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[Q] Von weiß wie Schnee zu rot wie Blut
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » [Q] Von weiß wie Schnee zu rot wie Blut
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 Beitrag Verfasst am: 03 Dez 2015 10:25    Titel:
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Sie ging gerade in die Hocke als die Druckwelle die kleine Gestalt, mit den gesamten Streiter neben ihr, erfasste und durch die Luft weit zurück schleuderte. Den Schmerz in ihren Rücken als sie aufschlug spürte sie nicht, die Geräusche um sie herum waren wie aus einer fernen Welt - dumpf und hallend sogleich in ihrem Kopf. "Der Himmel senkt seinen Blick niemals ab.", hörte sie den Pater sagen als ihre hellblauen Augen direkt in das Himmelszelt sahen. Einzelne Steinbrocken flogen über sie hinweg, Staub rieselte auf sie nieder. "NEIN!", ertönte ein Schrei - näher als Andere - war sie das? Ohne das sie sich aufrichtete, ohne das sie ihren Blick voran richtete, wusste sie es. "Neiiin!", hallte ihr Schrei erneut durch die Ebene. Und dann kamen die Tränen, heiß bahnten sie sich ihren Weg über die kalten von Ruß bedeckten Wangen. Worte sprachen auf sie ein.. sanfte Arme zogen sie hoch. Den Geruch und die Stimme kannte sie: Analope. Jene die ihr eine Freundin wurde, die sich selbst vor den Orden stellte als sie hinaus getrieben wurden und keinen Schritt weichen wollte.

Geäst breitete sich über den Beiden aus. Ein Baum? Sie musste schon in einer ganz anderen Welt sein. Eine Welt ohne die Ordensburg, eine Welt die sie nicht mehr brauchte.. Sogar ein Thyre stellte sich zu ihr, so viel sahen ihre von Tränen benebelten Augen noch: Sah sie so elend aus? Und dann bahnte sich Quarius in seiner weißen Rüstung den Weg zwischen die sich Sorgenden. Starke Arme griffen nach der kleinen Gestalt und hoben sie empor. Schritt für Schritt, trug er sie fort. Weg von diesem Ort, der ihr Herz in tausend Scherben zerbersten ließ. Die langen Locken wippten mit jedem seiner Schritte über seine gerüstete Schulter, stumm rannen die Tränen über die Wange hinweg und sie empfand: Nichts. Nur Leere war dort wo einst ihr Licht strahlte. Welchen Sinn gab es noch? Wo war Sie? Wo war ihre Mutter? Die heilige Stätte, seit Jahren auf sie geweiht.. Tag für Tag sahen sie zu wie sie entweiht wurde wie sie - nein, daran konnte sie nicht denken. Quarius beschritt das Kirchenschiff und legte sie auf eine der Pritschen nieder.

Analope kam und brachte ihr eine alte Ordensrobe, Earon sprach warme Zuversicht, ein Gardist des Regiments meldete ein Überbleibsel: Ein Banner, Nyome versuchte Mut zu säen und zeigte Mitgefühl. Als sie erneut zweifelte an dem Sinn, an Ihr. Legte Quarius seine warme Hand auf ihr Haupt nieder. Diese Geste genügte und sie schloss die Augen erneut. Die Wärme, die Zuversicht. Hatte Nyome wirklich Recht? War sie in all den Menschen, die nun da waren und hinter dem Orden standen? Vereinte sie diese dunkle Stunde nun gänzlich? Quarius schlief an ihrer Stätte ein und da vernahm sie die Stimme Xaviers. "Unsere Gemeinschaft muss bestehen... Verspricht du mir das?" Sie schloss ihre Augen und schob ihren Kopf etwas zur Seite um zu dem Ordensschüler zu sehen. Welch ein Vorbild war sie? Sie lag hier, in Mitleid und Schmerz zerflossen und Xavier hatte das alles gesehen. "Der Himmel senkt seinen Blick niemals ab." Und da füllte sie ihre Lungen mit Luft und antwortete:
"Sie können Stein zerstören. Sie können Banner brennen lassen. Aber sie können uns niemals entzweien. Denn wir sind Bruder und Schwester. Geeint im Glauben. Geeint im Willen das Licht zu verbreiten. Nur unser Tod vermag uns zu trennen. Ob wir in einem Haus, einem Außenposten, einer Burg oder einer Festung verweilen - Sie haben uns nicht gebrochen. Sie haben uns geweckt! Und sie werden nicht wissen was sie getan haben, bis das Licht sie schon umringt." Sie sah seine Tränen und bettete den Kopf zurück in das Bett. "Du hast vollkommen recht, Schwester. Wir werden es gemeinsam schaffen. Ich bin stolz an deiner Seite zu stehen." Er wischte sich mit seiner Hand durchs Gesicht. "Und ich bin stolz an deiner Schulter zu stehen. Reih in Reih, gegen die Dunkelheit. Und nun finde deinen Schlaf, Bruder: Morgen.. wird die Sonne den Schnee erleuchten lassen und wir sehen uns an, wie sehr die Grundmauern beschädigt sind."

Sie ritt mit dem Pferd durch das zerstörte Tor. Vereinzelt fielen noch kleinere Steine hinab und mahnten sie, nicht zu viel zu wagen. Unter dem Klimpern des Geschirrs, stieg sie von ihrem Sattel hinab und beschritt den Hof. Alles war von Ruß bedeckt. Fast überall fehlten die ersten Stockwerke. Nur wie ein Fähnchen im Wind ragten vereinzelt höhere Mauern hinauf. Knirschend, über Ruß, Steinchen, Holz, bahnte sie sich langsam ihren Weg gen Rittersaal. Die Tafel wurde von der Küche darüber fast vollständig verdeckt. Sie fuhr mit den schwarzen Handschuh über eine Ecke des Tisches und unter dem Ruß, erkannte sie den hellen Tisch. Der Blick glitt über die Zerstörung als sie zur Kapelle ging. Ein Holzbrett des ersten Stockes fiel neben ihr nieder. Die morgendliche Sonne schien ihr auf den Kopf, obwohl sie in der Kapelle stand. Auch wenn kaum etwas übrig blieb, sank sie auf ihre Knie hinab. Erst ihr Rechtes.. dann das Linke. Der Kopf senkte sich in Demut ab und unter dem Licht der Sonne - wurde das erste Gebet in der alten Stätte gesprochen.

Stein für Stein..
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Helisande von Gipfelsturm





 Beitrag Verfasst am: 03 Dez 2015 15:19    Titel:
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Sieg
Sieger
Gewinn.
Verlust.

Keine einfache Bilanzierung in diesem Winter. Natürlich hatte die alatarische Armee etwas von "Sieg" gegröhlt. Aber das taten sie immer, auch wenn sie am Boden lagen, jammerten sie immer noch etwas von Sieg. Der Offizierin war nicht danach den Sieg offiziell auszurufen. Es war weiterhin ein Patt. Man hatte nur Dame mit König getauscht auf dem großen Schachbrett. Ihre Planskizzen waren fertig und kurz bevor die entsprechenden Befehle veröffentlicht werden konnten kam der Sturm und mit ihm der Schnee. Sie hatte noch nie in ihrem Leben so viel Schnee auf einmal gesehen.
Die Schwingensteiner Streiter hatten sich in die Klosterkirche zurück gezogen. Hochwürden Aurea sprach den Streitern Mut zu und entfachte selbst Kohlepfannen. Licht und Wärme, all das was jener Temora geweihte Ort sein sollte, stellt sie ihnen zur Verfügung. Der Rosthaarigen selbst fehlte für kurze Momente jegliche Kraft, sie hatte dem König hoffentlich sinnvolle Antworten gegeben als er aus den Tiefen des Klosters die Kämpfer aufsuchte. Dann war sie eingeschlafen, eingehüllt in eine Decke während draußen der Schnee jedes Geräusch schluckte. Die frische Naht auf der Wange brannte aber das war nur eine ferne Erinnerung im tiefen Schlaf.

Der nächste Tag brachte erstmal noch mehr Schnee und klirrende Kälte mit sich, man rückte zusammen. Es wurde geteilt und viel gesprochen, während sie meist schwieg, außer man sprach sie direkt an. Die letzte Schlacht hatte Herr Oberst befehligt, nun hatte sie wieder das Kommando. Die Zeit zum Luftholen war vorbei als die Späherberichte eintrudelten. Das Lager des Gegners vom Sturm verwüstet. Die ehemalige Ordensfestung war noch schwer bewachte, aber Truppenverbände marschierten von dort ab. Wäre man so freundlich ihr nur eine kleine Wachtruppe vor die Nase zu setzen? Es wäre zu schön um wahr zu sein.
Ein Rabendiener machte unverschämte Angebote gen des Ordens der Temora, die Pfeile ihrer Soldaten und der Thyren zeigten ihm jedoch direkt den Weg nach Westen auf. Die Ordensleute wirkten angespannt, zerrissen vor Trauer und Wut. Wie Hühner in deren Stall ein Fuchs zu besuch war. Dann kam noch die dringliche Warnung des Herrn Earon. Irgendeine Dissonanz im Leid, offenbar gefährlich. Ihre Entscheidung wurde schnell getroffen, man zog los gen der Festung.
Die gegnerischen Magier flohen panisch, dafür erwartete die wackeren Streiter Schwingensteins ein Dämon. Geboren aus dem verdorbenen Geiste der Akorither, angereichert mit Flammen und Tod wartete er auf sie und war nicht zu bezwingen. Die Hitze war unerträglich und so zog man sich zurück.

Ein Knall.
Eine Druckwelle.
Hitze.

Als Asche, Staub und sublimiertes Wasser sich legte bleib nichts weiter übrig von der Ordensfeste als eine ausgebrannte Ruine. Zu heiß um sie zu erkunden, zu instabil um sich zu nah heran zu wagen. Eine Ruine aus Steinen, Asche und verlorener Hoffnung. Unmerklich für den Rest knrischte die Offizierin mit den Zähnen.

Vorbei.

Die Ordensleute wurden von den restlichen Streitern in ihrer Trauer aufgefangen. Sogar die eher wortkargen darunter, wie Gardist Answehr begannen den Verzweifelten gut zu zureden. Sicherlich war das Gebäude für jeden von ihnen voll mit Erinnerungen und Geschichten, voll von Pflicht und Dienst. Auch wenn Temora Orte segnete, um so mehr segnete sie die Menschen darin, die jenen Ort mit Leben füllten. Der Segen war nicht vergangen, er würde von jedem der Ordensleute in ihrem Weiß weiter getragen werden. Das Kloster und die Ortschaft Schwingenstein waren vorbildlich gesichert worden. Keine verfehlte Seele hatte dort eindringen und ihren Schmutz verbreiten können.

Im schwindenden Lichtes des 2. Alatnaer 258 zog die Offizierin dann Bilanz als Folgerin der Herrin, als Ritterin des Reiches und auch als Offizierin.

    Es war ein Sieg. Wir haben den Glauben an uns gewonnen auch in Zeiten der höchsten Not. Es war ein Sieg, denn wir haben über unsere schlimmsten Befürchtungen gesiegt, sind aufgestanden und weiter gegangen.
    Es war ein Sieg, denn der Segen der Herrin geht nie verloren. Er ist ewig und erlischt nie.
    Temora beschützt.
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Isidor





 Beitrag Verfasst am: 03 Dez 2015 16:52    Titel:
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zwei lange seidene Vorhänge teilten den Gang auf den prachtvollen Balkon. Im Wind schmiegte sich der edle Stoff wieder und wieder um die dicken Holzbeine des Sessels, der mittig auf dem herrschaftlichen Ausguck platziert worden war. Ein sanfter, raubtierartiger Gang verschafft einen Blick aus verschiedenen Perspektiven des Schlafgemaches - auf die düstere Präsenz desjenigen, der dort saß... Thronend, mit einem Blick auf die hell erleuchtete und im Jubel liegende Stadt Rahal. Die eiserne Maske seiner Heiligkeit lag unbeachtet und schräg zu den Tatzengeformten Füßen des Sessels. Der königlich herrschaftliche Umhang bedeckte die sitzende Gestalt, lediglich die breite linke Pranke lag frei, dem Anschein nach, um sich an einen goldenen Kelch zu klammern.

Als sich das Augenpaar dem Rücken des Alka nähert, wird ihm gewahr was darüberhinaus seinen stillen Gemütszustand förderte. Ein Pantherjunges hatte seine breiten Tatzen fest in den felligen Umhang gekrallt, wohl um unter den festen Streicheleinheiten seiner Heiligkeit nicht von dessen Schoß zu rutschen. Still protestierte das kleine Bündel unter dem Griff der Pranke des Beseelten, gab hin und wieder ein tonloses Fauchen von sich.

Und so einte sich der Blick auf den Rücken des Alka. Einte sich, mit seiner Perspektive. Dem was er sah, dem was er gesehen hatte. Die Melancholie der eisigen verwehten Nacht über der Stadt der Kriegsveteranen, der glücklichen und sorglosen Familien. Im fahlen Schein des Mondes blitzten die Eckzähne auf, verschafften dem freigelegten Antlitz die Hoffnung auf ein hämisches Lächeln. Wieder und wieder fuhr die gepflegte Pranke seiner Heiligkeit über das kleine Fellbündel, während der Körper lüstern unter den Erinnerungen schauderte.


Sie hatten es geschafft.
Seite an Seite zogen sie in den Krieg.
Seite an Seite kämpften sie. Verloren sie. Gewannen sie.
Sie gingen durch Nässe, Kälte, Schlamm und Schnee.
Sie gingen über Blut, Körperteile, gefallene Kameraden...
Durch Feuer und Eis.
Seite an Seite zogen sie in den Krieg und kehrten zurück als ein Volk.



Die Oberlippe des jungen und unberührten Antlitzes zuckte und schnatterte Unwirsch bei der Erinnerung an die Schlachten die er fern der Truppen von einer Anhöhe beobachtet hatte. Die Finger krallten sich nun fester in das Fell des kleinen Pantherbündels als er weiter sinnierte...

Dieser Krieg war ein wunderbarer Prolog. Die Zuversicht auf das was kommen würde. Der Tag, an dem er seinen Erbschleicher von Bruder endlich auf den rechten Platz verweisen würde. Der Tag an dem er den Willen des All-Einen uneingeschränkte Macht im Diesseits zuteil werden lassen würde.

Sicher, es gab noch viele Köpfe vom Rumpf zu trennen, vor allem in den eigenen Reihen. Als das Brückenlager unter seinem wachen Blick in Flammen aufging war er kaum zu halten. Er wäre am liebsten selbst losgezogen um den Streitern für ihre Unachtsamkeit gehörig den Marsch zu blasen. Angefangen hätte er mit den Verwundeten - dieses Pack.
Doch war er barmherzig, er war ein 'guter' Herrscher - Erbe des Willen des All-Einen - ein wahrlich zart besaiteter Halbgott...
Sicher war es das, was er dachte als er zu Pfeil und Bogen griff und einige Salven auf das eigene, brennende, Lager schoss.


Der goldene Kelch wurde ob der Gedanken etwas fester gegriffen, ein Murren... beinahe ein Knurren des Panthers selbst drang über seine Lippen als er sich erinnerte. Dann schob er sich aus seinem Sessel empor... das kleine Pantherbündel fest in der rechten Pranke, den Kelch auf der Brüstung des Balkons abgestellt. Der fellige Umhang rutschte von seinen Schultern und gab den splitternackten Körper frei. Ein tiefer Atemzug in der kalten Nachtluft folgte als er den kleinen Panther vorsichtig an seine Brust führte um ihn dort zu wärmen.

Pack... ja Pack waren sie, sie alle! Doch etwas hatte sich geändert in den Wochen und Monden...
Nun war ihm klar... es war sein Pack.

Zusammengeschweißt unter Blut, Tränen und Hass. Mit dieser Armee und diesem Gefolge werden sie Ihm den Sieg bringen, niemand wird die Legion des Herren aufhalten, wenn sie täglich bereit sind für ihr höheres Ziel zu sterben.


Wieder holte er tief Luft, reckte das Kinn in den schnee verwehten Nachthimmel und schloss die Augen. Der kleine Panther wurde unterdessen fester an die nackte Brust gedrückt, beinahe gequetscht. So war es ihm nur noch möglich, die kleinen und wachsenden Reißzähne fest in das Fleisch des Alka zu drücken.
Welch schicksalhaftes Glück, war er doch kurz davor, sich inmitten seiner heftig wechselnden Gefühlslagen der Sentimentalität hinzugeben.

Das Augenpaar lag auf dem verschobenen Gesicht des beflaumten Raubtieres, wie es die Zähnchen fest und wehrhaft vergraben hatte. Verspielt und unter einem amüsierten Schmunzeln wurde der Griff um das Tier fester, mit einem Ruck löste er es von seinem Körper und setzte es auf die Brüstung des Balkons. Ein verschmitztes Lächeln zierte das Antlitz seiner Heiligkeit als er sich hinabbeugte um dem felligen Knäuel einen kleinen Kuss auf die Stirne zu drücken.

So schnell und unerwartet die Reaktion gekommen war, so schnell sanken die Mundwinkel wieder hinab. Der nächste Griff ging zum Kelch um diesen mit einem Zug zu leeren - begleitet von einem Brummen und einem abschätzenden Blick schien die Wut wieder in ihm hoch zu kochen. In einem Anflug aus Willkür und seinem sadistischen Innenleben, schob er das Pantherbündel nun samt Kelch von der Brüstung und schnaubte schwer als er auf den dumpfen Aufprall wartete.

Der Körper - nackt wie Alatar selbst ihn gerne geschaffen hätte - wandte sich nun gen Schlafgemach, vorbei an den seidenen Vorhängen, hin zum dunkelroten Himmelbett. Die breitschultrige Gestalt schob sich in die Decken und bettete das Haupt sanft auf einem der Kissen. Ein verräterischer Seitenblick galt dann nochmal dem Balkon - den erleuchteten Zinnen der Stadt.


Ihr Bürger des Reiches des All-Einen. Ihr macht mich stolz. Seid bereit und folgt meinem Pfad nach Nileth Azur.



waren abschließend die einzigen Worte die er diesen Abends von sich gab, ehe er einmal mehr - von Prunk und Protz umgeben, aber dennoch alleine - in einen langen Schlaf steuerte.
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Jean Laval





 Beitrag Verfasst am: 03 Dez 2015 16:56    Titel:
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Der Krieg war wortwörtlich auf Eis gelegt. Er wollte sich nicht beschweren, auch wenn er mehr als bereit gewesen wäre den eisigen Winter in der Burg zu verbringen. Doch der Alka selbst hatte entschlossen seine Legion und die Verbündeten zu schonen und den Krieg fortzuführen wenn der Schnee geschmolzen ist. Soviel wusste er aus seiner Zeit, bevor er aus der Armee der Alumener desertiert war, dass im Winter nicht gekämpft werden kann. Dennoch schien der Abzug aus der Burg bei den Streitern keinerlei Missmut oder Frustration auszulösen. Sie alle hatten bewiesen was sie wert waren und welche Kraft in ihnen steckte wenn sie zusammen arbeiteten. Etwas, das er in Rahal in den letzten Monaten selten, eigentlich garnicht beobachtet hatte. Es gab keinen Zwist mehr zwischen Gruppen oder Gemeinschaften, an dieser Stelle waren sie alle Rahaler.

Die Schlachten hatten ihre Spuren hinterlassen, es gab Verwundete die auf Pferden zurück nach Rahal verbracht wurden. Und doch entlohnte der Empfang in der Stadt für viele Mühen, Anstrengungen und Entbehrungen. Es war das erste Mal dass er als Teil einer siegreichen Armee in die "Heimat" einzog. Und er konnte nicht von sich weisen dass es ein gutes Gefühl war, trotz der Pfeilwunde, die ihm das Laufen erschwerte. Er hatte jede einzelne Schlacht miterlebt. In jeder einzelnen gekämpft. War beim Sturm auf die Burg des Ordens ... er hatte die einzelnen Ordenskrieger gesehen die sich weigerten ihre Stellung zu verlassen und selbst den Tod in Kauf nahmen. Etwas das ihm Respekt abverlangte.

Es war etwas geschehen das er vor dem Krieg nicht vermutet hatte. Lediglich der erste Ansturm auf die Burg am ersten Tag der Schlachten konnte aufgehalten werden. Das Lager wurde errichtet und die Truppen neu gesammelt. Was zunächst anmutete als würde es lang und zäh werden, entpuppte sich schnell als ein regelrechter Sturm. In den folgenden Tagen konnten die Alumener keinen einzigen Sieg für sich verbuchen. Und auch wenn er selbst in den meisten Schlachten ob der Angriffe und Verletzungen nicht umhin kam dem Boden guten Tag zu sagen, so waren doch ein jedes Mal noch ein großer Teil Legionssoldaten auf den Beinen, während die Alumener sich in ihr Kloster zurück schleppten, geschlagen und vertrieben. Er konnte sich an sechs, sieben Schlachten erinnern, eine jede mit dem gleichen Ausgang. Dem Rückzug der Alumener, die im Verlaufe der Kampfhandlungen nichteinmal mehr in der Lage waren die Offensive zu übernehmen sondern an jeder Stelle die Verteidigung antreten und auf die Angriffe Rahals reagieren mussten.

Ihre Höfe lichterloh brennend, die Burg des Ordens erobert und schließlich entsprechend der Befehle vernichtet. Als die Magier nach Rahal zurückkehrten war allen klar dass auch dieser letzte Teil des Plans ein Erfolg war. Nun war die Zeit sich auszuruhen, die Wunden zu versorgen, Waffen, Ausrüstung, Versorgung für die Zeit zu sammeln wenn der Schnee wieder geschmolzen war.

Als er in Düstersee vor dem Kamin lag, der eine wohlige Wärme im ganzen Raum verbreitete, war er sich sicher, dass im Osten der Insel einige erneut davon reden würden man hätte die Rahaler vertrieben und es wäre ein großer Sieg gewesen für Temora und sonst gar für den König. Aber er wollte es ihnen gönnen. Auch ihm war klar, dass es vermutlich die einzige Möglichkeit für sie war, irgendein Ergebnis aus diesen Schlachten zu ziehen. Etwas, das sie nicht geschlagen zurücklassen würde. Irgendein Adeliger würde es zu seine persönlichen Sieg ausrufen und die Wahrheit wie so oft in alle Richtungen verdrehen um keine persönliche Verantwortung übernehmen zu müssen. Aber es war ihm gleich. Er hatte die Kämpfer erlebt. Wilde Thyren, wendige Menekaner und Zwerge, so standhaft wie ein Berg. Es waren tapfere Kämpfer gewesen die mit dem Mut der Verzweiflung gekämpft und doch verloren hatten. Dennoch mussten sie sich ihrer Tatkraft nicht schämen. Er war sich sicher, dass sie erneut respektable Feinde sein würden wenn der Schnee das Lans aus seinem eisigen Griff entlassen würde.

Respekt war ohnehin eine Sache die dieser Krieg mit sich brachte. Nicht nur innerhalb des Rahaler Lagers. Er hatte die Schatten des Panthers auf dem Schlachtfeld gesehen und nahm sich vor, in kommenden Schlachten in ihrer Nähe zu bleiben. Denn wo sie wüteten, blieb kaum etwas gerade stehen. Die Diener Krathors hatten außerordentlichen Scharfsinn bewiesen und machten dem Feind schwer zu schaffen mit allem, was ihre Kräfte hergaben. Die Letharen waren steif wie immer. Er hatte fast die Vermutung dass nichtmal die Kälte ihnen etwas ausmachen würde denn eher würde der Schnee "ge-letharen" als dass die Letharen "ge-frieren". Und selbst einige Rashar mit ihrer hühnenhaften Erscheinung sorgten im Lager nicht nur für Sicherheit sondern auch für Rückhalt und waren auf dem Schlachtfeld eine schlagkräftige und ernstzunehmende Gefahr.

Aber auch auf der Gegenseite gab es Respekt entgegen zu bringen. Ehrbare Gegner, zu großen Teilen. Einer stach wohl heraus. Oberst Vaughain von Nordwind. Nach der Schlacht und dem "Lauf" des Ritters hätte man ihn wohl mit Spott bedenken können. Aber keinem war so recht danach. Immerhin hatte er als offenbar einziger der Alumener den Mut sich einer ganzen Gruppe Rahaler entgegen zu stellen. Oder vielmehr ... sie hinter sich her zu ziehen. Das sollte diesem Oberst ersteinmal jemand nachmachen. Vermutlich hatte er mit seinem Tun und der Tatsache dass er schließlich entkommen war den Rahalern die 'schlimmste' Niederlage in diesem Krieg bereitet. Das sollte ihm ersteinmal jemand nachmachen, dachte er sich nochmals und machte sich kurz darauf auf einem kleinen Pergament Notizen.

Zweifelsfrei hatte der Krieg Spuren hinterlassen. Nicht nur am Körper sondern auch am Geist einiger. Für einige war es schwer wieder zu wechseln, vom Schlachtfeld in das heimatliche Haus. Von den Befehlen und der Gefahr und Anspannung in eine relative Ruhe. Es war vermutlich das Schicksal der Kommandeure die Verantwortung übernommen hatten. Als einfacher Soldat, als Kämpfer war es so leicht nach einer Schlacht Ruhe am Feuer zu finden, etwas zu essen und zu trinken. Er konnte nur beobachten wie die Kommandeure und auch seine Frau jeden Abend im Besprechungszelt standen um die Pläne weiter auszuführen, sich Gedanken über dieses und jenes zu machen. Verantwortung lastete manchmal schwerer als jede Rüstung. Und doch, sie hatten alles richtig gemacht. Allein der Winter hatte den Vormarsch dieser Armee aufgehalten. Der Alka wirkte mehr als nur zufrieden. So wie ein jeder in Rahal an diesem Tag als sie alle wieder heimkehrten. Er schloss für einen Moment die Augen und legte den Kopf zurück auf den Boden auf das weiche Bärenfell vor dem Kamin. Runterkommen ... ausruhen. Vielmehr als das jedoch lag die Herausforderung vor ihm das Haus in Düstersee wieder zu einem Heim zu machen das das Gefühl von Frieden und Sicherheit ausstrahlte. Nicht nur für sich allein.
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Antorius





 Beitrag Verfasst am: 09 Dez 2015 16:51    Titel:
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Rasch hatte mich der Alltag wieder, auch wenn ich Dinge gesehen hatte die ich am liebsten vergessen wollte und mich nun in meinen Träumen des nachts heimsuchten. Ich hatte an Erfahrungen gewonnen, auch wenn ich festellen musste nicht unbedingt weiser geworden, doch in einigen Dingen klüger. So begann ich die Tage damit, dass ich anfing nach und nach die Spuren des Lagerlebens die ich ohne HIlfe entfernen konnte zu entfernen. Der Schnee tat rasch sein Übriges.. die verkohlten Heuballen verschwanden und das große Lagerfeuer, lange schon niedergebrannt als keiner mehr die hungrigen Flammen nährte. Auch der überaus faszinierende Feuermagier, war aus meinen Blicken bedauerlicherweise entschwunden und so legte sich wieder die Stille und Ruhe über Schwingenstein.
Ich musste etwas arbeiten und so verschafften mir diese Tage die Notwendige Ruhe und Gelassenheit um in mich zu gehen. Das Nächste würde mit der Diakonin abgesprochen werden, was die Palisaden betraf und die Bauten im Klostergarten. Doch die Kälte wurde sobald die Sonne unter gegangen war schärfer und für diesen Abend zog ich mich wieder ins Gebet zurück.

_________________
"Wir haben sowohl eine helle als auch eine dunkle Seite in uns.
Es kommt drauf an welche Seite wir für unser Handeln aussuchen."
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 Beitrag Verfasst am: 18 Okt 2016 22:59    Titel:
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Zuletzt bearbeitet von am 18 Okt 2016 22:59, insgesamt einmal bearbeitet
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