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Das richtige Werkzeug
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » Das richtige Werkzeug
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Corastin Kiems





 Beitrag Verfasst am: 12 Dez 2017 21:35    Titel: Das richtige Werkzeug
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    Ruhig fegte ich die gute Stube aus, entfernte ein paar Haare und säuberte natürlich meine Instrumente, die verschiedenen Haarscheren und die Rasierklingen. Ein Barbier muss immer einen guten Eindruck machen, selbst wenn er nicht so oft geöffnet hatte. Ein Umstand der für mich früher ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Allerdings gebe ich zu das sich für mich einiges getan hatte in der Vergangenheit. Schon verrückt was das Schicksal für einen bereit hielt. Gerimor war nun schon eine Weile mein zuhause und ich mochte das Rahaler Hafenviertel. Lustig... viele fragten mich warum ich mich nicht um die Bürgerschaft der schwarzen Stadt bewarb, aber ich glaube den meisten entgeht der rustikale Charme der verworrenen Wege an ihrem Hafen. Es war weniger geplant und linear wie die Innenstadt, hatte verworrene Wege und hier und da Geheimgänge die man... erst nach einer Weile des dort Lebens verinnerlicht hatte. Sehr praktisch. Ich bemerke mein dünnes Lächeln im Spiegel wenn ich daran denke. Tatsächlich scheine ich hier zwar als Sonderling zu gelten, wenngleich ein Sonderling unter Sonderlingen. Das alatarische Reich, und ich würde beinahe behaupten Gerimor in seiner Gesamtheit, ist ein Schmelztiegel für exzentrische oder „speziellere“ Individuen. Ich falle weniger auf als ich es gedacht hätte. Ich muss ja zugeben.. das meine Art mich auszudrücken schon immer seltsam war, aber die meisten scheinen sich tatsächlich nicht daran zu stören. Eine Tatsache die mich genauso glücklich stimmt wie die „Gleichgesinnten“ die ich bis dato kennenlernen durfte. Ich habe sicher nicht daran geglaubt das ich durch nur einen Schicksalswink soviele Formen von Familienzugehörigkeit erfahren durfte, ein Kreis von Denkern, Dichtern und auf ihre Art und Weise recht künstlerischen Menschen. Ich bin wahrlich ein Gesegneter.

    Ich lege die Arbeit für heute nieder und gehe die Treppe herunter, verweile einen Moment und betrachte die Bücherrücken: „Gesetze, Ränge und Regeln von Rahal“ - natürlich mit Notizhinweisen. „Gerimors Flora und Fauna“ genau neben „Alte Kräuterkunde“ - Eselsohren für besondere Pilze und Pflanzen inklusive. Ein „Gedichtband“ nebst einer „Romantischen Komödie“ - Sicherlich auch nur leichtere Kost. Ich lächle und gehe auf meine Standuhr zu. Manchmal öffnet die Zeit jede Menge Türen...

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    Die feingliedrige Hand streicht langsam über das Regal mit den Ausstellungsstücken die er bisher in dieser Welt gesammelt hatte. Einige waren Geschenke, einige trug er in der Vergangenheit zusammen. Selbstgeschaffen war das eine Bild, ein kleiner künstlerischer Moment auf einem anderem Medium als es ihm sonst begehrte. Das andere Bild, ein Geschenk einer Soldatin, die schöne Metaphern schätzte. Bücherregale, gefüllt mit dunklen Einbänden und schlichten Symbolen. Eine grosse Schemazeichnung des Menschen. Eine Utensilienkiste. Dinge die vor den Augen des Mannes vorrüberzogen.

    Ein leerer Stuhl mit Eisenösen an den Seiten. Ein leerer Arbeitstisch. Es war an der Zeit die Fingerübungen einzustellen. Der Griff nach grösserem ist der einzig vernünftige Schluss der ihm übrigblieb. Doch um das zu tun... für Ihn zu tun... brauchte er auch etwas was Ihm gefällig -Nein!- würdig war. Es galt ihm, zu ersinnen und zu organisieren, es war ein neuer Beginn und es war ein Dienst an dem Herrn. Wieder ein neuer Anfang, nur anders als in seiner unsicheren Vergangenheit.

    Fingerkuppen tippten zweimal aufeinander ehe sie eine Schreibfeder zwischen selbige nahmen.. Notizen mussten gemacht werden.
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Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 14 Dez 2017 11:39    Titel:
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Eine ganze Weile verbrachte sie vor dem Kamin. Draußen hatten Schnee und Kälte zugenommen. Eigentlich ein Zustand den die Dienerin gewohnt war. Wie so einiges eigentlich... Missbilligend verzogen sich ihre Lippen als sie daran dachte, wie sie in ihren lumpigen Fetzen, die sie trug, die ganze Hinterlassenschaft ihrer Mutter entsorgen musste. Innereien ihrer Opfer, Blut das mit einem Besen vom Steinboden gescheuert werden sollte, nur damit sie wieder die Nase in die Höhe recken konnte. Ein widerlicher Gedanke dem es galt ihn schnellstmöglich abzuschütteln. Mit einer warmen Tasse Tee genoss sie lieber die strahlende Wärme des Kaminfeuers bevor sie ihr Wort halten und mit ihrem 'Bruder' den einen oder anderen Friedhof schenden würde. Versprochen war nun mal versprochen. Und Vic war nieman der sich nicht an sein Wort hielt. Wieder verzogen sich ihre Lippen. Da würde sich der kleine Blondschopf wohl etwas Werkzeug suchen müssen, um den vereisten Boden zu durchbrechen. So so da würden die beiden also gemeinsam einen Friedhof entweihen. Das sollte sicher noch lustig werden.
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Corastin Kiems





 Beitrag Verfasst am: 02 März 2018 16:50    Titel:
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Müßiggang konnte ich es nicht nennen. Ich denke es war eher so eine Art Winterschlaf die mich ein wenig in meinen Planungen aufhielt. Der Alatner hatte mich mit einigen geistigen Beschäftigungen aufgehalten und die ersten Monate des neuen Jahres brauchte ich um mich wieder von einigen unangenehm aufgeladenen Pfunden zu befreien. Meine Fechtkünste sind ziemlich ausgereift dabei, ich fühle mich also in meiner Gesamtheit grossartig. Ich habe sogar wieder Zeit gefunden die Hafentaverne zu besuchen. Beide Wolfseichen neigen zu einer knurrigen und standhaften Haltung, amüsanterweise passt der Nachname wie die Faust auf das sprichwörtliche Auge sicherlich auch ein Ausdruck ihrer Zusammengehörigkeit. Zuweilen frage ich mich, wo bei ihnen der Hebel wäre. Nicht das ich Interesse hätte ihn anzusetzen, aber es ist dieser Drang in meinem Hinterkopf zumindestens darüber nachzudenken. Zumindestens ist es nicht das Darten, eine Disziplin in der ich leider gegen die beiden und dem Knappen nur den dritten Platz belegen konnte. Sei es drum, nicht wahr? Im moment ist es im Laden recht ruhig offenbar trauen sich die Damen und Herren nicht so richtig ihr "Winterfell" abzulegen. Ja.. die eisige Kälte kann selbstredend jederzeit zurückkehren, sogar plötzlich. Aber das macht auch nichts, ich habe ein paar Kleinigkeiten verkauft und den Frühjahrsputz eingeleitet. Ein neuer Nachbar ist auch aufgetaucht, schau einer an, ein Heiler so wie es aussieht. Ich muss dort mal vorbeischauen wenn ich ein wenig Zeit hab. Normalerweise halten sich die Nachbarn im Hafenviertel nicht lange, aber man sollte höflich bewahren.

Ich nehme den Hinterausgang und mache mich auf den Weg zum Friedhof, die Tasche über die Schulter gehängt und mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen verschwinde ich in den Katakomben...

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Als die Dunkelheit ihn umhüllt streift er den schweren Mantel ab und schiebt sich die dunkle Kaputze über das Haupt, schiebt die Hände in dem im Rucksack verstauten klauenartigen Handschuhe und wirft sich die dunkle Robe über. Die Maske mit dem beinernem Lächeln folgt, am Handgelenk klappert das Armband der Geschwister. Er schreitet eilig durch die Gänge, vereinzelte Störenfriede verurteilt unter leisem, gebetsartigem Wispern zu einem letzten Atemzug. Er war nicht nachlässig gewesen, keineswegs. Der Winter kam allerdings rascher als er vermutet hatte und verhinderte ein paar kleine Erledigungen... sicher auch aus Bequemlichkeit aber Erde hob sich im Winter leider kaum aus. Dafür hatte er einige andere Dinge erledigt. Hatte gekundschaftet, nach brauchbaren Handwerkern um den 'Rohling' zu fertigen den er veredeln wollte. Die Kaluren waren hervorragende Schmiede, aber einige neigten dazu ihre Ware laienhaft zu weihen, eine Beleidigung für den Vater würde er derartiges wählen. Das gleiche galt für die Elfen und auch dem Wüstenvolk konnte man die Kunstfertigkeit kaum absprechen, doch allein ihr wirken korrumpierte schon das was er vollenden wollte. Er brauchte etwas unkorrumpiertes, neutrales. Einen... Rohdiamant der seine äussere Seele zeigte, doch der innere Glanz erst durch ihn, nein... durch die Gunst des Vaters erweckt werden würde.

Bajard war der richtige Ort. Hier gab es einige Handwerker die eine recht zweckmässige Glaubenseinstellung hatten. Der schnöde Mammon regierte in Bajard mehr als eine ausgeprägte Anbetung, es war sogar innerhalb von Bajard eher eine Art schamanischer Glaube der verbreitet war. Schaummenschen und dergleichen, vielleicht etwas was man im späteren noch mal verwenden kann... im Hinterkopf behalten. Die erste Schmiedin war vielversprechend aber die Zeit wollte aus unerkennbaren Gründen nicht das er eine Probe ihrer Schaffenskraft im Sinne des Vaters in den Händen halten konnte. Vielleicht eine Art Schicksalswink. Der Zweite, ein junger Schmied ohne Behausung... der sollte es sein. Das Kleinod was er ihm fertigte war... künstlerisch beseelt. Eine Eigenschaft die er als massgeblich betrachtete. So sollte dieser den Rohling den er sich vorstellte eine passende Gewandung fertigen. Der Grauwolf schien geehrt. Angemessen. Es war eine Ehre dem Rabenvater zu dienen.

Die Höhle hatte er nun durchquert, durch eine Höhlenöffnung im Süden Rahals, schlurfte die schwarze Gestalt mit langsamen Schritten in das Dämmerlicht einer untergehenden Sonne. Beide Hände in die jeweils gegenüberliegenden Robenärmel geschoben wanderte er in Richtung der untergegangenen Stadt im Herzen Gerimors. Dinge... die wurden gebraucht. Es wurde Zeit die nächste Phase einzuläuten.
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Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 05 März 2018 14:28    Titel:
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Hier ein Tropfen, dort ein Tropfen. Den Pinsel präzise über den Fisch streichen. Immer und immer wiederholte sie dieses Werk. Ja, der Griff war noch etwas unruhig, ungeübt. Doch mit jeden Stück Fisch wurde ihr Geschick besser. Das alte Hausmittel welches sie von 'Zuhause' kannte wäre zum üben nicht gut genug. Umso besser, dass die Mitglieder der Gemeinschaft noch das eine oder andere Fass zur Verfügung hatten. Wer weiss, vielleicht würde es noch seinen Zweck erfüllen. Kampfübungen waren nicht unbedingt ihr liebstes Geschäft. Das Küken mochte es lieber bequem. Mittlerweile hatte sich die Kälte verzogen und der Schnee hatte sich auch in seine Ursprungsform aufgelöst und nährte nun den Boden. Draußen zwitscherten die ersten Vögel und gaben den Frühling mit ihrem Gesang Kund. Durch das offene Fenster drang eine milde, angenehme Brise in das Haus. Die hellgrünen Augen musterten die Umgebung. Die Bäume, die ihre ersten Knospen heraus gaben. Der Himmel, sauber und rein von allen Wolken. Die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen. Tja ja, so war er, der Frühling. Es galt ein vor längerer Zeit gegebenes Versprechen einzuhalten. Nun war es soweit. Der Boden war weich und die Toten... Wer weiss was sie für einen bereit hielten.
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Corastin Kiems





 Beitrag Verfasst am: 13 Mai 2018 15:18    Titel:
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Mit einer gewissen Zärtlichkeit streichte er über das feuchte, durch Blut aufgepufferte Grabmoos welches er fein säuberlich aus den Ruinen der verbrannten Stadt herausgetrennt hatte. Mit einem Schwamm liess sich das Pflänzchen feucht halten und nährte es so fern von seiner Heimat noch weiter. Ein wenig mehr brauchte er noch, aber auch das war nur noch eine Frage der Zeit die er noch nutzen musste. Hier ein wenig Blut, da ein wenig Grabeserde. Ein paar frische Eindrücke eines Mannes der mehr Tote sah als die meisten vielleicht sogar. Es hätte gewiss eine schöne symbolische Wirkung, auch wenn diese schon durch das Ritual an und für sich eine Symbolik erfuhr die es dem höherem Zweck angemessen machen würde. Kleine Gedankenspiele... mehr nicht. Eine grössere Bedeutung würde das Mädchen bekommen. Welch glücklicher Zufall es doch war ausgerechnet zwischen Sand und Dürre ein Pflänzchen zu finden, ein Pflänzchen welches nur darauf wartete gepflückt und aufgestellt zu werden. Ein schöner Tisch würde dafür bereitet werden. Das Pflänzchen selbst würde sich selbst die Vase sein. Ein Körper war immerhin, sicherer könnte es kaum jemand sagen als ein Diener, nichts anderes als ein Gefäss während die Seele hierbei die Blüte, die Blume sozusagen. Die Philosophie war schon früher, bevor der Vater ihn erwählt hatte, ein steter Teil seines Seins, immer mehr kristallisierte sich nun doch für ihn heraus das es... weniger Philosophie sondern doch eher eine Glaubensausrichtung war. Seine Art des geistigen Gottesdienstes während sein körperlicher Dienst doch deutlich gestalterischer war.

Gestaltung... ja. Das war auch etwas was sich noch geändert hatte. Fiel ihm doch eine weitere Künstlerin neben dem grauen Wolf ins Auge, den er in den letzten Zeiten nicht zu finden in der Lage war. Es war mehr als das Auge, das war gewiss, auch wenn das Saphirblau seine Seele erfreute und ihn auch zuweilen die Finger jucken liess. Doch dennoch jagte ihn hier nicht der Zwang seiner selbst. Dennoch musste es noch das Werkzeug sein. Sie würde es gewiss wunderschön machen. Zweifel daran hatte er nicht.

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Mit einer gewissen Zärtlichkeit streichel ich über Ihre Schulter als sie sich zu mir umdreht und ein feines Lächeln auf Ihren Zügen bildet. Sie hatte lange gearbeitet und suchte Entspannung, ein Glas Wein, ein gutes Gespräch... eine Scherzerei über den Adel und dem hohen Umgang war massgeblich ein Teil eines ungewohnten Spiels in dem jeder eine intensiv übertriebene Rolle einnahm. Eine Art... Rollenspiel, seltsam genug, wenngleich unterhaltend. Ich ertappte mich selbst dabei das ich sie wirklich mochte. Sie hat Witz und eindeutig ein loses Mundwerk. Sie teilt noch dazu ein Gefühl von Kunst mit mir, das ich ausserordentlich anziehend finde. Das ist ein komisches Gefühl muss ich zugeben doch lenkt es mich auch in meinen Überzeugungen kaum ab. Immerhin gab es ja auch andere Menschen die neben ihrer Berufung ein Privatleben führten und dadurch entspannter wurden, nicht wahr? Ich weiss, ich weiss... ich hatte viele Zwänge und.. soziale Probleme die ich durch ein Lächeln und Fokussierungen wett zu machen versuchte. Aber warum sollte nicht auch ich ein Stück weit Normalität zulassen dürfen? Und warum sollte ich die Normalität nicht mit dem dem Anderen verknüpfen?

Ich lächel sie an und streich ihr eine Strähne der schwarzen Mähne hinter das Ohr zurück. Ein Wangenkuss zur Begrüssung, nicht zu forsch, nicht zu besitzergreifend. Wenn sie nur wüsste wie besitzergreifend ich sein konnte... möge der Vater es noch lange unter einem Schleier des Schweigens hüllen. "Mein wunderschönes Fräulein, ich glaube ich brauche eure filigranen Hände für ein kleines Kunstwerk, hättet ihr vielleicht... ein wenig Lust und Vergnügen daran?"
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Corastin Kiems





 Beitrag Verfasst am: 30 Mai 2018 15:42    Titel:
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Berchgard. Welch malerisches Städchen, umgeben von Gebirge, Mauern und Grün. Ein Flüsschen mit Wasserfall im Norden, eine Höhle im Westen und im Osten ein kleiner, wohlgepflegter Friedhof. Er hatte in aller Heimlichkeit den Ort ausgespäht, vor allem sein Ziel auf dem Friedhof. Er näherte sich von Süden... betrat das Reich des Königs zuvor über den kleinen Pass über dem Kloster immer im Schatten der Bäume. Das diffuse Licht in der Abenddämmerung leistete seinen Dienst während er sich sicher war das auch der Segen des Rabenvaters über ihm lag. Viele der schwarzen Vögel, seine Augen und Ohren im Volksmund, striffen seinen Weg.
Ein leises summen ertönte vom Friedhof, den er betrat indem er im Norden über den Zaun stieg. Baereng, er glaubte das war der Name des Mannes, rupfte gerade ein wenig Unkraut von einem Grab, war beschäftigt, pfeifte bei der Arbeit in ruhiger Manier. Er schlich sich langsam von hinten an, stets im Schatten der Bäume und Gräber geduckt haltend, leise zog er die gerade Klinge die er immer zu führen gedachte. Die krallenbewehrte Hand legte sich auf die Schulter des Friedhofwärters, der schon im Begriff war sich umzudrehen. Offenkundig hatte er im letzten Moment bemerkt das jemand.... oder etwas.. hinter ihm war. Die Waffenhand ruckte vor, stach die gerade Klinge geradewegs in seine Kehle. Baereng begrüsste ihn daraufhin mit einem leisen, kurz erschrockenem Gurgeln von Blut das sich aus der geschlagenen Wunde wandte.
"Vaters Schwingen über uns, Diener der Gräber.." hauchte er in höflichem, respektvollem Ton als das Leben aus Baereng wich. Die Laterne des Wärters löschte er dabei vorsorglich, legte den in den letzten Zügen liegenden Mann fast sanft auf den Boden zwischen den Gräbern die er gerade bearbeitet hatte und kniete sich im herabsinken neben ihm nieder. "Ich habe deinen Nachruf... mhm... bereits geschrieben mein Freund... du wirst auch im Tode...dem Tode dienen, frohlocke im Angesicht des Endlichen... für den Vater, den Richter, den Raben..." flüsterte er Baerengar zu. Die Augen unter der Kaputze leuchteten kurz in einem blassen Blau auf, ein klerikal Begabter hätte an dieser Stelle wohl gemerkt wie etwas Finsteres sich über diesen kleinen Ort legte, ein Hauch von Bösartigkeit in dem der Mörder in einem leisen Summen verfiel und ein Dolch sich in seiner Hand wiederfand. Er summte, möglicherweise jedenfalls nicht vollends in den Landen Gerimors unvertraut, ein Schlaflied. Er intonierte in ruhigem, weiter in der Melodie gehaltenen Schwingung dunkle Segenswünsche. Wünsche die die Seele bei der Überfahrt in die Nachwelt... der Reise der Seele den... gar richtigen Stoss geben sollten. Er tat sein Werk an dem verstorbenem... er hatte versprochen das Baereng weiter dienen würde und das bereitete er vor. Akribisch. Respektvoll. Er erhob sich nach getanem Werk und ging in Richtung der Sakristei... kurz zwischen den Laternen eben jener wird er sichtbar gewesen sein sollten die zwei neugierigen Augen des Kindes, welches seine Nase zwischen den Zaun steckte es wahrgenommen haben.

So verstarb der Friedhofswärter Berchgards, Baereng, in der Obhut eines Rabendieners.

Sollte jemand den Friedhof besuchen wollen, wird Baereng still auf dem Rücken liegen, die Augen waren entnommen und an ihrer Stelle hatte man zwei blühende Blumen drapiert. In den Händen, ebenso extra so dargelegt, findet man ein kleines Büchlein mit würdevollen Zeilen. Ein Priester gar mag vielleicht die leichte Signatur des Rabenkönigs beziehungsweise eines seiner Diener erspüren, so er es untersuchen sollte. Der Friedhof indes wirkt ruhig, unangetastet. Sollte jedoch jemand die Sakristei dort betreten, wird dieser bemerken das der schwere Sargophag in der Mitte geöffnet ward. Dort hineingeblickt scheint das Skelett das dort aufbewahrt wurde nur fast intakt zu sein, denn am Ende der skelettierten Gestalt fehlt der Unterschenkel des Beines. Auch hier könnte man den feinen dunklen Schleier der Signatur des Raben spüren können, so man diese Befähigung hat.

Nicht nur die Pest griff um in Lichtenthal. Auch der Rabenkönig und seine Diener hatten das Volk König Adors nicht vergessen.
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