe. Oder... jedenfalls blieb sie vor Ort. Sie hatte erst überlegt, das Zimmer neben den Mannschaftsquartieren in Anspruch zu nehmen, doch schon der Gedanke, im Notfall nicht gerüstet zu sein, versetzte sie in Unruhe. So hatte sie sich ins Hauptmannsbüro in den Sessel am Schreibtisch gesetzt. Hatte wach bleiben wollen. Und war trotzdem eingeschlafen.
Das Resultat war, daß Rafaels Gebrüll im Kastell sie geweckt hatte. Fast wäre sie noch in ihn reingerannt, und der Anblick, der sich dem Sire bot, war einer der selteneren Sorte: Die Haare zerzaust, und im Gesicht zeichneten sich munter rötliche Druckstellen von den Kanten der Armschienen, auf denen sie den Kopf abgelegt hatte. Zum Glück vergingen die Druckstellen von alleine, denn schon zum Kämmen blieb keine Zeit.

Gefangenenaustausch wurde verlangt. Die Alatartemplerin gegen Jerome de Bourgo. De Bourgo... Einerseits passte ihr ein Austausch nicht. Es brauchte nur zur Gewohnheit werden, daß die Rahaler sich varuner Bürger als Druckmittel griffen, sobald sie hörten, daß Leute von ihnen im Gefängnis saßen, dann... gar nicht dran denken. "Schlafen..." Sie musste diese Sache auf ihre Kappe nehmen können. Abgesehen vom Wert allen Menschenlebens würde ihr wohl die halbe Garde - alle Familienmitglieder Jeromes - einen Aufstand machen, wenn sie das Leben eines de Bourgos bei sowas gefährdete. Diese Art von Macht konnte gefährlich sein... gar nicht dran denken. "Schlaf. Müde. Lasst mich in Ruhe."

Sie öffnete die Tür zum Büro, schloß sie, ließ sich in den Sessel fallen. Nicht an Kadettin Lynette de Bourgo und diesen verdammten Schneeball denken. Nein. Vielleicht hatte sie das auch nur geträumt, daß dieses... Fräulein... bei der unterbesetzten Eskortierung der Gefangenen zum verlangten Treffpunkt nichts besseres zu tun hatte, als Sir Cathal von hinten einen Schneeball an den Kopf zu werfen - vor ihren Augen.
"So dumm kann keiner sein. Du hast das vielleicht geträumt."
Leider hallte ihr das gebrüllte Wort "Stubenarrest" noch erschreckend gegenwärtig durch den Kopf.
"Wenn ich die morgen... egal jetzt. Schlafen.
Der Graf wollte die Berichte morgen früh... egal jetzt, Himmel! Davor musst du ja wohl schlafen dürfen!
Ich hab Hunger. Hab ich eigentlich was gegessen heute außer diesem Stück Brot? Hör jetzt bloß auf, zu denken."


Immerhin war sie schlauer als gestern:
sie zog die Armschienen vorher aus.
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