FAQ Login
Suchen Profil
Mitgliederliste Benutzergruppen
Einloggen, um private Nachrichten zu lesen
        Login
Rabenmond im roten Schein
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » Rabenmond im roten Schein
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 06 Nov 2017 00:12    Titel: Rabenmond im roten Schein
Antworten mit Zitat

Es war eine Mondgeflutete Nacht. Die Wolken um ihn herum hatten sich verzogen als würde der silberne Schein, welcher von ihn ausgeht, einen Bannkreis um sich herum errichten. Die Nacht würde lang werden, denn es lag viel Arbeit vor der jungen Dienerin.

Als sie sich abwandte und die Stufen hinunter in das Haus zurück trat, bog sie nochmals um die Ecke. Direkt dort lang der Eingang zum Keller den sie nur leise betrat. Das Blutbad zuvor gab ihr wieder genügend Kraft. Kraft die sie am Abend für etwas wichtigeres aufgeopfert hatte. Im dazu würde das hier ein Kinderspiel werden. Mehr war es auch nicht. Ein Kinderspiel.

Als sie unten den versteckten Raum betrat, war bereits alles vorbereitet. Inmitten des Pentragramms lag ein Dolch, dessen Klinge von einem Seidentuch umhüllt war. Ein Verräter, der es wagte sein Werk für die Familie zu verrichten und sich dann unter dem Gefolge des Wüstenvolkes zu bewegen, hatte eine Strafe verdient. Sie würde dem Künstler zu neuen Werken verhelfen. Langsam werden die Kerzen entzündet die den dunklen Raum in ein mattes rot tauchen. All das Blut das sich im Raum verteilt hatte zeigte keine farblichen Unterschiede, doch die Dienerin wusste genau wie viele Opfer dafür den Tod fanden. Ganz sachte wurde die Klinge aus ihrem seidenen Gefängnis befreit. Eine Kohleschale lag inmitten des Pentagramms und lies den schweren Rauch bis zur Decke steigen. Langsam begab sich Victoria in den Schneidersitz und hielt die Spitze der Klinge über die aufsteigenden Rauchwolken. Das eben noch eingetrocknete Blut wurde wieder zu einer zähnen, klebrigen Flüssigkeit und bahnte sich langsam seinen Weg hinunter. Ein Tropfen bildete sich an der Klingenspitze die nur langsam ihren Weg in das Kohlebecken fand. Ein leises zischen und kreischen erfüllte den Raum, als hätte sich ein Riss aufgetan. Nicht lange blickten die grünen, hellen Augen in das Bild das sich vor ihr auftrat. Er… der Künstler, welcher sich schon an sein nächstes Werk machte. Der Mond schien durch ein spärliches Fenster und lies die Konturen nach und nach erkennen. Ein Wesen mit so viel Schönheit, umrahmt von blau und grün tönen, welche mit der Zeit einen Wald darstellten.

Ein weiterer Tropfen seines Blutes fand seinen Weg in das Kohlebecken. Diesmal wurde das zischen etwas lauter und ein schwerer, metallischer Geruch gesellte sich zum Rauch hinzu. Als noch eine weitere Zutat dazu kam und den Dunst etwas schwärzer werden lies, würde Er mit der Zeit ein brennen in seiner Hand verspüren. Nicht so das es schmerzt. Nein das nicht. Es wäre eher ein süßlicher Schmerz der seine Sinne benebeln und seine Hand führen würde. Die Schönheit von eben formte sich zu etwas neuen. Das Gesicht wurde zu einer grausamen Fratze und der Körper nicht mehr als ein Skelett dessen letzten Hautfetzen an einigen Stellen herunter hing. Im Hintergrund loderten Flammen, einer unendlichen Hölle gleich. Im gesamten eine Schönheit in Victorias Sinne. Jeder andere würde nur noch die geöffneten Pforten der Hölle erkennen in denen man verbrannte. Egal wen er zeichnen würde. Nur Er selbst würde das sehen was er eigentlich auf die Leinwand bringen wollte.




Nachdem der erste Streich beendet war, folgte darauf der zweite…

Diesmal allerdings war es der junge Bursche. Noch recht neu im Lande. Unwissend aber Ehrgeizig. Sie sah Potenzial in ihm auch wenn er sich fast am Abend noch gegen ihre Seite gestellt hätte. Ein dummer Fehler den sie ihm schon austreiben würde. Spätestens als er sein Schwert zog wurde eine Entscheidung gefällt. Ein neues Spiel wurde eröffnet…

Das Kohlebecken entbehrte seine letzten Rauchschwaden und benebelten Victorias Sinne. Bevor das Feuer nachgab wurde eine weitere Hand von ihrem Sonderbaren Kraut hinzu gefügt, damit sich auch der letzte Funke von ihm nährte. Diesmal wurden die Vorbereitungen ausführlich getroffen und ein entsprechender Anker wurde gewählt. Auch wenn sie in der Lage war ihren Geist vollkommen zu lösen und sie in ihren Träumen immer wieder an diesen einen Ort zurückkehrte waren auch diese anderen Wesen dort. Wesen gegen die sie nichts ausrichten konnte.

Dieser Ort hier war anders. Anders aber gut gewählt. Genau hier war er, irgendwo und wartete nur auf sie. Mit ihren stechend grünen Augen machte sie sich auf Wanderschaft und irgendwann erblickte sie es. Der Platz an dem sie auf ihn zugreifen würde. Mit langsamen Schritten näherte sie sich dem Fleckchen an dem es war. Wie eine Kluft die sich auftat griff sie danach. Eine tiefe Verbindung entstand als sie seinen Geist spürte. Ein eiskalter Schauer lief ihren Rücken bis zu ihrem Nacken hinauf und sorgte, dass sich dort ihre Härchen aufstellten. Wie durch ein Fenster konnte sie auf ihn blicken. Wie seelenruhig er dort schlief. Noch…

Ihre Finger glitten durch den Abgrund der die junge Dienerin zu dem Krieger führte und berührten ihn sanft. Eine zarte Verbindung entstand zwischen ihrem Geist und seinem. Diese Nacht würde er nicht länger ruhig schlafen. Wovon genau er träumte konnte sie nicht erkennen. Das war allerdings auch nicht länger von Relevanz.

Die zierliche Gestalt, umgeben von einem Schleier wanderte über die satten, grünen Wiesen. Das blaue Kleid schmiegte sich passend an ihren Körper und verlieh ihr etwas graziles. Da saß sie, inmitten einer Blumenwiese nahe eines Dorfes. Die liebliche Stimme summte eine altbekannte Melodie aus Kindertagen. Die Blüten auf ihren Schoß wurden zu einem Kranz geflochten und sich langsam auf den verschleierten Kopf gesetzt. Allein der Schleier lies sie wie eine Braut wirken, obwohl sie nur ein schlichtes Kleid am Leibe trug. Als sich der Kopf langsam in Richtung des Dorfes und auch somit in seine Richtung wandte ertönten laute Schreie. Hilferufe und das surren von Klingen die aus ihren Schwertscheiden gezogen wurden. Mütter rannten mit ihren Kindern aus dem Dorf und suchten nach Schutz im Wald, während die Männer des Dorfes zu ihren Waffen griffen. Flammen schlugen weit hinauf und sprangen von Strohdach zu Strohdach. Ein Todesschrei nach dem anderen würde an sein Ohr dringen und die menschlichen Gesichter zu verbrannten Fratzen werden lassen. Hinter der jungen Blondine trat eine Ritterin. Die Rüstung glänzte in gold und in rot. Mordlust spiegelte sich in ihrem Blick als sie mit ihrem Schwert ausholte und die Klinge mit einem erbarmungslosen Schlag hinunter sausen lies. Die zierliche Hand streckte sich nach ihm auf und ein leises ''Hilf mir!'' ist wie aus weiter Ferne zu hören. Viel zu spät…. Denn nur noch der Kopf rollt über den Boden. Der Körper getränkt von ihrem Lebenssaft sackt in sich zusammen und allein das strahlend, grüne Augenpaar blickt ihm leblos entgegen.

Und so er erwacht wird er noch eine ganze Weile ihre Anwesenheit spüren.
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Damion





 Beitrag Verfasst am: 09 Nov 2017 15:01    Titel:
Antworten mit Zitat

Sein skeptischer Verstand ist einer, den man nur schwer für sich einnehmen kann. Doch das Herz, das Herz ist es, dass den Verstand auszuhebeln vermag. Und sein Herz war rein - ja, fast gänzlich. Nur ein Fleck, ganz klein und kaum zu erkennen. Doch deutlich sichtbar für Sie, die eine Schwäche nur selten nicht erkannte. Und so wuchs der Fleck, bedeckte das strahlende Weiss mit einem umso tieferen Schatten. Die Saat war nahezu perfekt gewählt und gedeihte, wuchs unaufhaltbar bis etwas Mächtiges hervor trat, sich um ihn schlängelte, fesselte und an dieses Gefühl gebunden hatte - Hass.

Träume und Erinnerungen wirr gemischt, das Eine vom Anderen kaum zu unterscheiden. Des Sukkubus Einflussnahme war ein dezenter Stoß, doch entscheidend in seiner Wegfindung.

Und so wiederholte sich der Traum, gleich mehrere Nächte am Stück. Während die Täter die selben blieben, variierten die Opfer. Mal war es seine Mutter, die der Klinge der Ritterin Alumenas zum Opfer fiel. Ein anderes Mal sein Bruder. Gesichter von Bekanntschaften die er gemacht hatte seit seiner Ankunft auf Gerimor und letztlich auch des Sandes Kind, deren Erinnerung er in seinem Herzen vergraben hatte.

So ward Rachedurst geweckt für eine Sache, die im Grunde keiner Sühne bedurfte.
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 15 Nov 2017 22:42    Titel:
Antworten mit Zitat

-Sein Gegenüber niemals unterschätzen-

Eine Lektion die in das Büchlein der blonden Rabendienerin kam. Dieser verdammte Bursche! Beinahe hatte er sie durchschaut. Dabei war sie so nett zu ihm! Immerhin gehörte er zu keiner der Schachfiguren, die sie nach einem gelangweilten Spiel wieder wegwarf. Nein nein, er nicht. Er fragte immer und immer wieder wer und was sie war. Aber das würde er niemals herausfinden. Stattdessen würde die junge Blondine ihn umgarnen und anschließend brechen. Prinzipiell tat sie ihm damit sogar einen gefallen! Indem sie ihn brach, stärkte sie ihn, machte ihn zu einer Waffe. Sein Potential war da, aber lag viel zu tief verborgen. Diesmal jedoch, ja, diesmal war es soweit. Nun wusste sie wo der Kern lag und diesen würde sie mit geballter Macht sprengen.



Mitten in der Wüste stand sie. Das samtweiche Haar fiel über ihre Sonnengräunte Schultern und rahmte ihr Gesicht ein. Die Haut hatte einen satten, Karamellfarbenen Ton. Augen, so grün wieder Wald blickte ihm entgegen. Ja sie hielten ihn fest in ihren Bann. Der Sari schlang sich eng um den schmalen, weiblichen Körper und zeichneten jede Kontur ganz genau nach. Bänder mit Glöckchen waren um Fußknöchel und Handgelenke gewickelt und schellten bei jedem Schritt. Eine wahre Schönheit aus Götterhand erschaffen.

Weit hinten, während der Sand so heiß war, dass er die Luft zum schwingen brachte, wurden Umrisse erkennbar. Erst ganz klein, wurde mit jedem Schritt größer bis er in Reichweite war. Hinter der Wüstengöttin stand er. So ganz anders als er selbst und doch irgendwie gleich. Der wahre Damion schlang die Finger um die Tailie der jungen Frau und sogleich legte sie ihre Finger auf seine. Voller Liebe und Zärtlichkeit blickten sich beide in die Augen. Die Finger legten sich langsam um den Bauch und streichelten diesen. Als der Blick beider auf ihn fielen, wirkten sie glücklich. Binnen weniger Augenblicke formte der eben noch schlanke Bauch eine winzige Wölbung. Das vollkommene Glück. Eine Göttin mit ihrem Gott. Und dazu noch ein Geschenk des Himmels. Verraten haben sie ihn. Sie beide. Während er sich zu viele Gedanken machte und die Schuld auf sie lud, war es der wahre Damion welcher sich der Schönheit bemächtigt hatte und insgeheim ein Kind mit ihr zeugte.

Verrat kann ja so schmerzlich sein...
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Erik Eberhardt





 Beitrag Verfasst am: 20 Nov 2017 12:47    Titel:
Antworten mit Zitat

Welch Ironie, der Freund zum Gaffer, der sich an seinem Leid ergötzt verkommen. Das miese Dreckschwein dem er Regale, Kisten und Gott weiß wie viele Möbel und Gefälligkeiten einst gebracht und erwiesen frohlockte an der hilflosen Situation in der er sich befand. Gut gelaunt grüßte er Nodah, den geglaubten Freund, hob Hut und Hand. Das Weib an dessen Seite kam ihm entgegen, sprach bittersüß die Worte, süffisant und falscher Schlange gleich schritt sie auf ihn zu. Der hübsche, weibliche Eindruck nur Lug und Trug. Hinter dem niedlichen Lächeln steckte mehr als der erste Blick verriet. Ein Teufelsweib... einen Pakt mit dem Bösen selbst eingegangen oblag es ihrer Kraft toten Gebeinen neues Leben einzuhauchen; ihr finstres Grab zu verlassen und die knochige Hand nach ihm zu strecken, Knöchel zu packen und an Ort und Stelle zu halten. Wie viele Hände waren es? Zwei? Vier? Der von Angst verzerrten Aufmerksamkeit entging es, zu sehr darauf bedacht dem nahenden Dolch zu entkommen, vergebens. Ein kleiner Schnitt in die Hand, nicht tief aber wirkunsvoll. Blut quoll heraus, sammelte sich in der Handfläche. Zur gleichen Zeit rann der Schweiß in triefenden Bahnen die Stirn, den Leib hinunter. Was will sie nur mit meinem Blut? Und beim verhexten Holzwurm! Die Wunde, so schnell entstanden, so schnell verschwunden.

Windend, zappelnd, tobend...
um den Knochenhänden zu entkommen
fiel er auf den Hosenboden.
Vom Sturze ganz benommen...
flucht er, schimpft er, schreit er ängstlich auf..
sucht Schutz und Flucht im schnellen Lauf.


Zuletzt bearbeitet von Erik Eberhardt am 20 Nov 2017 18:18, insgesamt 2-mal bearbeitet
 Nach oben »
Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 20 Nov 2017 17:07    Titel:
Antworten mit Zitat

Leise kichernd wurde der Künstler beobachtet. Das Spiel hatte nun vor ein paar Wochen begonnen. Da die Blondine den Kopf frei kriegen musste, war es eine gute Gelegenheit ihr Werk aus nächster Nähe zu betrachten. Eine gute und sogar amüsante Ablenkung, wie sich feststellen lies. Die Werke waren so vollkommen als hätte Krat'hor selbst sie geschaffen! Die ursprüngliche Abbildung einer jungen Frau, man könnte meinen es sollte ein Engel oder änliches werden, die im Sommer auf einer Blumenwiese saß, wurde von Dornenranken umschlungen und ragte weit in den Himmel. Die Stacheln hatten sich tief in die Haut der braunhaarigen Schönheit gebort. Ihre Augen spürten nur so vor Schmerz und entlockten Victoria einen wohligen Schauer. Das lange Haar hing feucht und klebrig vom eigenen Blut auf ihren Schultern, bedeckten Bauch und Brüste. Die Umgebung brannte empfangend und wartete nur darauf, sein Opfer in Krat'hors Seelenschlund aufzunehmen. Das war wahre Kunst! Kunst für die Götter! Eine Sünde, süßer als jeder Pfirsich, dessen Geschmack förmlich auf der Zunge zerfloss, so man nur andeutungsweise von dem Bild sprach.

Jeder andere der sein Bild ansah wurde Kreidebleich im Gesicht und Victoria genoß seine Ahnungslosigkeit und Verwirrtheit. Am Ende war es die Verzweiflung die siegte. Das war er sah, war eine junge, fast schon perfekte Schönheit. Den Sommer, Berge und ein Platz an dem ein Picknick geführt wurde. Etwas bei dem jeder Kunde dahinschmelzen würde. Doch das gönnte sie ihm nicht. So war das nun einmal wenn man zum Wüstenvolk überlief.
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Erik Eberhardt





 Beitrag Verfasst am: 22 Nov 2017 10:12    Titel:
Antworten mit Zitat

„Das noch... und... hmm... ahja... das auch noch.“ murmelte er vor sich hin. Erik schnürte gerade das Gemälde der holden Maid eines reichen Kaufmannes aus Adoran auf sein treues Pferd mit Namen 'Horst'. Der Kaufmann hatte sich an ihn gewandt weil er von dessen malerischen Fähigkeiten gehört und sich auch einen ersten Eindruck gemacht hatte im Atelier des vielschichtigen Künstlers. Er präsentierte ihm einige Stillleben und Punkt Punkt Komma Strich Zeichnungen die er im Vollsuff angefertigt hatte, was er natürlich verschwieg. Dem Kaufmann Harribert Klabustibert gefiel es jedenfalls und erteilte ihm den Auftrag ein Portrait seiner Gattin anzufertigen. „Jeder soll vor Neid erblassen wenn er sich das Gemälde ansieht! Fangt ihre Schönheit ein und haltet sie für die Ewigkeit fest.“ War die Anweisung Harriberts.

„Ich will es versuchen und verspreche euch, mein Bestes zu geben.“ Es war ein kalter, aber sonnenreicher Tag gewesen an dem er die schöne Kunigundibert gemalt hatte, sie stieg dafür extra in den feinsten Zwirn, legte ein widerlich süßes Lächeln auf und verharrte solange regungslos auf einem Fleck bis er seine Skizze abgeschlossen hatte. Viel mehr brauchte er nicht, den Rest des Bildes würde er in seinem Atelier gestalten. Farbe, Schattierungen und was da sonst noch alles zu gehört.

Das Schiff legte in Adoran an. Vorsichtig führte er Horst samt Gepäck den Steg entlang, darauf bedacht das Bild der Kaufmannsgattin auf keinen Fall zu beschädigen. Der Kaufmann sah ihn schon von weiten, er trank gerade ein Glas Wein, saß im Garten und ergötzte sich an dem Umstand, es zu etwas gebracht zu haben. Erik band sein Pferd am Zaun des Gartens fest und lockerte die Schnüre die das Bild festhielten. Er ließ es aber vorerst in dem dicken Baumwolllaken und stellte es auf einer Bank. Die Präsentation verlief allerdings anders als er es sich gedacht hatte, der Kaufmann war außer sich vor Wut. „Was zum Henker..? Was habt ihr gemacht?! Was für ein scheußliches Bild! Was für eine potthässliche Frau auf eurem Bild soll dass sein? Verschwindet bevor ich euch von den Wachen in den Kerker werfen lasse!“

„Was geschieht nur?“ fragte er sich betrübt. Es war nun schon die vierte wutkeifende Reaktion auf seine Gemälde, er konnte nicht verstehen... er hatte sich doch alle Mühe gegeben. Er konnte nicht erkennen was seine Kunden meinten, für ihn waren seine Malereien wunderschön, künstlerisch anspruchsvoll. Ein Fluch muss auf ihn liegen, anders war es nicht zu erklären. Er wusste auch ganz genau von wem, diese vermaledeite Hure die ihm die Hand aufgeschnitten und die Knochenmänner auf ihn gehetzt hatte, anders konnte er es sich nicht erklären. „Warum nur ich? Tu keiner Fliege etwas zu Leide, womit hab ich das nur verdient?“ Er musste sie finden, ihren Fluch soll sie von ihm nehmen, ihn lösen, brechen, was auch immer nur weg damit! „Und wenn sie ihn nicht von mir nimmt? Was dann? Was soll ich nur machen?“ Er hatte die Idee! Genial! Er nahm sich einen großen Jutebeutel mit, füllte ihn mit Horst's Hinterlassenschaften, dem Gaul fallen Äpfel raus, man könnte zwei große Felder damit düngen. „Wenn sie ihn nicht von mir nimmt, schmeiß ich ihr die Äpfel an den Kopf! Ha!“ Er stieg erneut ins Schiff, diesmal jedoch mit Ziel Bajard, von dort aus weiter in Richtung Wetterau. Die Leute denen er begegnete wichen ihm schon von weitem aus, der widerliche Gestank den er hinter sich herzog trieb ihnen den Ekel ins Gesicht, aber das war ihm egal. „Sie wird schon sehen was sie davon hat!“
 Nach oben »
Damion





 Beitrag Verfasst am: 23 Nov 2017 19:07    Titel:
Antworten mit Zitat

Laut pfeifend schlugen eisige Winde ihm entgegen. Das leicht gerötete Gesicht war schon taub und die Hand wie festgefroren an der eisernen Klinge - die ihm nun so vertraut war, als wäre es eine Verlängerung seines Armes. Die Augen waren zugekniffen, der Wind erlaubte es ihm nicht Sie über eine längere Zeit geöffnet zu halten. So sah er nicht, er hörte nicht. Er spührte nur wie das Schwert sich einen Weg durch Leder, Haut, Fleisch und Knochen bahnte. Er spührte wie das warme Blut auf seine Haut spritzte. Und dann, als der letzte Schwertstreich vollzogen war durchbrach ein dumpfes Poltern das lautstarke Lied des Windes. Der letzte Bandit lag ihm tot zu Füßen.

Die Wenigsten würden das Dahinscheiden eines solchen Räubers betrauern, vielmehr war der Großteil der Bevölkerung glücklich darüber sie beseitigt zu wissen. Doch diese Männer starben nicht für Ihre Sünden. Nicht Gerechtigkeit war das, was Damion antrieb. Auch nicht, dass diese ungeübten Männer ihm sein Hab und Gut abnehmen wollten. Nein, sie waren nicht mehr als Ablenkung, ein Ventil über das Damion seine Wut entladen musste und er hatte so viel davon angestaut.

Wieder schossen ihm die Worte der vermeindlich jungen Dienerin Krathors durch den Kopf. Sein Leben wäre nicht mehr als eine Lüge hatte sie gesagt - und damit hatte sie nicht unrecht. Nichts von alle dem was er geworden war, entsprang seiner eigenen Vorstellung davon wie er sein Leben führen wollte und doch konnte er nicht mehr damit aufhören. Er hatte Blut geleckt, gefallen an dem Weg des Kriegers gefunden. Um so besser er mit dem Schwert wurde, desto mehr Selbstbewusstsein zog er daraus. Um so mehr Tod er brachte, desto mächtiger fühlte er sich und nichts war für ihn berauschender als das... Macht.

Vielleicht war eben genau das die Motivation einem todbringendem Seelenfresser zu dienen. Wieso sonst sollte jemand Krathor dienen? Doch mittlerweile hatte er aufgegeben die Motive Victorias zu hinterfragen. Eine klare Antwort würde er weder bekommen, noch würde sie ihn nah genug an sich heranlassen, als das er es selbst herausfinden könnte. Er war sich sicher, dass die rührseelige Geschichte von der Verstoßenen nicht mehr war als ein falscher Vertrauensbeweis. Sie hatte ihm ihre Vergangenheit offenbart - oder es war einfach nur eine gut durchdachte Geschichte - wie auch immer, er misstraute ihr. Und doch zog es ihn in Ihre Nähe. Wie eine Motte, die vom Feuer angelockt wird und sich letzten Endes verbrennt.
Sie wusste um sein Geheimnis. Sie wusste über Dinge bescheid, von denen er nie mit irgendjemandem gesprochen hatte. Doch Details kannte sie nicht, nur ein schwammiges Bild von seiner Vergangenheit. Woher wusste Sie davon und wie könnte er sicherstellen, dass Sie ihn nicht verrät? Wieso interessierte sie sich überhaupt für all das? Was hatte sie vor... was wollte sie von Ihm?
Ob es besser wäre die Geheimnisse selbst aufzudecken um nicht als Spielball dieser wahnsinnigen Schönheit zu enden? Soviele Fragen und so wenige Antworten.. Er hasste das.

Genauso wie er seine Träume hasste. Der selbe Traum wiederholte sich von Nacht zu Nacht und verfolgte Ihn. Der Traum wurde seine Realität und überschrieb langsam aber sicher die Erinnerungen Damions. Die Erinnerung daran, ein großer Krieger werden zu wollen um die Wünsche des Bruders wahr werden zu lassen wurden aus seinem Gedächtnis gelöscht und damit ersetzt der ganzen Welt zeigen zu wollen, dass er der Mächtigere ist - der Mächtigste. Und vor allen Anderen Ihr - der Frau mit den grünen Augen, die mal von einem Schleier und ein anderes Mal von blondem Haar umrahmt waren.
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Victoria Deklie





 Beitrag Verfasst am: 26 Nov 2017 19:23    Titel:
Antworten mit Zitat

Viel Zeit war nun vergangen. Eine ganze Weile hatte sie auch Damion beobachtet. Teilweise war sie mit ihrem Werk zufrieden. Aber auch nur Teilweise. Etwas fehlte an ihrem Werk. Er war nicht so unterwürfig wie sie erhofft hatte. Aber das machte nichts. Das wichtigste war, dass sie ihn gebrochen hatte. Sein Wahres 'Ich' zum Vorschein brachte. Er würde ihr noch ein gutes Werkzeug sein, irgendwann. Werkzeug musste man Pflegen, also war es vielleicht an der Zeit ihn zu belohnen. Er gierte nach Macht... Also würde sie ihm heute Nacht einen Vorgeschmack geben.

Ein weiterer Traum wurde mit dem Krieger geteilt. Der Winter wurde darin wiedergespiegelt. Große, weisse Flocken fielen vom Himmel und ließen sich wie eine Decke auf dem Boden nieder, um ihn im Schein des nächtlichen Himmels glänzen zu lassen. Der Atem des jungen Frau wurde in kleinen Stößen aus ihren Lungen gepresst, während sie davon rannte. Das weisse Kleid und das blonde Haar sollten ihm eigentlich jede Chance nehmen sie zu entdecken. Eigentlich... Seine Schritte waren schneller, kraftvoller und so nahm auch die Jagd irgendwann ihr Ende, als er sie fest am Arm packte. Als sie sich umdrehte blickte sie ihn verängstigt an. Die Frau mit den gold-blonden Locken. Das grün in ihren Augen schimmerte fast so Kristallartig wie der Schnee unter dem Schein des Mondes der sich durch die wenigen Wolkenrisse zwang. Furcht lag darin und das Gefühl von Macht und Stärke floss wie Lava, pochend durch seine Adern. Sein ganzer Körper erfüllte sich mit diesem warmen Gefühl. Über mehrere Augenblicke schaute sie ihn einfach nur Furchterfüllt an, bis sich ihre Augen weiteten. Etwas warmes und dickflüssiges breitete sich auf seiner Hand aus und floss sein Handgelenk herunter. tropfte auf den Boden und bildete unter ihr eine Pfütze. Ihr Körper war nach hinten geneigt und sein Arm lag unter ihren Rücken, um wenigstens noch teilweise als Halt zu dienen.

Als der Krieger seinen Blick langsam an sich herab gleiten lies lag eine Pechschwarze Rüstung um seinen Körper. Ein schweres Schwert in seiner Hand. Die Rüstung eines Ritters! Die Klinge bohrte sich durch den Körper der zierlichen Gestalt die immer blasser wurde, der Körper immer schlaffer und der Blick dessen Glanz immer mehr wich und durch trostlose Leere ersetzt wurde. Er fühlte die Macht. Die Stärke die seinen Körper zum beben brachte und den Körper der zerbrechlichen, jungen Frau die nur noch schlaff in seinen Armen hing. Der Schnee mit rotem Lebenssaft getränkt.


Zuletzt bearbeitet von Victoria Deklie am 26 Nov 2017 23:29, insgesamt 2-mal bearbeitet
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » Rabenmond im roten Schein
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.




phpBB theme/template by Tobias Braun
Copyright © Alathair



Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de